Bookmarks vom 14. Mai 2009 bis 25. Mai 2009

Was ich dieser Tage im Netz fand::

Symphony und SkyBlueCanvas vorgestellt

Auf Dr. Web gibt es zwei ausführliche Reviews meiner Wenigkeit über die Contentmanagementsysteme SkyBlueCanvas und Symphony. Das eine arbeitet ohne Datenbank rein über das Dateisystem, das andere erfordert fundierte XML-Kenntnisse und ist sicher nicht für jedermann geeignet. SkyBlueCanvas bietet sehr einfaches Templating, Symphony das Gegenteil.

Beide Berichte sind nur über den Plus-Bereich des Dr. Web Magazins erhältlich, also zahlenden Abonnenten vorbehalten.  An dieser Stelle sei übrigens einmal erwähnt, dass ich selber seit Jahren Abonnent des Dr. Web Magazins bin. In dieser Zeit habe ich nahezu alle Print-Abos gekündigt, Dr. Web jedoch stand nie zur Debatte. Für im ersten Jahr 79, in den Folgejahren 69 Euro finde ich in keiner Holzpublikation auch nur annähernd so viele nutzwertige Informationen.

Young Guns – The Weight Of The World

Ein Fest für all diejenigen, denen Gitarrenlastigkeit und Melodiefülle keine Gegensätze bedeuten. Young Guns klingt nach USA, kommt aber aus UK. Wer in diesem Sommer in England ist, sollte sich eines der unzähligen Konzerte, auf denen Young Guns vetreten sind, nicht entgehen lassen. Näheres im MySpace-Profil der Band.

WordPress für Datennomaden

The Nomads and Their CamelsMit der Verbreitung mobiler Datenendgeräte steigen auch die Ansprüche derer Verwender. War es noch vor wenigen Jahren völlig akzeptiert, dass man mobil Websites eben nicht oder nur über spezielle Wap-Sites besuchen konnte, muss man sich heutzutage als ernsthafter Seitenbetreiber schräg anschauen lassen, wenn die eigene Seite in mobilen Browsern unbenutzbar wird.

Schon seit langem werden für das höchst beliebte „WordPress“ (WP) Lösungen entwickelt, die die auf WP basierenden Blogs für den Besucher so umformatieren, dass eine angenehme User-Experience die Folge ist. Dieser Tage trat mit dem „dotMobi WordPress Mobile Pack“ die bislang vollständigste Lösung in den Ring.

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Die Sache mit der Zensursula

senza titoloSeit Tagen gibt es in Blogdorf landauf landab kaum ein anderes Thema als die Internetsperren der Zensursula. Fast minütlich wird der Wasserstand aufgerufen, mittlerweile hat die erfolgreichste Petition seit Einführung des Petitionssystems runde 80.000 Mitzeichner (and counting).

Die Frage, die sich allerdings keiner stellt, ist die nach dem tatsächlichen Erfolg der erfolgreichsten Petition seit Einführung des Petitionssystems. Ich würde diese Frage für die entscheidende halten und die Antwort ist gar nicht so eindeutig positiv.

Die Argumente sind ausgetauscht. Ich will hier auch keinen erneuten Abriss liefern. Wer wirklich die Hintergründe noch nicht kennt, sollte hier, hier oder hier nachlesen. Gegner des Gesetzentwurfes werfen den Initiatoren im Wesentlichen vor, die Problematik zu überspitzen, daraus die falschen Schlüsse und Maßnahmen zu folgern, sowie untaugliche Instrumente zu implementieren. Vordergründig. Eigentlich werfen sie den Initiatoren vor, es gar nicht auf das Thema Kinderpornografie abgesehen zu haben, sondern lediglich die Implementation eines ausbaufähigen Zensursystems vorantreiben zu wollen.

Interessanterweise werden dann nicht unbedingt unumstrittene Beispiele gebracht. So könnte es nach Befürchtung der Gegner schon bald auch um die Sperrung weiterer Seiten gehen. Betroffen sein könnten rechts- und linksradikale Inhalte, Glücksspielseiten, Tauschbörsen. Um es auf den Punkt zu bringen: andere illegale Inhalte! Daraus wird dann der Bogen gespannt zu allgemein „unliebsamem“ Content. So wird dem Netzbürger suggeriert, auch er könnte sich in Bälde auf einer Sperrliste wiederfinden, weil er die Politik der Regierung kritisiert.

Einen größeren Blödsinn kann ich mir in meinen kühnsten Träumen, und ich bin ein fantasievolles Kerlchen, nicht ausmalen. Gestützt wird die hanebüchene Argumentation durch Hinweise darauf, dass die Sperrlisten keiner richterlichen Überprüfung unterliegen. Ein echtes Verschwörungsszenario a la Orwell entsteht. Dabei wird vielerlei vergessen. So hat ein Seitenbetreiber, dessen Inhalte unberechtigt gesperrt wurden, selbstverständlich einen Rechtsschutz und kann richterliche Entscheidungen anstreben.

