Kategorie-Archiv: Welt

Foxconn-Chinesen dürfen sich nicht mehr selbst umbringen

Es machte die Runde und macht sie noch. Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken der Foxconn-Großstadt in China sind unfassbar schlecht. 13 Tage durcharbeiten, 12 -Stunden-Schichten, Sprechverbot.

Von den 500.000 Arbeitern haben sich innerhalb der letzten 16 Monate mindestens 14 umgebracht. Grund sollen die genannten Bedingungen sein. Um der Situation Herr zu werden, müssen die Arbeiter nun Verpflichtungserklärungen abgeben, die es ihnen unter Strafe verbieten, sich umzubringen.

Klingt witzig? Ist es aber nur auf den ersten Blick, denn die Auswirkungen würden die Hinterbliebenen treffen. Im Falle eines Selbstmordes würden diese nur das absolute Minimum an Unterstützung erhalten. Ja, in China gilt die Sippenhaft noch…

(Bild via The Next Web | Bildquelle: Financial Post)

Wikileaks: Viel Geräusch um wenig Substanz

Was für ein Wochenende. Am Samstag sendet mir der Spiegel folgende Info zu meinem Abonnement:

Schnell verbreiten sich Gerüchte, dass diese Ankündigung mit den geplanten Wikileaks-Enthüllungen zu tun haben wird. Meine Güte, denke ich. Da muss aber richtig was im Busch sein! Am Sonntag wird immer klarer, dass tatsächlich Wikileaks der Grund für das späte Erscheinen des Spiegel ist. Man will eine weltweit koordinierte Aktion der beteiligten Redaktionen, u.a. Guardian, El Pais sicherstellen.

Am Nachmittag dann verkauft ein offenbar uninformierter Kioskbetreiber bereits die ersten Exemplare der Druckversion. Schnell macht das Titelblatt als TwitPic die Runde. Und gegen 19.30 Uhr lässt sich der avisierte Startzeitpunkt 22.30 Uhr nicht mehr halten. Die digitalen Versionen des Spiegel gehen an den Start.

Ich lade mir die iPad-Version herunter und erwarte katastrophales. Allein, dem ist nicht so. Harmloses Geplänkel zu Einschätzungen amerikanischer Botschaftsmitarbeiter zu deutschen Politikern wird mir da als Knüller serviert. So ist Westerwelle “agressiv” und Merkel “selten kreativ”. Wusste ich schon. Auch Guttenbergs Charakterisierung als “echter und bekennender Freund der USA” überrascht mich nicht. Immerhin ist er ja  Mitglied der Atlantik-Brücke, die sich die Förderung des deutsch-amerikanischen Verständnisses auf die Fahnen geschrieben hat. Da wäre jede andere Art von Charakterisierung interessanter gewesen.

Ich kämpfe mich also durch die 18 iPad-Seiten und erfahre summa summarum nichts neues. Lediglich erhalte ich die Bestätigung, dass das amerikanische Botschaftspersonal offensichtlich über gesunden Menschenverstand verfügt. Erst die Berichte über die Kabel aus der Türkei und dem Iran, sowie dessen Anrainerstaaten lassen ein gewissen Gefühl von Neuigkeit aufflammen. So hätte ich beispielsweise nicht gedacht, dass die USA Erdogan für einen “ignoranten Islamisten mit korrupter Regierung” halten. Immerhin wollen Sie die Türkei in die EU hieven. Ahmadinedschad wiederum als “Hitler” zu bezeichnen ist fast schon zu selbstverständlich für eine so sensationelle Wikileaks-Enthüllung. Interessant fand ich dann aber doch die Berichte aus den Anrainerstaaten, in denen man so gar nicht auf Irans Linie zu sein scheint und sogar militärischen Massnahmen nicht ablehnend gegenüber stehen soll.

