Der Anfang ist gemacht

Ihr braucht mir nicht zu erzählen, wie hemdsärmelig das hier alles noch aussieht. Ich werde in den nächsten Tagen noch alle Hände voll zu tun haben. Aber ein Anfang ist jedenfalls gemacht.

Das Theme wird erstmal eine Weile bleiben, natürlich schraube ich es noch ein bisschen individueller und hübscher. Auf längere Sicht wird eines der hippen Magazinethemes hier seinen Dienst verrichten müssen, denn auf längere Sicht ist dieser Blog als Multiautoren- und dementsprechend Multithemenblog geplant.

Was es hier nicht mehr geben wird, sind kurze Rotzkommentare, wie sie bisher bei dpetereit.de doch recht häufig vorgekommen sind. Blogmanufaktur soll ein Hort längerer Texte und Diskussionsbeiträge werden. Natürlich subjektiv, aber balanziert. Ernsthaft, aber auch spaßig soll es zugehen und wer weiß, vielleicht wird ja doch irgendwann noch ein Portal draus.

Natürlich gibt es auch weiterhin rotzige Kommentare zum Tagesgeschehen meinerseits. Diese finden sich jedoch auf einem ganz anderen Blog. Nicht selbst gehostet, verpseudonymisiert und klartextiger than ever. Naheliegenderweise kann ich die Adresse des Blogs hier nicht promoten 😉

Wäre schön, wenn Ihr mich auch weiterhin so fleißig lesen würdet, wie bisher.

Übrigens basiert BlogManufaktur auf Teilen des Bloghaus-Contents. Ich habe allerdings, um dem Konzept zu folgen über die Hälfte der dortigen Beiträge gelöscht und bin auch noch nicht fertig damit. Ich schätze mal, dass letztendlich runde 500 dpetereit.de-Beiträge von über 1.600 in der BlogManufaktur bleiben werden.

Viel WordPress, wenig Barcamp

Was ich heute im Netz fand:

  • 20 Best WordPress Themes For Small Business :
    Der Blog „Best WordPress Themes“ liefert eine interessante Liste von 20 WP-Themes, die sich speziell für kleine Unternehmen oder Freiberufler eignen. Mehr als die Hälfte der Themes ist gar kostenlos und es sind einige schicke Teilchen dabei…
  • WordPress Theme Authenticity Checker :
    In jüngster Zeit ist WP wieder ein bisschen ins Gerede gekommen, weil ältere Versionen sich als quite hackable erwiesen haben. Theme Lab hat ein Plugin ausgegraben, mit dem sich verdächtiger Code in Themedateien aufspüren lässt. On Top liefert das Plugin auch noch eine Liste aller externen Links aus den Themedateien. Nützlich…
  • Infinity WordPress Theme Review :
    Was toll aussieht, muss nicht immer toll sein. Theme Lab hat sich das Theme „Infinity“, herausgegeben von Smashing Magazine näher angesehen und dabei durchaus etliche Fehler und Probleme gefunden…
  • Plugin: Flash Based Tag Cloud in 3D with WP-Cumulus :
    Blog Perfume stellt ein WP-Plugin vor, dass endlich dem Namen Tagcloud eine dynamische Dimension verleiht. Flashbasiert schweben die Tags über den Screen. DAS Plugin für alle Tagfanatics.
  • Notepad Chaos: A Free WordPress Theme :
    Smashing Magazine liefert wieder ein kostenloses Theme für WP ab. Wie immer grafisch überzeugend. Ich überlege gar, dieses Theme für meine neues abgespecktes blogmanufaktur.de zu verwenden. Wait and see.
  • Barcamps – Hartz4 für Fortgeschrittene :
    Klare Worte zum Barcamp-Hype. Zumindest kann man die Position nicht missverstehen, womit die Schwankungsbreite zwischen Befürwortern und Gegnern noch etwas gedehnt worden sein dürfte…

Nero Image Drive?

Als rechtmäßiger Verwender einer Nero-Lizenz habe ich mich über die Jahre an das Programm Image Drive gewöhnt. Image Drive kann ISO-Dateien als Laufwerk öffnen, so dass man sich das Brennen von CD oder DVD sparen kann. Nützlich beispielsweise bei Dateien wie der Open Source DVD oder ganz allgemein, wenn man CD/DVD im ständigen Zugriff braucht, aber nicht das Laufwerk blockieren will. ISO erstellen, mit Image Drive mounten, fertig.

