Gimahhot erweist sich als nutzlos

Gimahhot-LogoKlingt ein bisschen hart, wenn ich es so vor mir lese. Relativiere ich es lieber noch ein bisschen. Gimahhot ist insofern nutzlos, als man dort nach meinen verschiedenen Tests keine günstigeren Preise als anderswo realisieren kann. Inwieweit die Abwicklung des eigentlichen Kaufvorgangs über den Treuhänder Gimahhot letztlich der Knüller mit den massiven Vorteilen ist, kann ich nicht beurteilen, weil ich mir bisher noch mit keinem Händler einig werden konnte.

Jüngstes Beispiel: Ich will endlich mein E65, hergestellt durch die brutalstmöglichen Kapitalisten der Branche, aus gegebenem Anlass los werden. Also suche ich nach Alternativen, wobei mein besonderer Augenmerk darauf liegt, das neue Handy als UMTS-Funkmodem für mein DELL Inspiron 1525 in spe unter Linux (!) verwenden zu können. In diversen Foren wird das Sony Ericsson K530i als für diesen Zweck geradezu prädestiniert beschrieben. Haben will!

Flugs bei Guenstiger.de geschaut, was momentan Preis ist: runde 130 Schlappen, eine durchaus sehr überschaubare Größenordnung, zuzüglich Versandkosten selbstredend. Einen Klick weiter, bei Gimahhot, dem ich angekündigtermaßen eine erneute Chance geben will, sieht die Lage allerdings ganz anders aus. Einen krummen Betrag von 177,53 Euronen will der Händler dort vereinnahmen. Macht nix, denke ich, darin liegt ja gerade die Stärke des Konzepts und gebe mein Gebot ab: 130 Euronen.

Einige Zeit später teilt mir Gimahhot mit, man habe alle in Frage kommenden Händler über mein Gebot informiert. Verkaufen wolle zu dem Kurs indes keiner, ich möge überlegen, ob ich mein Gebot erhöhen will. Ich erhöhe auf 140 Euro, weil bei Gimahhot die Versandkosten stets im Preis sind und ich die bei anderen Händlern noch draufrechnen müsste. Einige Zeit später ereilt mich just dieselbe E-Mail erneut. Immer noch keiner verkaufsbereit. Ich überlege und erhöhe auf meinen Maximalpreis: 150 Euro. Zu diesem Preis kann ich das K530i inklusive Versandkosten an jeder Ecke bekommen und so bin ich sicher, jetzt den Verkaufswillen der Gimahhotties getroffen zu haben. Umso erstaunter macht mich das Eintreffen der bereits sattsam bekannten E-Mail einige Zeit später.

Nun, werte Gimahhotties, eine weitere Erhöhung wird es nicht geben. Die Bestellung ist soeben raus gegangen. Wenn Ihr schon nicht günstiger anbietet als andere, was der Erwartungshaltung eines Kunden an eine Warenbörse eh schon nicht entspricht, solltet Ihr wenigstens darauf achten, dass Ihr nicht auch noch deutlich teurer seid. Wo soll denn da noch der Nutzen für den Kunden herkommen? Und kommt mir nicht mit der Treuhandgeschichte etc. Wenn ich unsicher bin, ob der Händler auch wirklich liefern wird, investiere ich die paar Euro in Nachnahmegebühren und was die Serviceabwicklung betrifft, ist Gimahhot eh außen vor.

So wird das nix mit Hand drauf…

[Logo: Gimahhot]

7 Gedanken zu „Gimahhot erweist sich als nutzlos

  1. Hallo Dieter!

    Vielen Dank für deine ausführliche Kritik und deinen ausführlichen Test. Wir nehmen das sehr ernst und arbeiten ständig daran, noch besser zu werden.

    Der Hauptgrund für den von dir beobachteten Effekt ist leider, dass wir noch etwas zu klein sind und sowohl zu wenig Käufer als auch Verkäufer haben, um richtig Bewegung in die Preise zu bekommen.
    Die großen Preisvergleiche wie guenstiger.de haben ein vielfaches der Anzahl unserer Händler und deswegen ist auch für fast jedes Produkt irgendwo ein „verrückter“ Händler dabei, der – warum auch immer – (fast) unter dem Einkaufspreis verkauft.

    Versprochen, wir arbeiten hart daran, diese Situation zu verbessern und mehr Händler mit günstigeren und auch flexiblen Preisen auf Gimahhot zu bekommen.

  2. Erst einmal muss ich eines sagen: Teilsouveräne Antwort. Glückwunsch dazu.

    Weniger souverän dann allerdings, günstigere Händler als latent verrückt zu bezeichnen. Was übrigens im Falle des K530i auch unzutreffend ist. 130 bis 150 Euro verlangen ein Großteil der per Preisvergleich auffindbaren Händler, wobei auch kaum ein Vormundschaftsaspirant dabei zu sein scheint.

    Preise damit zu rechtfertigen, dass der günstigere ein schlechter Kaufmann sein muss, ist ein bisschen billig. Ehrlich gesagt…

  3. Du hast natürlich recht. Das Problem ist: Kein Händler hat nur Spitzenpreise. Alle fahren Mischkalkulationen mit Schnäppchenangeboten, an denen sie nichts verdienen und teureren Artikeln.

    Je größer die Masse der teilnehmenden Händler bei Gimahhot oder einem Preisvergleich ist, umso eher hat man also für jedes existierende Produkt auch einen oder mehrere Händler, die gerade das gesuchte Produkt zum fast Einkaufspreis anbieten.

  4. Meines Erachtens kann eine Mischkalkulation mit Schnäppchenpreisen doch nur in klassichen Stores, und nicht im E Commerce funktionieren. Wenn ich bei Media Markt oder Saturn mir nen Handy zum Geizpreis ergatter ist es eher wahrscheinlich das ich mir auch eine CD oder DVD hole, wenn ich doch schon mal im Geschäft bin, an der dann das Unternehmen seinen Deckunbgsbeitrag reinholt. Im I-Net schau ich gezielt, und kauf nur das was ich auch haben will. A propos haben will…bräuchte nen TOM TOM Rider…haste nen gutes Angebot @Thomas 😉

  5. @ Thomas

    Gut gemacht 😉

    @ marvon

    Das sehe ich sehr ähnlich, doch fehlt mir die Erfahrung, da ich ausschliesslich Bücher online einkaufe.

    @ Dieter

    Die PR vom Laden ist aber gut, ne? Ich glaub der erste Kommerz-Web-Zwei-Nuller der es wie ein Mann nimmt, das ist doch eigentlich nochmal einen Versuch wert 😉

  6. Ich stimme dem Dieter und Kublai Kahn zu:
    Sehr schön Thomas,dass Du Dich per Kommentar überhaupt geäußert hast.

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