An dieser Stelle stellt sich jedoch die Frage nach der Zielsetzung der Depeschen. Stehen die Anrainer tatsächlich eher an der Seite der USA oder wollen die Diplomaten bloß diesen Eindruck in ihrem Heimatland erwecken. Ich erinnere mich da an Fotos von Massenvernichtungswaffen…

Brav schaute ich dann zu vorgerückter Stunde noch Anne Wills Diskutandenstadel. Lobo und Kocks sorgten für einen akzeptablen Unterhaltungswert, wenn auch inhaltlich nichts über die Spiegel-Berichterstattung hinaus ging. Im Gegenteil hatte ich den Eindruck, dass die Diskutanden nicht einmal den Spiegel gelesen hatten. Aber, was soll das verwundern? Seit wann diskutieren nur Leute mit Fach- und Sachkenntnis bei Anne Will?

Im Ergebnis ist die aktuelle Wikileaks-Veröffentlichung kein Skandal, keine Enthüllung und auch keine Sensation. Jemand hat sich über das Briefgeheimnis hinweg gesetzt und Dinge an die Öffentlichkeit gebracht, die für sie nicht bestimmt waren, die sie aber auch nicht verändern werden. Man hätte es auch lassen können…

Putinkinsche Spiegelfechtereien in Blogdorf

Nein, ich habe nicht jeden Beitrag gelesen, den sich Deutschlands selbsternannte Politblogger rausgeschraubt haben. Allerdings haben mir die paar, die ich zur Kenntnis nahm, auch vollkommen gereicht. Allen voran fühlte sich wieder der mutmaßliche Wasserversorgerflyerersteller Berger bemüßigt, auf die deutschen Medien, diesmal in Gestalt des ARD einzudreschen.

Manipuliert habe man. Propaganda sei das, faselte er und massenweise Mist hintendrein. Ganz investigativ stellte er dann ein Transskript, sowie die vollständige Fassung aus dem Russen-TV in seinen Beitrag (Ich schreibe extra “in seinen Beitrag”, weil es doch tatsächlich Leute gab, die behaupteten, er habe das Video online gestellt. Was natürlich Unfug ist.) Und wie es in Blogdorf üblich ist, schlugen sich Blogger bestimmter Couleur, von denen es eine Überzahl in Blogdorf zu geben scheint, direkt auf Bergers Seite. Selbst die sonst ernster zu nehmenden Nachdenkseiten überschlugen sich in propagandistischer Rhethorik, dass man hätte meinen können, unser alter Goebbels wäre höchstselbst dem Grabe entstiegen, um das ARD-Video einzukürzen.

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Beschneidung hilft nicht gegen AIDS

Was kommt der uns jetzt mit so einer Nichtinformation, werden Sie sich fragen, während Sie diesen Artikel anlesen. “Journalismus!” Rufe ich Ihnen deshalb zu. Journalismus ist ja bekanntlich die Kunst, über etwas zu schreiben, was man noch nie gesehen hat und/oder von dem man nicht die geringste Ahnung hat. Ein Paradebeispiel für diese Kunst des Journalismus lieferte kürzlich die Redaktion des amerikanischen Eltern-Fachmagazins “Mothering” mit seiner Titel(!)geschichte “Circumcision does not prevent HIV”.

Glauben Sie nicht? You´d better do:

Dastronauten.de – Dieterchens Mondfahrt

[Trigami-Review]

xwingTief im Innersten habe ich schon immer geahnt, dass ich irgendwann einmal die Chance bekommen würde, meine Blase aufgrund defekter Weltraumtoiletten direkt in den Orbit zu entleeren. Jetzt ist es soweit. Ich werde die Erde aus einer Höhe von gut 110 Kilometern betrachten können.

Zwar wäre mir ein Flug mit meinem Lieblingsfahrzeug aus Star Wars, dem X-Wing lieber, aber ich will mal nicht zu hohe Ansprüche stellen. Bekanntlich schaut man einem geschenkten Weltraumflug nicht ins Maul, oder wie das heißt.

Wie kann sich jetzt der Petereit einen Flug im Wert von 200.000 Dollar leisten, höre ich doch schon wieder die miesepetrigen Blogleser fragend denken. Ganz einfach! Ihr bezahlt den. Toller Plan, oder? Und dabei nicht mal abwegig, denn dieses Konzept gibt es wirklich.

Die im Werden begriffene Community Dastronauten.de der in Gründung befindlichen Firma Netbridge.tv will genau das erreichen. Ich soll auf Kosten der Community ins All fliegen und mich fortan Astronaut nennen dürfen. Klar, dass ich da großes Interesse dran habe. Alles, was ich tun musste, war, mich dort zu registrieren, ein Profilbild hochzuladen, ein paar Fragen zu beantworten und noch ein paar Bilder hochzuladen.

