Dastronauten.de – Dieterchens Mondfahrt

[Trigami-Review]

xwingTief im Innersten habe ich schon immer geahnt, dass ich irgendwann einmal die Chance bekommen würde, meine Blase aufgrund defekter Weltraumtoiletten direkt in den Orbit zu entleeren. Jetzt ist es soweit. Ich werde die Erde aus einer Höhe von gut 110 Kilometern betrachten können.

Zwar wäre mir ein Flug mit meinem Lieblingsfahrzeug aus Star Wars, dem X-Wing lieber, aber ich will mal nicht zu hohe Ansprüche stellen. Bekanntlich schaut man einem geschenkten Weltraumflug nicht ins Maul, oder wie das heißt.

Wie kann sich jetzt der Petereit einen Flug im Wert von 200.000 Dollar leisten, höre ich doch schon wieder die miesepetrigen Blogleser fragend denken. Ganz einfach! Ihr bezahlt den. Toller Plan, oder? Und dabei nicht mal abwegig, denn dieses Konzept gibt es wirklich.

Die im Werden begriffene Community Dastronauten.de der in Gründung befindlichen Firma Netbridge.tv will genau das erreichen. Ich soll auf Kosten der Community ins All fliegen und mich fortan Astronaut nennen dürfen. Klar, dass ich da großes Interesse dran habe. Alles, was ich tun musste, war, mich dort zu registrieren, ein Profilbild hochzuladen, ein paar Fragen zu beantworten und noch ein paar Bilder hochzuladen.

Jetzt könnt Ihr mein Profil besuchen und ab Ende Juni per SMS für mich abstimmen. Darum darf ich übrigens mit Bestimmtheit bitten, denn hierin besteht für mich der Haken. Simsen nicht genügend Leute meine ID an den Betreiber, könnte der meinerseits bereits fest eingeplante Weltraumflug doch noch scheitern. Wäre natürlich unschön, das.

Soeben erinnert mich der Betreiber per sanftem Tritt in meinen Astronautenhintern daran, dass ich bestimmte Informationen doch bitte nicht unterschlagen möge. Also bitte, wenn es denn sein muss, weise ich darauf hin, dass natürlich jeder mitmachen kann. Die Teilnahme ist – bis auf die Abstimmungs-SMS – kostenlos. Die ganze Aktion ist als Wettbewerb ausgestaltet. Der- oder diejenige mit den meisten SMS-Votes fliegt ins All. Eine SMS kostet 50 Cent und der Wettbewerb ist beendet, wenn die Kosten reingesimst wurden.

Stellt sich nach einigen Monaten heraus, dass der Ticketpreis voraussichtlich auch am Sankt-Nimmerleinstag noch nicht reingesimst sein wird, spendet der Betreiber die bisherigen Einnahmen an die Stiftung „Jugend forscht“ und diese ganze Astronautensache ist geplatzt. Was ich hinsichtlich des Spendenempfängers ehrenwert, aber natürlich völlig unnötig finde, weil sich selbstverständlich genügend Leute finden werden, die mich ins All simsen wollen. (Ihr werdet Euch doch wohl nicht lumpen lassen. Nicht mal eine halbe Million SMS sind erforderlich.)

Ja, Herr Lupp, ich schreib´s ja jetzt… Die Anmeldung, um noch einmal darauf zurück zu kommen, ist für jedermann kostenlos möglich und geht einigermaßen zügig vonstatten, obschon die Betreiber eine ganze Reihe Pflichtfelder, die allerdings unkritisch sind, also keine Spielwiese für Datenschützer bieten, vorgesehen haben. Optisch ist die Website ziemlich allumfassend (oh, Meister des Wortes, ich huldige Dir), wenn auch nicht im Ansatz web-zwonullig. Mir grundsätzlich wurscht, wenn alle Funktionen übersichtlich und schnell erreicht werden können. An dieser Stelle habe ich keine Kritikpunkte zu äußern. Das Voting selbst hat noch nicht begonnen. Ein Urteil darüber kann ich mir also heute nicht erlauben. Bisweilen wird Kritik am Anmeldevorgang laut. Dieser dauere mit bis zu fünf Minuten einfach zu lange. Für mich nicht nachvollziehbar. Wer sich für lau in die Umlaufbahn bringen lassen will, wird wohl ein paar Minuten seiner Lebenszeit dafür aufwenden können. Und wer´s nicht will, der lässt es doch direkt. Es gibt keine Teilnahmeverpflichtung.

Jetzt mal unter uns Pastorentöchtern. Als ich vom Angebot Dastronauten.de erstmalig hörte, war ich sicher, da erlaubt sich jemand einen Scherz mit mir. Nachdem ich aber sämtliche Texte auf Dastronauten.de gelesen und den Hintergrund des Machers Christian Lupp ergooglet hatte, war ich mir umgekehrt sicher, dass da doch eine gehörige Portion Ernst und kein bisschen Abzockementalität hinter dem Projekt steckt.

Natürlich versucht sich mit diesem waghalsigen Einstieg die Firma Netbridge.tv als Medienmacher zu etablieren. So heißt es denn auch auf deren Website: „Wir liefern brandneue, interaktive Formate für Internet, Mobilfunk, IP-TV und Fernsehen…“ und verspricht „Weitere spektakuläre Wettbewerbe sind bereits in der Pipeline“. Ich bin gespannt und wünsche den Netbridgern viel Erfolg mit ihrem Erstling. Schon aus reinem Eigeninteresse 😉


3 Gedanken zu „Dastronauten.de – Dieterchens Mondfahrt

  1. Dieter,
    ich wäre froh, wenn Du Dich mal für EINE Persönlichkeit aus Deinem vielfältigen Repertoire Deiner geistigen Vielfalt entscheiden würdest.

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