Der ultimative Wochenrückblick KW 41/42

In dieser Ausgabe des ultimativen Wochenrückblicks widmen wir uns der Finanzkrise, dem Ranicki, dem Schäuble, der DE-Mail, dem Özdemir und so manch anderen und anderem. Außerdem wundern wir uns über die FAZ, den Kuranyi und den Ranicki, sowie über die Füße von Lindsay Lohan. Zum Schluss gibt´s noch etwas Bodypainting und die Antwort auf die Frage, ob Carl Philip von Schweden wieder solo Elche jagt. Na, wenn das mal nicht lesenswert sein könnte…

Schade, dass die heutige Medienwelt so schnell ist. So wusste man schon am Samstag, noch vor der Aufzeichnung des deutschen Fernsehpreises, dass Reich-Ranicki zum verbalen Rundumschlage ausgeholt haben hätte würden. Immer wieder war von einem Eklat die Rede. Dabei hatte der alte Herr nur in für seine Verhältnisse harmloser Art und Weise gesagt, was auch der unbedarfte Zuschauer spätestens ab dem Zeitpunkt, als die Privatsender Preis um Preis abstaubten, gedacht haben dürfte; natürlich ohne die Ranicki-typische rhetorische Verbrämung, die indes auch schon mal besser war. Dass er Gottschalk, dem oberspießigen Unterhaltungskaiser des Boulevardfernsehens, der eigentlich nur noch von Geissen und seiner Horde Hartz4-Talker unterboten wird, dann auch noch das Du anbot – ein schmerzhafter Moment des Fremdschämens.

Schlussendlich hat Ranicki seinen Preis doch noch genommen und eine Sendung bekommen, quasi aus gegebenem Anlass. Wirklich gut aber war nicht der Ranicki. Wirklich gut war die Heidenreich! Wobei ich hinsichtlich des Ranicki natürlich nur beurteilen kann, was ich im Fernsehen sah. Liest man den Erfahrungsbericht der Elke Heidenreich, mag es wohl doch so gewesen sein, dass im am Sonntagabend gesendeten Zusammenschnitt auch der ein oder andere O-Ton Ranickis der Schnittregie zum Opfer fiel. Bleibt zu hoffen, dass die angekündigte Sendung aus gegebenem Anlass live ausgestrahlt wird…

Kommen wir zum zweitwichtigsten Thema des vergangenen Wochenendes, der Flucht des Kuranyi. Wieso können diese intellektuell Zweistelligen eigentlich nicht wenigstens einmal ihre Brocken so durchziehen, dass man am Ende sagen muss „Das war zwar blöd, aber konsequent.“? Was treibt rein körperlich Begabte dazu, irgendwelchen Blödsinn zu veranstalten und sich hinterher dafür zu entschuldigen? Vielleicht gar noch mit den Händen vorm Gesicht, wie just beim Kevin? Eine schwere Fremdschämattacke hätte mich fast zu Boden gestreckt. Ich habe den Mann ja noch nie gemocht. Schon beim Frühstück mit seinen Mannschaftskollegen hat er sich höchstens mal dadurch hervor getan, dass er das Brot rumreichte. Das genügt einfach nicht für einen Einsatz im Nationalteam, speziell nicht, wo die Tische so klein sind, dass eh jeder an den Brotkorb kommt.

Bei der Gelegenheit. Da war ich doch kurzzeitig schwer irritiert, als ich am Samstag in den Nachrichten hörte, T-Mobile habe die Tischtennis-EM gewonnen. Und als ich noch grübelte, wie das denn nun sein könnte, sah ich hinter dem Nachrichtenmann ein Bild des Gewinners unter dem stand „Timo Boll„. Mein Ohrenarzt wird sich freuen, mich mal wieder zu sehen. Weiß übrigens jemand von Ihnen, unter welchen Drogen Witali Klitschko stand, als er gegen dieses nigerianische Dickerchen – ähm – kämpfte? Wobei, fast noch wichtiger erscheint mir die Frage, unter welchen Drogen das nigerianische Dickerchen stand. Fakt ist, es können nicht identische Drogen gewesen sein. Denn während Witali wirkte, als hätte er Blei in den Gliedmaßen und bekäme kaum seine Arme hoch, wirkte Herr Peter zwar diesbezüglich motiviert, letztlich aber irgendwie orientierungslos. Egal, wohin er seine Deckung brachte, sie war immer an der falschen Stelle.