Nachdem ich vor einiger Zeit auf Vista umgestiegen war, wollte ich gestern meine Nerolizenz wieder installieren, vor allem, um Image Drive zu nutzen. Die Installation lief einwandfrei. Allerdings war die Überraschung groß, als ich eben dieses Programm starten wollte. Ich konnte es nämlich nicht finden. Intensive Suche.  Nichts.

Google führte mich dann zu Seiten, die mich mit der im Grunde unfasslichen Information versorgten, dass Nero es bis jetzt nicht geschafft hat, Image Drive unter Vista zum Laufen zu bringen. Nicht einmal die aktuelle Version 8 ist auf diesem technischen Stand.

Umso erfreulicher, dass es auch noch fähige Programmierer, wie die der Elaborate Bytes AG gibt. Klingelt da was? Genau. Elaborate Bytes, besser bekannt als Elby haben die furiose Software CloneCD erschaffen und dann wegen der geänderten Urheberrechtsbestimmungen hernach an die karibische SlySoft abgegeben.

Die Jungs von Elby also haben geschafft wozu die Neros offenbar nicht in der Lage sind und legten dieser Tage ein schickes Stück Software namens VirtualCloneDrive vor. Es erfüllt exakt den gleichen Zweck wie Image Drive mit dem feinen Unterschied, dass es auch unter Vista läuft. Noch schöner ist, dass Elby nicht mal Geld dafür sehen will, während Neros Bolide satte 60 Euronen kostet.

Langer Rede, kurzer Sinn. ISO- und andere Images mounted der schlaue Netznutzer mit VCD. Vorher muss er es sich allerdings herunterladen, zB bei Chip Online. Viel Spaß damit.

Bookmarks vom 10. bis 15. August 2008

Was ich dieser Tage im Netz fand::

Beschneidung hilft nicht gegen AIDS

Was kommt der uns jetzt mit so einer Nichtinformation, werden Sie sich fragen, während Sie diesen Artikel anlesen. „Journalismus!“ Rufe ich Ihnen deshalb zu. Journalismus ist ja bekanntlich die Kunst, über etwas zu schreiben, was man noch nie gesehen hat und/oder von dem man nicht die geringste Ahnung hat. Ein Paradebeispiel für diese Kunst des Journalismus lieferte kürzlich die Redaktion des amerikanischen Eltern-Fachmagazins „Mothering“ mit seiner Titel(!)geschichte „Circumcision does not prevent HIV“.

Glauben Sie nicht? You´d better do:

Bookmarks vom 9. bis 10. August 2008

Was ich dieser Tage im Netz fand::

Bookmarks vom 8. August 2008

Was ich heute im Netz fand:

Laut gelacht, trotzdem…

chevy_poster.jpg

Fed Up With Feedly

Es kam mir von Beginn an nicht zwingend logisch vor, dass ich eine weitere Oberfläche über die Oberfläche des Google Reader legen sollte. Noch dazu eine, die der Übersichtlichkeit eine Dimension hinzufügt, die man schon fast als unübersichtlich bezeichnen muss.

Mag sein, dass Feedly für Leute interessant ist, die innerhalb ihrer Feeds nicht mehr weiter nach Relevanz priorisieren. Solche also, die im Grunde alles durchlesen. Denn das gezielte Scannen einzelner Feeds ist nicht die Sache von Feedly. Warum auch? Es gibt ja den GReader.

Stylisher sieht Feedly natürlich aus. Das muss ich einräumen. Ein schönes Beispiel dafür, dass zwischen Optik und Funktionalität nicht zwingend ein Zusammenhang besteht.

Der Spiegelfechter

Ein Teil der Kritik an der deutschen Blogosphäre ist sicherlich gerechtfertigt. Es gibt ihn nämlich, den Selbstüberschätzer par excellence. Den Blogger, der sich für omnikompetent hält und glaubt, über alles und jedes Thema eine qualifizierte Meinung, wie auch eine pseudoobjektiv wirkende Bewertung zum Besten geben zu können.

Es gibt einige dieser Spezies, aber heute möchte ich eigentlich nur auf den Spiegelfechter Jens Berger hinaus. Im richtigen Leben, dem Vernehmen nach, Öffentlichkeitsarbeiter (Was auch immer das konkret bedeuten mag. Vom Flyerverteiler an der U-Bahn bis zum PR-Strategen ist alles denkbar.) für einen kommunalen (Energie-)Versorger, mutiert er in den Stunden seines Feierabends zu einem Experten der Welt-, der Innen-, der Außen-, der Gesundheitspolitik. Sogar zum Experten für inneramerikanische Angelegenheiten ist er schon geworden, vom Nahost-Konflikt natürlich auch nicht zu schweigen. Scholl-Latour ist ein Niemand gegen Berger.