Jetzt könnt Ihr mein Profil besuchen und ab Ende Juni per SMS für mich abstimmen. Darum darf ich übrigens mit Bestimmtheit bitten, denn hierin besteht für mich der Haken. Simsen nicht genügend Leute meine ID an den Betreiber, könnte der meinerseits bereits fest eingeplante Weltraumflug doch noch scheitern. Wäre natürlich unschön, das.

Soeben erinnert mich der Betreiber per sanftem Tritt in meinen Astronautenhintern daran, dass ich bestimmte Informationen doch bitte nicht unterschlagen möge. Also bitte, wenn es denn sein muss, weise ich darauf hin, dass natürlich jeder mitmachen kann. Die Teilnahme ist – bis auf die Abstimmungs-SMS – kostenlos. Die ganze Aktion ist als Wettbewerb ausgestaltet. Der- oder diejenige mit den meisten SMS-Votes fliegt ins All. Eine SMS kostet 50 Cent und der Wettbewerb ist beendet, wenn die Kosten reingesimst wurden.

Stellt sich nach einigen Monaten heraus, dass der Ticketpreis voraussichtlich auch am Sankt-Nimmerleinstag noch nicht reingesimst sein wird, spendet der Betreiber die bisherigen Einnahmen an die Stiftung “Jugend forscht” und diese ganze Astronautensache ist geplatzt. Was ich hinsichtlich des Spendenempfängers ehrenwert, aber natürlich völlig unnötig finde, weil sich selbstverständlich genügend Leute finden werden, die mich ins All simsen wollen. (Ihr werdet Euch doch wohl nicht lumpen lassen. Nicht mal eine halbe Million SMS sind erforderlich.)

Ja, Herr Lupp, ich schreib´s ja jetzt… Die Anmeldung, um noch einmal darauf zurück zu kommen, ist für jedermann kostenlos möglich und geht einigermaßen zügig vonstatten, obschon die Betreiber eine ganze Reihe Pflichtfelder, die allerdings unkritisch sind, also keine Spielwiese für Datenschützer bieten, vorgesehen haben. Optisch ist die Website ziemlich allumfassend (oh, Meister des Wortes, ich huldige Dir), wenn auch nicht im Ansatz web-zwonullig. Mir grundsätzlich wurscht, wenn alle Funktionen übersichtlich und schnell erreicht werden können. An dieser Stelle habe ich keine Kritikpunkte zu äußern. Das Voting selbst hat noch nicht begonnen. Ein Urteil darüber kann ich mir also heute nicht erlauben. Bisweilen wird Kritik am Anmeldevorgang laut. Dieser dauere mit bis zu fünf Minuten einfach zu lange. Für mich nicht nachvollziehbar. Wer sich für lau in die Umlaufbahn bringen lassen will, wird wohl ein paar Minuten seiner Lebenszeit dafür aufwenden können. Und wer´s nicht will, der lässt es doch direkt. Es gibt keine Teilnahmeverpflichtung.

Jetzt mal unter uns Pastorentöchtern. Als ich vom Angebot Dastronauten.de erstmalig hörte, war ich sicher, da erlaubt sich jemand einen Scherz mit mir. Nachdem ich aber sämtliche Texte auf Dastronauten.de gelesen und den Hintergrund des Machers Christian Lupp ergooglet hatte, war ich mir umgekehrt sicher, dass da doch eine gehörige Portion Ernst und kein bisschen Abzockementalität hinter dem Projekt steckt.

Natürlich versucht sich mit diesem waghalsigen Einstieg die Firma Netbridge.tv als Medienmacher zu etablieren. So heißt es denn auch auf deren Website: “Wir liefern brandneue, interaktive Formate für Internet, Mobilfunk, IP-TV und Fernsehen…” und verspricht “Weitere spektakuläre Wettbewerbe sind bereits in der Pipeline”. Ich bin gespannt und wünsche den Netbridgern viel Erfolg mit ihrem Erstling. Schon aus reinem Eigeninteresse ;-)


John Chow und seine angeblichen Einnahmen

“Ich mache Geld online, indem ich anderen erzähle, wieviel Geld ich online mache.” So lautet der reichlich lange Titel des Blogs von John Chow. John Chow ist der Angeber unter Amerikas Bloggern und lässt es sich nicht nehmen, alle Nase lang zu kommunizieren, wieviel Geld er womit nun wieder eingenommen hat. Dabei sind die Summen stets derart fantastisch, dass man nicht umhin kommt, sie in Frage zu stellen.

