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Jahresrückblicke sind langweilig

Dieser Tage läuft im Fernsehen kaum was anderes als Jahresrückblicke. Besonders die öffentlich-rechtlichen Sender geben sich alle Mühe, die relevanten Geschehnisse des Jahres noch einmal in epischer Breite über den Äther zu schicken. Kaum kann man sich der Langeweile entziehen, jedenfalls dann, wenn man zu der Bevölkerungsgruppe gehört, die sich ohnehin stetig über die Vorkommnisse in Deutschland und der Welt unterrichtet hält. Da will man, wenn man nicht chronisch betroffenheitsbedürftig ist, nicht erneut den Mützenträger sehen, der in Zchinvali seine zerbombte Bude zeigt. Erstaunlich allerdings ist, dass die Finanzkrise zwar Erwähnung findet, aber weitaus weniger dramatisch dargestellt wird, als kritische Experten dies tun. Langeweile durch Weglassen. Jahresrückblicke sind langweilig weiterlesen

Die bedingungslose Kapitulation der Vernunft

Unser Bundestag beschließt die Wiedereinführung des Überwachungsstaates. Jeder zehnte erwachsene Deutsche steht vor dem finanziellen Ruin,  Westerwelle faselt was von zuviel DDR in Deutschland und das spanische Verfassungsgericht schafft die Strafbarkeit der Leugnung des Holocaust ab und deklariert sie als Ausdruck der Meinungsfreiheit. Peek & Cloppenburg muss Kinderjeans zurückrufen, weil sie krebsfördernde Farbstoffe enthalten und in dem beliebten Kleinkinderspielzeug Bindeez wird die Vergewaltigungsdroge GHB festgestellt. In Finnland dreht wieder einer komplett durch und erschießt zuviele Menschen.

Auf der Sonnenseite des Lebens hingegen steht zB Charles Prince, der Ex-Chef der Citigroup, der trotz seiner Verantwortung für Milliardenverluste noch eine Abschiedsprämie von 40 Millionen kassieren wird. Auch in Deutschland geht es einem Zehntel der Bevölkerung richtig gut. Es verfügt nämlich über zwei Drittel des gesamten Vermögens. Daran wollen auch die Politiker teilhaben und beschließen, sich demnächst wieder einen ordentlichen Schluck aus der Diätenpulle zu genehmigen. Der Benzinpreis treibt immer neuen Rekorden entgegen, Merkel verweigert, anders als andere Regierungschefs in Europa aber eine Einmischung und die Koalitionsrunde beschließt, keine Änderungen an der fast weggekürzten Pendlerpauschale vorzunehmen. Indes erhöhen die Fluglinien munter ihre Kerosinzuschläge, Politiker salbadern was von „Auto stehen lassen“, während sie in ihre Dienstkarossen steigen und die Energiebranche sabbert schon vor Erregung ob der kommenden Bilanzgewinne.

All das sind Nachrichtenmeldungen der letzten paar Tage und wenn es mich nicht so runterziehen würde, hätte ich noch sicherlich ein Dutzend weitere, thematisch passend in dieses kleine Zustandsbild des „Standorts Deutschland“ einfügen können. Wann hat eigentlich der gesamtgesellschaftliche Konsens, dass der Mensch im Mittelpunkt aller Betrachtungen stehen muss, aufgehört zu existieren? Irgendwie ist das an mir vorbei gegangen…

Mussolinis Erben

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen, verehrte Leserschaft, geht, aber mich haben die heutigen Meldungen über die Mafiamorde in Duisburg beruhigt. Belegen sie doch eindeutig und unmissverständlich, dass rücksichtsloses Morden immer noch Teil auch der westlichen Kultur ist. Andere Leute versuchen einen seit Jahren davon zu überzeugen, dass sämtliche Gefahr nur noch vom Muslim ausgeht. Man wird ja schon regelrecht islamophob. Umso besser ist es da doch, wenn auch europäisch sozialisierte Faschisten mal wieder zeigen, was in Europa geht.

Einen kleinen Unterschied will ich nicht verhehlen. Die Italianos haben bloß ihresgleichen hingeschlachtet, manch Muslim ist da weniger anständig hinsichtlich der Zielpersonenauswahl. Wahrscheinlich wird sich das im Zuge der sicherlich irgendwann kommenden Phase der Aufklärung im Islam aber auch noch regeln. Bis dahin muss der eventuell betroffene Durchschnittsbürger eben mit einem immerhin relativ geringen Risiko am Terror zu sterben leben. Allerdings kann solches doch den Durchschnittseuropäer nicht wirklich erschrecken. Vor gar nicht allzu langer Zeit war man hierzulande schließlich noch die Massenvernichtung gewohnt. Da muss man vor den paar imaginären Musels nun wirklich nicht ins Zittern geraten…

Auch hinsichtlich der Motivationslage der italienischen Mörder brauchen wir als Europäer uns nicht vor den Musels zu verstecken. Die Italiener haben wohl einer Familienfehde, die mutmaßlich auf nichtigen Begebenheiten basiert, Genüge tun wollen. Das ist doch von den teils lustigen Moralvorstellungen der Islamgläubigen unter uns, die gern mal sogenannte Ehrenmorde begehen, gar nicht weit entfernt.