Auch dem Besucher würde auffallen, dass eine bislang freie Site plötzlich gesperrt wurde, denn derzeit gilt ja noch die Stoppschild-Benachrichtigung. Wie lange würde es dauern, bis eine Diskussion im Gange wäre, ob die Seite X oder Y zum Zielkreis der Maßnahmen gehört haben kann. Man darf nicht so tun, als wäre eine Sperrung das Ende der Geschichte. Und so betrachtet wäre eine Behörde mit dem Klammersack gepudert, würde sie quasi prophylaktisch flächig sperren. Immerhin hat sie nicht die Möglichkeit, die „Mitwisser“ zum Schweigen zu bringen, wie das etwa weiter östlich immer wieder gern praktiziert wird.

Natürlich ist die ganze Gesetzgebungsinitiative eine hanebüchene. Aber. Auch das kann doch nicht wirklich überraschen. Wir befinden uns in der Politik und wann wäre Politik jemals etwas anderes als purer Populismus gewesen? Wir befinden uns zusätzlich im Wahljahr und die Parteien befinden sich im Wahlkampf. Es geht um plakative Maßnahmen und nicht um inhaltliche Substanz. Besser es passiert etwas als es passiert nichts. So wird es Politik sehen und so sehen es sicherlich auch die meisten Bürgerinnen und Bürger. Jedenfalls diejenigen, die sich nicht informieren aka interessieren, mithin mindestens 98 % der Bevölkerung.

Was diese Menschen aber auch sehen, ist, dass es da diese merkwürdigen Internetmenschen gibt, die sich gegen das Eindämmen der Kinderpornografie wenden. Damit spielen die Unterstützer der Petition den Initiatoren in die Hände. Das Internet ist in weiten Teilen der Bevölkerung ohnehin als Sündenpfuhl verschrien und jetzt wehrt sich dieser Sündenpfuhl auch noch gegen seine Austrocknung. Ekelhaft. Insoweit schadet die Petition dem Internet mehr als sie jemals nützen könnte.

Nun könnte man diesen potentiellen Schaden in Kauf nehmen, wenn die Maßnahme an sich auf einen konkreten, greifbaren, dabei auch nennenswerten Erfolg gerichtet sein würde. Wer aber das Wesen der Petition kennt, der weiß, dass eine noch so unterstützte Petition nichts weiter bringt, als dass der Petent Gelegenheit bekommt, sein Anliegen vor dem Parlament vorzutragen. Nichts weiter. Man könnte es auch noch verkürzen und sagen: Nichts. Gar nichts bringt es, dass Frau Heine als Initiatorin im Bundestag 15 Minuten Redezeit erhält. Denn es ist ja nicht so, dass nicht bislang schon, vielleicht sogar größeres, Expertenwissen im Prozess beteiligt war. Man wollte dessen Argumentation wohl nicht folgen. Warum also jetzt? Dieses Faktum müsste eigentlich jeder verständige Mensch mit voll ausgebildetem Frontallappen erkennen.

Und so kommt es, dass die Initiatoren der Gesetzesinitiative gleich zwei Gruppen für sich instrumentalisieren konnten. Die hoffentlich recht kleine Gruppe missbrauchter Kinder und die sicherlich viel größere Gruppe der wohlmeinenden Netzbürger mit Bloghintergrund. Der Schaden für das freie Internet wird immens sein…

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YukSek – Extraball

Eighties meets Metro Station. Der Franzose mit dem zufällig türkischen Namen ist jedenfalls einer, den man sich merken sollte:

Mehr von YukSek? Hier gibt´s den Song Tonight.

Bei MySpace stehen weitere Songs zur Verfügung. Auf Phoenix klingt YukSek wie weiland Gary Numan auf Change Your Mind.

Bookmarks vom 30.04. bis 13.05.2009

Was ich dieser Tage im Netz fand::

Lovebugs – The Highest Heights

Leider ist den Lovebugs größerer Erfolg bislang verwehrt gewährt geblieben. Interessanterweise vertraten sie 2009 ihr Heimatland Schweiz beim Eurovision Song Contest. Soweit ich sehe, das einzige gute Lied am Start. Erstaunlicherweise sind sie bereits im Halbfinale ausgeschieden und werden in der Endrunde am Samstag nicht mehr dabei sein.

Twitter, Rivva, Real Time Web, Micromoney, Blogbashing, Air und das Aus für RSS

Babylon is fallen, is fallen, that great cityDie letzten Webwochen waren turbulent. Ich staunte so manches Mal schon beim ersten Lesen und noch mehr beim zweiten. Dabei ging es teilweise um weniger spektakuläre Ereignisse, wie die Einstellung der Medienlese oder das „Ende“ von Rivva. Teilweise wurde aber auch Existenzielles diskutiert, etwa ob die Googlesuche demnächst abtritt oder ob der Journalismus nun doch stirbt. Zeitgleich sollten angeblich auch die Blogs sterben. Wegen Twitter.