Auch die anderen als Experten renommierten ständigen Entäußerer, meist beschäftigt bei irgendwelchen einschlägigen Stiftungen, (Nicht-)Regierungsorganisationen oder Redaktionen können Berger in seiner umfassenden publizistischen Vielfalt nichts adäquates entgegensetzen. Berger ist der Mastermind des politischen Themas.

Ich räume ein, dass ich zu Beginn auch gern den ein oder anderen Beitrag des Spiegelfechters gelesen habe. Da schien mir noch eine gewisse thematische Homogenität gegeben.  Allerdings klingelte irgendwann überlaut die Alarmglocke in meinem Oberstübchen. In etwa so, wie sie klingeln würde, wenn mir mein Internist anböte, zusätzlich mein Firmennetzwerk zu betreuen, meine Steuererklärungen zu optimieren und mich in Rechtsfragen zu beraten. Selbstverständlich könnte ich bei ihm auch stets frisches Fleisch zu günstigen Konditionen kaufen und wenn ich mal in den Urlaub wollte, hätte er da noch seine Reiseagentur.

Allein in den letzten zwei Wochen ging es bei Berger um China, Iran, Kuba, Glos Konjunkturprogramm, den Nichtraucherschutz, Medwedew, Condoleeza Rice, sowie die Krise der US-Finanz- und Immobilienmärkte. Und das alles in einer Schreibe und einer Lengthiness, wie man sie nur von ausgewiesenen Experten zum jeweiligen Thema erwarten würde.

Mich stört das deshalb, weil sämtliche Berger-Texte den Eindruck vermitteln und sicherlich vermitteln wollen, da schriebe ein Experte nicht nur seine Meinung, sondern eine objektive Wahrheit hin. Und spätestens an diesem Punkt sind wir nicht mehr bloß beim Thema Meinungsäußerung, sondern da beginnt eine Form politischer Propaganda.

Insofern ist es interessant, dass Berger selber in seinem About behauptet, er sei sozusagen der Counterpart der an allen Orten anzutreffenden Spiegelfechter aus der öffentlichen Politiklandschaft. Zitat:

Mittlerweile wird es immer schwerer in den Medien Wahrheit von Spin oder vorsätzlicher Lüge zu unterscheiden.Spiegelfechtereien sind es mit denen die Medien uns beschäftigen.

Auch wenn man diese Aussagen nicht falsch finden wird, ist sein Blog dennoch nicht Teil der Lösung. Der Spiegelfechter fügt den Spiegelfechtereien nämlich lediglich eine weitere hinzu und steht nicht einmal dazu, sondern gibt sich „neutral“. Zitat:

Ich versuche parteipolitisch neutral zu bleiben, was meist heißt, dass alle Parteien ihr Fett wegkriegen.

Wieso aber wird Berger in Blogdorf dennoch als einer der Top-Politikblogger gehandelt? Das hat sicher mit Blogdorf mehr zu tun als mit Berger. Guck mal, die Bloggerei ist doch was großes. Da haben wir einen in unseren Reihen, der hochtrabendes Zeug schreibt und der wird damit auch von den größeren Medien wahrgenommen. Dass gerade die Darstellung Bergers im seinerzeitigen Spiegel-Artikel mehr eine (berechtigte) Verhohnepipelung als alles andere war, nimmt der durchschnittlich intelligente Blogger vermutlich dabei gar nicht wahr.

Ich jedenfalls werde auch in Zukunft nicht meinen Steuerberater konsultieren, wenn ich Oberbauchbeschwerden habe. Und das empfehle ich den geneigten LeserInnen ebenfalls…

Trigami auf dem absteigenden Ast

Trigami hat sich definitiv mit der inzwischen wilden Vielfalt verschiedenster Werbemöglichkeiten neben dem ehemaligen Kernprodukt „Text-Review“ selbst mindestens ins Knie geschossen. Gab es im letzten Jahr im Grunde kaum eine uninteressante Kampagne, gibt es umgekehrt in diesem Jahr kaum eine interessante.