Heute hat Chow seine Einnahmesituation Mai 2008 verbloggt. Knapp 33.000 Dollar hat er angeblich allein im Mai eingenommen und das, obwohl er seit dem 12. Mai in China weilte. Natürlich ist es schwierig, diese Summen nachzuvollziehen und grundsätzlich gönne ich auch jedem seine Kohle. Nur scheinen mir die Zahlen im Falle von Chow deutlich überhöht zu sein.

Liest man Chows Blog, und das habe ich für den Monat Mai eben komplett erledigt, stellt man sich unweigerlich die Frage, wo der Nutz- und Werbewert des Blogs liegen soll. Chow schreibt über dies und das, über seine Mahlzeiten, seine Familie, seine Reisen, eben über alle möglichen privaten Begebenheiten. Ab und zu schreibt er auch über neue Dienste im Internet, wobei er extrem bissig sein kann, wenn ihm etwas nicht gefällt. Es gibt im Grunde nur ein Thema, über das Chow nicht schreibt. Nämlich über das Geld verdienen im Internet. Wenn man mal von seinen Einkommensauflistungen absieht.

Im Mai will er 3000 Dollar allein mit Artikeln für das US-Trigami ReviewMe verdient haben. Dabei verlangt er angeblich 500 Dollar pro Review, obschon ReviewMe selber angibt, dass 200 Dollar die oberste Grenze wären. Sei´s drum. Selbst wenn ich davon ausgehe, dass ihm tatsächlich Leute 500 Dollar zahlen, müsste er im Mai dafür 6 Beiträge geschrieben haben. Mit gutem Willen finde ich aber gerade mal drei, eher zwei.

Damit steht zumindest diese Einnahmeposition nach meinen Recherchen schon einmal auf äußerst tönernen Füßen. Wie lautet noch der alte Spruch? Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…

Und dann war da noch…

… die neunjährige Griechin, die mit Schmerzen und geschwollenem Bauch ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Ärzte entfernten ihr operativ ein etwa fünf Zentimeter langes Gewächs, das sie zunächst für einen Tumor hielten. Bei näherer Untersuchung des “Tumors” stellte sich jedoch heraus, dass es sich um den Embryo der Zwillingsschwester der Neunjährigen handelte, den sie offenbar während der Schwangerschaft “absorbiert” hatte.  Der Chef der Kinderstation gab zu Protokoll, dass es sich tatsächlich um einen vollgeformten Fötus mit Kopf, Haaren und Augen, aber ohne Hirn und Nabelschnur gehandelt habe.

Eine krasse Geschichte. Noch krasser aber ist es, zur Kenntnis zu nehmen, dass das “Vanishing-Twins-Syndrom” eine relativ häufige “Komplikation” bei Mehrlingsschwangerschaften ist. Dabei kommt es sowohl zu dem Phänomen, dass der Körper der Mutter den Embryo resorbiert, wie eben auch dazu, dass der eine Embryo vom anderen absorbiert wird. Ich staune!

Was Wunder

Du sperrst einen fünf Jahre in Guantanamo ein. Du folterst ihn, drohst ihm mit Amputationen, klagts ihn aber offiziell nie an. Irgendwann lässt Du ihn frei. Glaubst Du, der Lageraufenthalt hätte ihn sonderlich westlich gestimmt? Glaubst Du, der so Behandelte würde ein Loblied auf die Demokratie singen?

Tut er auch nicht. Logischerweise.

