Jugend

Keine Zukunft hätte die, wird kolportiert. In einer ganz schwierigen Situation seien die deshalb, kaum Ausbildungsplätze stünden zur Verfügung und außerdem gäbe es auch ansonsten kaum Angebote für die heutige Jugend. Kein Wunder würden die aggressiv.

Schaue allerdings ich mich um, dann sehe ich nur behütete Prinzen und Prinzessinnen, denen jeder Wunsch von den Augen abgelesen und die vor jeglichem Unbill mit Zähnen und Klauen verteidigt werden, was den lieben Kleinen in vielen Fällen leider überhaupt nicht bekommt.

Und selbst da, wo ich nicht in die Familien schauen kann, kann ich zumindest die vorgebliche Angebotslosigkeit überhaupt nicht nachvollziehen. Auf einem Quadratkilometer befinden sich hier ein gutes Dutzend Fußball-, Basketball-, Spiel, Bolz-, Versammlungsplätze.

Dazu kommen mindestens zwei Dutzend Angebote von Vereinen und anderen Trägern zu Themen wie Sport, Kultur, Kunst, Spiel und sonstigem. Zu meiner Zeit gab es ein Angebot auf zehn Quadratkilometern und auch die Suche nach Ausbildungsplätzen war nicht weniger schwierig. Dennoch haben wir beispielsweise nicht mit Steinen auf Kirchen geworfen.

Das Problem liegt natürlich nicht nativ bei den Jugendlichen, sondern bei deren Eltern, aber auch der Gesellschaft an sich. Zu meiner Zeit gab es in der Schule noch Ohrfeigen und –  noch schlimmer –  Kopfnüsse. Bautest Du Mist > Kopfnuss. Über eine längere Strecke entwickeltest Du ein gutes Gefühl dafür, was zu Sanktionen führt und was nicht. Heute verboten, seit 2000 sogar BGBlich verbrieft.

It takes a village to educate a child, sagen die Engländer. Und ich glaube nicht, dass das so gemeint ist, dass alle villagepeople den children immer nur sagen sollen, wie toll sie und wie doof alle anderen sind…

3 Gedanken zu „Jugend

  1. ein schwieriges Thema. Schätze mal, Du hast keine Kinder?
    „Früher“ gab es z.B. auch mehr Möglichkeiten für die Kinder, in Ruhe draußen zu spielen. Hier ne Baulücke, da ne Straße, da n Wald.
    Heute ist alles zugebaut, in 30er Zonen wird durchgängig 50 gefahren ohne dass sich einer der Fahrer einer Schuld bewusst ist und im Wald? Man vermutet ja heute hinter jeder Ecke einen Kinderschänder.
    Früher waren die Kinder auch durch die großen Gruppen geschützt, in denen sie unterwegs waren. Seit dem Pillenknick hat kaum ein Kind noch Geschwister, was dazu führt, dass das eine Kind das ein und alles der Eltern ist und dass das Kind keinen sozialen Umgang erlernt. Diese Einzelkinder ist stellen die Eltern von heute. Warum sollten sie es anders machen als ihre Eltern? Woher sollen sie es denn haben?
    Auch wenn ich Fontane nicht sonderlich mag, aber „ein weites Feld“ ist schon ein toller Spruch und hier absolut passend…

  2. Heute ist alles zugebaut. Wo wohnst Du? In NYC? Geh mal in den Central Park.

    Ich habe übrigens nicht ein Kind, sondern derer drei. Bei Gelegenheit werde ich mich noch einmal wesentlich ausführlicher zu der Thematik äußern.

  3. Klar ist alles zugebaut. Wohne inner eigentlich recht grünen Großstadt. Aber gehts Du innen Park musst Du aufpassen, dass Du nicht in Spritzen trittst, und das selbst in „wohlhabenden“ Stadtteilen.

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