Warum Android-Tablets nicht mit dem iPad konkurrieren können, obwohl sie es könnten

Es ist auf den ersten Blick verwunderlich. Android-Tablets schaffen es nicht, mit dem iPad zu konkurrieren. Smartphones gelingt das deutlich besser, allen voran denen aus dem Hause Samsung. Zu den Gründen wird viel geschrieben.

So liege es am Preis, am Format oder an der fehlenden Unterstützung durch Geschäftskunden. Das ist alles richtig, aber nicht hinreichend, um den Misserfolg Androids auf Tablethardware erklären zu können. Ein Misserfolg übrigens, der mit ernsthafter Zuwendung praktisch sofort in eine Erfolgsgeschichte umgeschrieben werden könnte.

Erforderlich wäre ein stärkeres Engagement Googles. Nach wie vor ist der Android Market eine ganz schwache Kopie des App Store. Die redaktionelle Betreuung lässt immer noch stark zu wünschen übrig. Die Auffindbarkeit interessanter Apps gleicht einem Glücksspiel. Das motiviert Entwickler schon als erster Punkt eher weniger zur Programmierung entsprechender Apps.

Das führt direkt zum zweiten Punkt, der fehlenden Verfügbarkeit von Tablet-Apps. Während sich Smartphones auf Androidbasis mittlerweile mit der iPhone-App-Vielfalt messen können, sieht das auf Tablets noch ganz anders aus. Nicht einmal Google fühlt sich berufen, die eigenen Apps, etwa Google+ für den Einsatz auf Tablets zu optimieren.

Schaut man auf die vermeintlich optimierten Apps, so fragt man sich, worin die Optimierung besteht. Android Tabletapps sind in der Regel rudimentäre Umsetzungen mehr oder weniger guter Konzepte, denen es jedoch zumeist an vernünftigen Konfigurationsmöglichkeiten fehlt. Schon die Veränderung der Schriftgröße ist bisweilen eine nicht bedachte Option. Die wenigen guten Umsetzungen reißen das Ruder nicht herum.

Dann fehlt es an Apps, die das Interesse der Nutzer treffen. Dazu gehören sicherlich soziale Magazine wie Zite oder FlipBoard, aber auch die Verlagsangebote. Nichts von alledem kann Android bieten. Mittlerweile bessert sich die Situation. So ist der Spiegel auf Android erhältlich, AutoBild ebenso. Hier ärgert mich allerdings, dass die Verlage den Market umgehen, so dass ich nicht aus dem Market mit den hinterlegten Zahlungsarten erwerben kann. Ich möchte aber nicht bei jedem Verlag ein separates Konto anlegen, bloß weil ich eventuell alle paar Wochen eine Zeitschrift kaufen will. Auf dem iPad muss ich das nicht.

Will ich Filme, Bücher oder Musik kaufen, unterstützt mich das Android-Tablet überhaupt nicht. Es bietet die Möglichkeit schlichtweg nicht, jedenfalls in den meisten Länder der Erde nicht. Auf dem iPad kann ich ein Jahresgehalt und mehr ausgeben, um genau diese Medientypen zu erwerben.

Wenn also die Rede vom Misserfolg der Android-Tablets ist, dann ist es nicht so, dass man vom Scheitern des Konzeptes der Hard- und Software spricht. Vielmehr handelt es sich um ein Problem, das sehr leicht zu beheben wäre, wenn man es denn wollte.

Google könnte etwas tun, tut es aber derzeit nicht. Warum?

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