Bleibt höchstens noch die Frage zu klären, ob viel Sonne das Hirn ausdörrt. Da gäbe es ja dann Übereinstimmungen zwischen Musels und Italianos, bei denen wir uns als Deutsche entspannt zurücklehnen können. Okay, bleibt mir mit dem Hitler weg. Aber möglicherweise stammte der aus einer besonders sonnenreichen Gegend Österreichs. Oder seine Vorfahren waren Neger, oder oder…

Wie dem auch sei. Bei der Gelegenheit: Was machen eigentlich die Japaner heutzutage?

[ursprünglich geschrieben als Gastbeitrag für den seinerzeit urlaubenden Pantoffelpunk]

Warning Sign

In England ist der Name „Mohammed“ kurz davor,  „Jack“ als am häufigsten verwendeten Namen für ein männliches Baby abzulösen. In England, im United Kingdom. Wollte ich nur mal gesagt haben. Wie sieht´s eigentlich mit dem Namen Karl-Heinz in Saudi-Arabien aus?

Hoffnungsschimmer

Eben hat mich ein Zeitgenosse per Google-Suchanfrage erreicht, um mir folgendes zu sagen:

der kampf gegen die doofheit hat gerade erst begonnen

Ich muss sagen. Das macht mich in zweierlei Hinsicht zuversichtlich. Zum Einen ist es schön, bestätigt zu bekommen, dass offenbar gegen Doofheit gekämpft werden soll. Zum Anderen ist es aber auch gut, zu hören, dass dieser Kampf wohl noch nicht sehr lange läuft. Das dämpft die Erwartungen auf ein realistisches Maß und erklärt gleichzeitig so unglaublich viel um einen herum…

Hoffentlich war der Sucher kein Doofer.

Think Global, Act Local

Dicke Schneeflocken voller Wasser fallen platschend auf den Boden und fließen fast augenblicklich vondannen. Die über Nacht auf etwa fünf Zentimeter angewachsene Schneedecke wird zusehends fadenscheinig. Kein Wunder, denn die Temperatur liegt bereits am frühen Morgen bei 4 Grad .

Ich entschließe mich angesichts des Umstandes, dass ich Schlauberger letzte Woche meine Sommerreifen wieder habe aufziehen lassen, dafür, zu Fuß zum ersten Termin zu gehen. Kein Problem, bei trockenem Wetter laufe ich die Strecke in 10 Minuten. Mit einem Schirm versehen plitsch-platsche ich durch die warme Winterlandschaft. Meine Fußabdrücke hinterlassen freien Blick auf den Bürgersteig.

Vor jedem zweiten Haus treffe ich Seniorinnen oder Senioren an, die „ihren“ Bürgersteig akribisch bis in die letzten Winkel und in satten Mengen mit Streusalz bearbeiten. Irgendeiner der grauen Herren schaut mich an und ich frage spontan: „Sagen Sie mal, sehen Sie nicht, dass es ohnehin taut wie verrückt? Was soll Ihr Streusalzeinsatz außer Umweltschäden eigentlich bringen?“ Der Herr antwortet wirsch: „Ich kann vor meinem Haus machen, was ich will. Das ist ein freies Land. Kümmern Sie sich gefälligst um Ihre eigenen Angelegenheiten!“ Ich schüttele unübersehbar und so feindselig wie möglich den Kopf und gehe weiter.

Recht hat der alte Querkopf. Was soll ich dazu sagen? Wir leben halt in einem System, in dem jeder alles um sich herum versauen kann, wie er will. Treten dann Schäden auf, wird nach dem Staat gerufen und der Steuerzahler zur Ader gelassen. Und da sich keiner mehr für das interessiert, was sich außerhalb seines eigenen Mikrokosmos abspielt, skaliert das Problem.

Wen wundert da der weltgrößte Streusalzopa Bush noch?

Why blog?

Once upon a time, though only two years ago, I decided that blogging would be an enrichment to my life. I thought there´d be things I needed to talk about, but didn´t know to whom I could be that frank. So the public seemed the right audience, as open as can be, but at the same time also as private as can be. Noone that didn´t know me would even think about searching my thoughts on the web. Many that didn´t know me would stumble across these thoughts and they did.

So what happened was me sharing my thoughts with the unknown readers while the real world around me kept floating without taking notice of my kind of undercover mission on the web. That´s what I expected, wanted and still appreciate. But there´s one thing that has changed fundamentally. In the beginning I was searching for a place to express myself. Now that I´ve got this place I´m searching for something to express.