So ähnlich muss sich auch der Grünen-Politiker Cem Özdemir gefühlt haben, als ihm seine Parteifreunde ein ums andere Mal den sicheren Listenplatz für die Bundestagswahl 2009 versagten. Nach der zweiten versäbelten Kampfabstimmung soll er nach Hause gefahren sein. Dabei hatte er zumindest deutlich mehr Glück als der BZÖ-Chef Jörg Haider, dessen konkretes Ansinnen dem des Özdemir zwar glich, in der Ausführung jedoch immense Unterschiede aufwies. Dass man nicht notwendigerweise sein Leben aushauchen muss, bloß weil man vor die Wand fährt, zeigen einem dieser Tage die internationalen Banker. Wie so oft tragen diejenigen, die weiter hinten im Wagen hocken, weit mehr Schaden davon als die am Steuer Sitzenden. Zum Glück für die Steuerleute können sie jederzeit auf loyale Politiker, wie Herrn Kauder zurückgreifen, die schon dafür sorgen, dass persönliche Verantwortlichkeit auch weiterhin ein Fremdwort im Spitzenmanagement bleibt. Und dass sie dabei dreist versuchen, die politische Verantwortung auf Politiker der LINKEN, wie Oskar Lafontaine zu projizieren ist bloß schlechter Stil, also business as usual.

Apropos schlechter Stil. Auch am Samstag in Berlin gewesen? Nein? Warum denn nicht? Sie haben wohl nichts zu verbergen was? Na ja, ich will da gar nicht drauf rumhacken, muss ja jeder selber wissen. Jedenfalls waren am Samstag ein paar Leute in Berlin. Bloß über die Anzahl ist man sich wohl nicht einig. Netzpolitik spricht von 50.000 Menschen, auch Lanu will jedenfalls mehr als 15.000 Leute gefühlschätzt haben, während Burks die Zahl von 15.000 Personen, mithin das Vorjahresniveau für eine realistische Größenordnung hält, dies auch auf einer Bierdeckelrechnung (Friedrich-Merz-Gedächtniszettel) grob nachweist und noch einige weitere interessante Einblicke in den AK Vorrat gewährt. Schade eigentlich, dass sich die selbsternannten Bewahrer der Demokratie stetig selbst zerfleischen müssen und so in der Öffentlichkeit nur noch als Witzfiguren wahrgenommen werden können. Dadurch wird es den Mainstreammedien unnötig leicht gemacht, selbst Massenveranstaltungen, wie die Demo für den Datenschutz zu ignorieren.

Ohnehin gehen die Mainstreammedien, wie die altehrwürdige FAZ, viel lieber her und erzeugen unter hanebüchenen Titeln wie „Finanzkrise: Warum Amerika dennoch Bewunderung verdient“ halbseidene Klickstrecken mit Bildchen aus der Regenbogen- und Texten aus Uli Kasulkes Schrottpresse. Glücklicherweise gibt es auch Ausnahmen, wie den durch und durch wahren Kommentar „Zur Lage der Nation“ im Süddeutsche Magazin, in welchem sich der Autor Stadler die berechtigte Frage stellt, warum in Zeiten, in denen der Turbokapitalismus zeigt, wozu er taugt, nämlich zu gar nichts, ausgerechnet die FDP verstärkten Wählerzuspruch erfährt. Sind am Ende doch die Wähler doof, wie ich vor Jahren bereits zu vermuten wagte?

Finanzkrise, Angst vor der Zukunft, Verunsicherung – ein gefundenes Fressen für Innenminister Schilyäuble. Sicher will er es machen, unser Leben. Und zwar in jeder Hinsicht, vor allem aber in digitaler. Deshalb können wir in einigen Jahren, wenn man wahrscheinlich schon wieder nicht mehr per E-Mail kommuniziert, offizielle E-Mail-Adressen des deutschen Staates bekommen. Damit soll es dann keine Identitätsprobleme mehr geben. Man kann sicher mit den Behörden kommunizieren, sicher einkaufen, sicher ebayen und sicher auf die Schnauze fallen, wenn der Steuerfahnder mit den Ausdrucken der Ebay-Transaktionen vor der Türe steht und nach den ensprechenden Steuererklärungen fragt. Aber – grundsätzlich – ist das natürlich eine tolle Idee vom Wolfgang. Sagt jeder Sicherheitspolitiker…

Weiß übrigens einer, warum die Lindsay Lohan jüngst irgendwo gut gebräunt, aber mit total bleichen Füßen aufgekreuzt ist? Ich sage nur, ich wäre mit Domestos als Einreibung bei Fußgeruch generell vorsichtig. So. Wer bis hierhin durchgehalten hat, weil er/sie noch unbedingt was zum Thema Bodypainting lesen wollte, hat Pech gehabt. Denn dieses Thema interessiert mich nun überhaupt nicht, übrigens ebenso wenig wie die Frage nach dem Beziehungsstatus eines Carl Philip von Schweden.

Mal was anderes. Weiß jemand, ob Emma Pernald noch zu haben ist?

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