Der Staat und das Stromnetz

In den letzten zehn Jahren ist der Begriff Privatisierung geradezu zu einem Synonym für Allzweckwaffe, Heilsbringer, ach, was sage ich, Messias geworden. Privatisierung ist eine ganz dufte Sache, weil logischerweise, so die Suggestion, der private Unternehmer alles viel besser kann als der staatliche. Der private Unternehmer ist es gewohnt, in betriebswirtschaftlichen Bahnen zu denken und zu handeln, während der staatliche Unternehmer solches im Umkehrschluss wohl überhaupt nicht kann. Und so treibt die Privatisierungswut deutscher Politiker mittlerweile seltsame Blüten.

Jetzt will man in NRW offenbar Nägel mit Köpfen in Sachen der seit langem diskutierten Privatisierung der Abwasserentsorgung machen. Ein entsprechendes Gesetz soll möglicherweise noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Natürlich sollen die Abwassergebühren durch die Aktion nicht steigen. Großes Politikerehrenwort (muahaha)! Und der Bund der deutschen Entsorgungsunternehmen jubelt schon vor lauter Begeisterung ob soviel politischer Dummheit.

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2 Gedanken zu „Der Staat und das Stromnetz

  1. Übersehen wird dabei meist noch, WER da investiert. In der Regel sind das ausländische Pensionsfonds, die mit mäßiger Rendite zufrieden sind, die aber wieder lange fließen muss, und zwar ins Ausland. Neben den eigenen Rentnern und den Sozialhilfeempfängern – beides wohl noch längerfristig wachsenden Gruppen – darf der verbleibende noch arbeitende Rest dann auch noch die ausländischen Rentner finanzieren. Man kann sich leicht ausrechnen, wie lange das noch gut geht, wenn zu dem katastrophalen Renten- und Sozialsystem noch ein massiver Mittelabfluss dazukommt.

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