This surprises me in a disturbing way. Why does what once was chainbreaking become a chain itself? Don´t missunderstand me, I like blogging. I just don´t understand why it has been getting harder through the years. And I wonder if it will be going on heading downwards…

Wer motiviert uns denn nun in Zukunft?

Mensch. Gerade hatte ich mich noch so motiviert gefühlt, als Herr Lejeune meinte, wir sollten uns unseren Stolz auf die Bundeswehr nicht von ein paar Bildern mit Pimmel im Totenkopf versauen lassen. Genau, habe ich gedacht. Bloß ist es gar nicht so leicht, an einen Totenkopf ranzukommen, wenn man nicht in Afghanistan ist. Habe ich´s gelassen.

Kurz vorher hatte Motivator Erich behauptet, der Gerhard Schröder hätte sich große Verdienste erworben. Recht hat er ja. Der Schröder hat sich so große Verdienste erworben, der verdient jetzt mehr als zuvor. Motiviert aber eigentlich auch nur ihn. Mich eher nicht.

Da fand ich die Frage, was uns die Zukunft unserer Kinder Wert ist, ja noch aufrichtender. Da wird man wenigstens nicht neidisch. Außerdem soll man sowieso nicht klagen, sondern motivieren.

Na ja. Jetzt ist der Motivationsblog nicht mehr in der GB-Themenübersicht zu finden. Egal: Wir lassen uns die schlechte Laune nicht verderben! Schon gar nicht von einem Wasser predigenden Weintrinker, wie dem Lejeune! Viel Erfolg noch! Chaka. Du schaffst es!

Living High Speed..

Die ZEIT (46/2006, S. 73) berichtet über eine Studie des Londoner King´s College. Dort wollte man wissen – Wie bitte? Ja, Chef, komme gleich – , wie leistungsfähig ein Mensch noch ist, der von einem stetigen Strom hereinkommender Emails betroffen ist. Drei Gruppen wurden gebildet. Über die erste Gruppe brach – Nein, bitte jetzt im Moment keine Telefonate durchstellen. Nei… Petereit? Wir wollten doch morgen erst miteinander… Wie keine Zeit? Nee, also wirklich. Ich bin erst morgen soweit, dass.. Ja gut, tschüss – eine Flut von Mails herein. Über die zweite Gruppe ebenfalls, jedoch wurden die Teilnehmer mit Marihuana unempfindlicher gemacht. Die dritte Gruppe wurde nicht mit Mails beschickt. Am Besten schnitten die Kiffer ab!

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Ich Mertens, Duman!

Der schicke Kybernetikblog bei GB macht mich immer wieder irre. Ich lese die Beiträge an und höre wieder auf, sobald mein Verstand beginnt, aus den Fugen zu gehen. Was nach spätestens zwei Sätzen der Fall ist. Ich habe bis heute den Sinn nicht begriffen. Für mich ist das schlichtweg überflüssiges Geschwurbel ohne konkreten Nutzen und sogar ohne konkrete Aussagen. Der einzige, der was davon haben könnte, wenn er denn noch lebte, wäre Heinz von Foerster. Denn der kommt praktisch in jedem Beitrag vor. Muss wohl so´ne Art Ron Hubbard oder Rudolf Steiner der Kybernetik sein. Dass sich aus dem Geblogge jedoch Geschäftsimpulse für das vierte Geheimnis ergeben, möchte ich mal schwer bezweifeln…

Jakob von Metzler ist tot

Ob der Elfjährige durch den mutmaßlich pädophilen Mörder Magnus Gäfgen erstickt wurde oder ob Gäfgen ihn in den Langener Waldsee geworfen hat, wo er dann ertrank, ließ sich nicht zweifelsfrei klären. Leider ist der Fall weniger als eines der abscheulichsten Verbrechen der letzten Jahre im Gedächtnis geblieben, sondern vielmehr deshalb, weil der damalige Frankfurter Polizei(vize)chef Daschner Gäfgen Folter androhte, sollte er den Aufenthaltsort des Jungen nicht verraten.

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Wie eine Profilneurose eskaliert..

In diesem Beitrag, aber besonders in den Kommentaren, zeigt uns ein dicker, Fettucini-hochwürgender Profilneurotiker, der selbst offenbar eine besonders strikte Einstellung dazu hat, von welcher Seite man ihn zu fotografieren hat (Gerhard Schröder lässt grüßen), wieder einmal wo der Verbalhammer hängt. Das Unerträgliche neben der Kanalratten-Rhetorik ist die Überheblichkeit, mit der er sich selbst und sein Geschreibsel als über jede Kritk erhaben darstellt. Ist man anderer Ansicht kommt man ihm blöd und verzapft Blödsinn. Denn schließlich ist Herr Alphons anders als wir anderen „kein blöder vollsülzbarer Blogger, sondern kennt den Laden.“

Ausgewogener betrachtet Robert Basic das Thema. Aspekte, die Herrn Alphons total abgehen.