Simon Kernick > Gnadenlos

Ein ganz gewöhnlicher Samstagnachmittag. Deine Kinder spielen im Garten. Im Fernseher läuft Fußball. Da klingelt das Telefon. Es ist dein bester Freund aus der Schulzeit. Er fleht um Hilfe. Jemand fügt ihm schreckliche Schmerzen zu. Dein Freund stößt sechs Wörter hervor, die ersten zwei Zeilen deiner Adresse. Dann herrscht Stille. Was wirst du tun? Eine gnadenlose Hetzjagd, ein mörderischer Wettlauf gegen die Zeit, ein atemberaubender Thriller der Extraklasse.

Aufgrund dieses Klappentextes kaufte ich das Buch. Und tatsächlich beginnt es auch recht spektakulär. Richtig ist auch, dass die Story gnadenlos nach vorn getrieben wird. Das ganze Buch besteht aus einer einzigen schnellen Hetzjagd. Ab der Hälfte etwa wird das Tempo zum Selbstzweck. Dann merkt der Leser, dass Geschwindigkeit an sich noch kein Qualitätsmerkmal ist.

Gegen Ende wird dann immer deutlicher, dass die Lücken im Plot nicht mehr logisch zufriedenstellend geschlossen werden können. Aber wenigstens versuchen hätte es der Autor wohl können. Und so endet das Buch, wie es begann: unvermittelt.

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