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Der Mord, der keiner ist

Da hat im Ort eben einer seine Frau erschossen. DerWesten berichtet. Das Sonntagsblättchen berichtet auch, aber etwas ausführlicher. Angeblich aus einer finanziellen Notlage heraus, habe Wilfried P. erst seine Frau und dann sich selbst erschießen wollen. Als ehemaliger Jäger verfügte er über Waffenschein und Waffen. Die finanzielle Notlage bestand lediglich darin, dass womöglich das Reihenhaus der kinderlosen Renterfamilie (58 und 57 Jahre) nicht mehr zu halten gewesen sei, dessen Verkauf aber einen Überschuss erwirtschaftet hätte. Seine Frau hatte bereits signalisiert, dass sie es nicht schlimm fände, in einer Mietwohnung zu leben.

Wilfried P. sah das aber wohl anders. Über ein paar Wochen plante er den Mord an seiner Frau. Er informierte sich, mit welcher Waffe und Munition man das wohl am sichersten hinbekäme. Angeblich plante er, sich danach auch selbst zu erschießen. Die zunächst für die Silvesternacht geplante Tat verschob er aus mir nicht bekannten Gründen auf dieses Wochenende. Er wartete bis seine Frau schlief, setzt ihr die Waffe direkt über das Ohr und drückte ab. Nach seinen Angaben soll seine Frau noch „Ooohh“ gesagt, sowie ein Blubbern von sich gegeben haben. Dann war sie tot. Der Anblick seiner toten Frau hat den Wilfried dann davon überzeugt, dass er sich wohl doch besser nicht erschießen sollte. Stattdessen ging er zur Polizei und stellte sich.

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Behördliche Abzockerei

„Nanu? Verdammt hell. Das wird doch wohl kein Blitz gewesen sein?“ Ich erinnere mich noch ganz genau an diesen verregneten Morgen vor zwei Wochen. Ich befahre eine 30-Zone steil bergab auf dem Weg zum ersten Termin. „Die können Dich doch unmöglich geblitzt haben. Du warst doch nicht zu schnell.“ Nach weiteren 10 Sekunden Grübelns vergesse ich den Vorfall.

Heute schickt mir der Oberkreisdirektor Landrat als Polizeibehörde dann nebenstehendes Bild, verbunden mit der Aufforderung, innerhalb einer Woche ein Verwarnungsgeld von 15 Euronen zu berappen. Grund: Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Erlaubt waren 30 km/h. Ich fuhr 36. Noch Fragen?

Ich glaube, ich sollte ernsthaft darüber nachdenken, mir einen volldigitalen, amtlich geeichten und wöchentlich nachjustierten Tachometer einbauen zu lassen. Mein Standardtacho hat nämlich bloß so einen blöden Zeiger und die Unterteilung bei den Kilometern ist auch nur in Zehnerschritten vorgesehen. Wenn man dann noch bedenkt, dass zwischen der Zahl 30 und der Zahl 40 maximal ein halber Zentimeter Platz ist: Da muss man ja in die Radarfalle gehen.

Oder war die Sache mit den Radarkontrollen nicht eigentlich mal anders gemeint…


 

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