Tibet

Viele äußern sich und viele haben Recht. Natürlich ist es zum Kotzen, wenn ausgerechnet der mordende Weltpolizist USA China zur Besonnenheit gegenüber den Tibetern aufruft. Es mag auch richtig sein, dass ein Boykott der olympischen Spiele nicht viel bringen, sondern im Gegenteil politische Schäden verursachen könnte. Dabei könnte es auch denkbar sein, dass durch ein Boykott die Situation der betroffenen Volksgruppen sich eher verschlechtern denn verbessern würde. Wissen indes kann man es nicht. Und dann stellt sich natürlich die Frage, inwieweit taktische Vernunfterwägungen hier überhaupt noch den Maßstab des Handelns bilden dürfen.

Für mich ist die Sache klar. Niemals hätte ein linksfaschistisches Regime den Zuschlag für die Friedensspiele bekommen dürfen. Schon nach der Nummer auf dem Platz des Friedens hätte für jeden denkenden Menschenfreund, gleich welcher politischer Couleur, klar sein müssen, dass ein derartig menschenverachtendes Regierungs- und letztlich auch Gesellschaftssystem, dem gelebten Denunziantentum, an dem Adolf seine helle Freude gehabt hätte, niemals geeignet sein kann, den Gedanken Olympias glaubhaft zu transportieren.

Deswegen ist mein Urteil sehr eindeutig. Boykottiert China. Boycott China. Scheiß auf taktische Erwägungen.

Illegale Genehmigungen?!

Auf Lanzarote sind laut Spiegel fast ein Viertel aller Unterkünfte quasi illegal errichtet und von der Schließung bedroht. Man soll sich nicht an Baustopp-Verfügungen und Umweltmoratorien gehalten haben, weshalb nun im Zweifel der Abriss der betroffenen Hotelanlagen ansteht. Soweit alles nachvollziehbar und auch aus deutscher Rechtssicht in Ordnung.

Mit einer wesentlichen Ausnahme allerdings: Für alle Anlagen liegen Baugenehmigungen mitsamt zugehöriger Hotellizenzen vor. Offensichtlich haben die Hotelbetreiber ordnungsgemäß die entsprechenden erforderlichen Anträge gestellt und die legitimierenden Rückläufer aus den zuständigen Behörden auch erhalten. Das Problem besteht darin, dass die örtlichen Behörden sich offenbar nicht an die Anweisungen der Inselregierung gehalten haben. Ob Bestechung eine Rolle gespielt hat, ist lediglich Spekulationen zugänglich, scheint aber angesichts eines großen Teils der betroffenen Hotelketten zumindest nicht bestimmend plausibel.

Da ist es doch gut, dass wir in Deutschland andere Vorstellungen von Rechtssicherheit haben. Obschon: Mir könnte es wurscht sein. Ich betreibe keine Hotels…

Systembedingte Fehleinschätzungen möglich bei Clinton gegen Obama

Ich bin nun wirklich kein Politikexperte. Insbesondere dann nicht, wenn es um das politische System der USA geht. Aber ganz grob ist mir der Ablauf der dortigen Präsidentschaftswahlen natürlich dennoch geläufig. Wenn dann heute die gesamte deutsche und – schlimmer noch – auch die amerikanische Journaille erstaunt verkündet, Hilary Clinton sei wieder da und habe völlig überraschend Obama in New Hampshire geschlagen, dann wundere ich mich, bin quasi völlig überrascht.

Warum? Weil man die Vorwahlen in Iowa nicht mit den Vorwahlen in New Hampshire vergleichen kann. Böse Zungen, zB alle Bewohner New Hampshires behaupten gar, die Vorwahl in Iowa sei gar keine richtige solche, weshalb sie auch kein Problem damit haben, dass Iowa vor New Hampshire stattfindet, obwohl New Hampshires Verfassung ausdrücklich vorschreibt, dass die erste Vorwahl der USA eben dort, nämlich in New Hampshire statt zu finden hat. Und wenn man sich das Verfahren mal vor Augen führt, mag man dieser Behauptung durchaus etwas abgewinnen.

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Warum so empört?

Die Unicef hat das Foto des Jahres gekürt. Ein wollgesichtiger Typ, der nach der Optik zu urteilen wohl die 80 bereits deutlich überschritten hat, dabei aber doch erst 40 Jahre alt sein soll, heiratet ein 11jähriges Mädchen mit einem Blick wie ein Reh kurz vor dem finalen Fangschuss. Und jetzt regt man sich auf. Man muss was gegen Kinderheiraten unternehmen. Etc. pp.