Aber eins nach dem anderen (at Dr. Web).

Creative Commons License photo credit: Desmond Kavanagh

Buddyrunner vs. SportsTracker aka Android vs. S60

Ich bin grundsätzlich ein feiner Kerl. Einer jedenfalls, der allem und jedem immer mehrere Chancen gibt. So erging es auch dem T-Mobile G1. Nachdem ich es zunächst ziemlich verrissen hatte, gab ich ihm eine weitere Chance, musste es aber erneut verreißen. Dennoch, man beachte meinen ritterlichen Charakter, gedachte ich des G1 erneut, als es an die Umsetzung meines alljährlichen Programms „Adidas statt Adipositas“ ging. Im Rahmen dieses Programms schufte ich mich einige Monate ab, um eine akzeptable Strandfigur zu erlangen. Na ja, wer tut das nicht…

Als alter Technikfreak braucht es natürlich einer gerätemäßigen Unterstützung. Einfach nur rennen ist schließlich langweilig. An dieser Stelle kam mir das gehypte Android-Programm Buddyrunner gerade recht. Buddyrunner greift auf das GPS-Modul des G1 zu und speichert die Positionsdaten während des Laufens. Gleichzeitig wertet es daraus die Geschwindigkeit und die zurückgelegte Strecke in Korrelation zur gelaufenen Zeit aus. Am Ende des Trainings speichert man den ganzen Schmockes ab und lädt ihn ins Web zur eigenen Buddyrunner-Trainigsseite hoch. Dort kann man dann ein Trainigstagebuch führen und verschiedene Auswertungen und kartografische Darstellungen  bestaunen.

Gleiches leistet auch das weit weniger gehypte, man könnte sogar sagen weitgehend unbekannte S60-Programm SportsTracker auf meinem Nokia E71. Es kann alles, was Buddyrunner kann und noch viel mehr. Es ist quasi Mandantenfähig, kann also mehrere Sportler verwalten, außerdem kann es zwischen verschiedenen Aktivitäten, wie Joggen, Radfahren oder Nordic Walking unterscheiden. Beiseite. Denn ich will ja nur laufen.

Gestern. Ich starte Buddyrunner und beginne das Training. Buddyrunner hat arge Schwierigkeiten überhaupt Satellitenkontakt zu finden, dabei bin ich an der nahezu höchsten Stelle der Stadt und Sichtbehinderungen gibt es auch keine. Ständig reißt die Protokollierung ab, berechnete Daten erweisen sich als Unfug. Am Ende habe ich angeblich etwas mehr als 900 Meter zurück gelegt und habe dafür über 30 Minuten gebraucht. Im Buddyrunner-Dashboard finde ich später die Antwort. Buddyrunner hat in der Tat nur dann protokolliert, wenn eine GPS-Verbindung bestand und dann auch nur genau solange. Die Map sieht entsprechend so aus (P.S.: Nein, ich kann nicht fliegen.)

buddyrunner-map 

Auch die sonstigen Informationen fallen spärlich aus. Man beachte vor allem die bombastische Grafik:

buddyrunner-infos

Heute. Gleiche Strecke. Ich starte den Sportstracker. Dieser zeigt auf dem Display an, ob er eine GPS-Verbindung hat. Die ganze Zeit über verliert er diese Verbindung nicht. Während des Laufens zeigt er mir die Geschwindigkeit, die Zeit und die gelaufenen Kilometer an, links oben zusätzlich eine kleine Kartenübersicht. Am Ende des Trainings lade ich die Daten in meinen Sportstracker-Account im Web. 

Und nun lassen wir einfach mal die Bilder sprechen:

nokia-map
[ST zeigt die höchste und niedrigste Stelle der Route, sowie die langsamste und schnellste an.]

nokia-infos
[Wer will, kann die Details zu den einzelnen Punkten abrufen.]

nokia-profile
[Und auch die übrigen Auswertungen, hier die Geschwindigkeit in Relation zu Zeit und Höhenmeter, sind aussagekräftiger.]

Unnötig zu erwähnen, dass ich mein Trainingstagebuch mit dem Sportstracker weiterführen werde. Buddyrunner ist völlig unbrauchbar. Übrigens hatte ich zuvor das Update auf Android 1.5 getätigt, damit mir keiner vorwerfen kann, ich hätte mit dem bekanntermaßen schlechteren GPS der Vorversion getestet, um Android eins anzuhängen. Android erweist sich einmal mehr als Haufen heißer Luft. Schöne Fassade, nix dahinter…