Hinz und Kunz versuchen sich die Kosten für die teurere Text-Review zu sparen und beauftragen stattdessen Sampling, Werbetexte, Banner und was für Mist da noch zur Verfügung steht. Die angebotenen Honorare liegen deutlichst unter dem bisherigen Niveau, betragen sogar bisweilen NULL Euro. Stattdessen soll man ein nutzloses Produkt für noppes erhalten und sich ein Bein ab- und einen Text rausfreuen.

Mag sein, dass es für die Betreiber noch wie geschnitten Brot läuft. Die seriöseren Blogger werden sich jedoch über kurz oder lang zurückziehen und was dann bleibt, sind die vorpubertären Schmierereien diverser nicht mal halbwegs der deutschen Sprache mächtiger Intellektverhinderter, von denen es pro Kampagne hunderter braucht, um überhaupt relevante Besucherzahlen zusammen zu bekommen.

Erstaunliche Preisunterschiede

Das örtliche Blättchen Iserlohner Kreisanzeiger (IKZ), zugehörig zur WAZ-Gruppe, betreibt eine ganz erstaunliche Preisstrategie hinsichtlich seiner Familienanzeigen. Man dreht den Spruch „Na, die nehmen es aber von den Lebendigen“ quasi in sein Gegenteil um.

Eine Geburtsanzeige beispielsweise kann man online aufgeben. Dabei hat man die Wahl zwischen verschiedenen Bausteinen, kann aber auch völlig eigene Layouts beauftragen. Die Geburtsanzeige erscheint in der Rubrik Familienanzeigen. Wählt man die gängige Größe von 3 Spalten Breite und 106 mm Höhe zahlt man dafür schlanke 54,68 Euronen inklusive Mehrwertsteuer für einmaliges Erscheinen.

Eine Todesanzeige kann man nur in der Geschäftsstelle persönlich aufgeben; angeblich aus Kontrollgründen, da sonst jeder jeden pressemäßig für tot erklären könnte (eine Sterbeurkunde, die einzig der Beweis der berechtigten Ernsthaftigkeit sein könnte, muss man aber nicht vorlegen). Die Todesanzeige wird dann vor Ort aus Bausteinen zusammengestöpselt und erscheint ebenfalls in der Rubrik Familienanzeigen, je nach Füllstand der Zeitung bisweilen sogar auf der gleichen Seite. Wählt man auch hier die gängige Größe von 3 Spalten Breite und 106 mm Höhe zahlt man dafür allerdings nicht die schlanken knapp 55 Euronen, sondern ein Vielfaches davon, nämlich satte 241 Euro.

Klingt komisch, ist aber so…

Früher war alles besser

Gut. Vielleicht nicht alles, aber jedenfalls das Fernsehprogramm. Sicherlich bin ich derzeit etwas sensibler als sonst und von daher besonders hellsichtig, aber das tut der Hellsichtigkeit an sich ja keinen Abbruch.

Jedenfalls zappte ich heute abend kreuz und quer durch die deutsche Fernsehlandschaft und fand nur Mist soweit das Auge reichte. Die drölfundzwumfzigste Wiederholung von Irgendwas hier, da und dort, oder billigst produzierte Pseudoshows mit den immer gleichen Schnarchnasen oder noch schlimmer dem Geissen.

Ich hatte es nicht beabsichtigt, aber mein Hirn sehnte sich plötzlich in die Siebziger zurück. Die Zeit, in der noch aufwändige Shows produziert und nicht rund um die Uhr gesendet wurde. Die Zeit, in der man noch nicht komisch angeschaut wurde, wenn man sich kritisch zu Schönheitsoperationen und dem Verschwinden jeglicher Moralkodizes äußerte. Die Zeit, in der nicht ständig irgendwelche selbsternannten Jourtnalisten auf der Jagd nach der nächsten nackten Prominententitte waren. Irgendwie war nicht nur die Fernsehlandschaft überschaubarer, sondern auch der gesellschaftliche Kosmos insgesamt. Ein Zusammenhang wird nicht zu leugnen sein.

Vom heutigen Senderportfolio profitieren nur die Sender selbst. Qualität und Anspruch gibt es dort nur insoweit, als es zum Erreichen eines Mindestmaßes an Zuschauerzahlen unbedingt erforderlich ist. Dies nicht etwa den Zuschauern zuliebe, sondern lediglich als Öffner für die Werbebudgets der Industrie. Für den Konsumenten hat das heutige System keinerlei, aber auch wirklich keinerlei Vorteile.