Ich verstehe das nicht. Was will man denn von den Anhängern einer Religion erwarten, deren heiliger Vortänzer am liebsten kleine Mädchen pflöckerlte. Seine “Lieblingsfrau” Aischa heiratete Mohammed als sie 5 oder 6 Jahre alt war. Anständigerweise wartete er noch bis zu ihrem 9. Lebensjahr, bevor er die Ehe an ihr vollzog.

Da ist doch diese 11jährige vergleichsweise gut weg gekommen…

Sicherlich. Heutzutage würde man ein Pädophilenschwein, wie den Mohammed, für lange Jahre wegsperren. Hier. In Europa. Zu Recht. Aber, die haben eben eine andere Kultur, da. Musse verstehen, Du. Respekt vor anderen Kulturen und so.

What happened to Maddie?

Seit Freitag letzter Woche beschäftigt mich das Schicksal der in Portugal verschwundenen Dreijährigen noch mehr als es mich ohnehin schon berührte. Seit Samstag gelten bekanntlich beide Elternteile als Verdächtige. Der Gedanke, dies könnte sich tatsächlich als stichhaltige Gewissheit herausstellen, ist für mich schwer akzeptabel. Sicherlich spielt es eine Rolle, dass ich selber drei Kinder habe.

Es ist für mich unvorstellbar, eines davon, wenn auch durch einen eventuell selbst verschuldeten Unfall zu verlieren. Noch unvorstellbarer ist es, den Unfall durch fahrlässige Gabe von Beruhigungsmitteln, nur um meine Ruhe am Abend zu haben, verschuldet zu haben. Und völlig undenkbar finde ich es, danach auch noch ein Riesenbohey in der Öffentlichkeit, mit Papstbesuch, Spendengeldern, Internetauftritt, Flyern etc. zu veranstalten.

Von daher würde ich zunächst einmal die Unschuld der Eltern vermuten. Denn wäre es tatsächlich so, wie die Polizei offenbar vermutet, wären die Eltern Monster, bar jeglicher Moral, bar jeglicher Menschlichkeit. Und das wollen wir doch alle nicht glauben, oder? Ich hoffe für die Eltern und vor allem für Maddie, dass sich dieser Verdacht als falsch erweist.

[Das hier ist übrigens der 1000ste Beitrag in diesem Blog. I dedicate it to Maddie. May you find peace whereever you are.]

Neueste Erkenntnisse zum Fall Diana

Ebenfalls ZDF heute abend. Man ist bemüht, den neuesten Ermittlungsstand zum fast zehn Jahre zurückliegenden Tod der Prinzessin von Wales zu vermitteln. Klar ist dabei von Beginn an, dass beabsichtigt ist, die “Anhänger der Verschwörungstheorien” (schon diese Wortwahl macht es deutlich) vor die Pumpe laufen zu lassen.

Man zeigt also minutiös den Ablauf und hat für jede Absonderlichkeit plausible Erklärungen bereit. Fahrer des weißen Fiat, der den Mercedes kurz vor dem Crash gestreift hat, nie gefunden. Paparazzi, der weißen Fiat hat, und öfter als Letzter bei danach Toten angetroffen wurde und auch den Hafen aufgerissen hat, von wegen, was er alles wüsste, zwei Jahre nach Dianas Tod völlig verkohlt in seinem Auto aufgefunden worden. Natürlich ganz klar Selbstmord. Chauffeur der Todeskarosse selbstverständlich Alkoholiker und schwer betrunken, obwohl zwei Tage vorher noch Gesundheitscheck für Piloten ohne jeglichen Befund durchlaufen, etc. pp. …

Ich weiß nicht, was da damals gelaufen ist. Nur eines dürfte doch klar sein. Wenn ein Geheimdienst, also eine Staatsmacht dahintersteckt, sieht ein Unfall wie ein Unfall aus, ist einer plötzlich Alkoholiker, findet man Fahrer von Fahrzeugen nicht, werden Bluttests oder zumindest deren Ergebnisse gefälscht, sagen Leute Dinge aus, die sie aussagen sollen und vieles mehr. So etwas ist nicht zu ermitteln…