Trigami-Publications widerlich and things?

Konsequenterweise erweitert Trigami kontinuierlich sein Leistungsportfolio. Neben den bekannten Reviews gibt es jetzt auch Videoreviews, „nicht-öffentliche Reviews“, sowie neuerdings ein Produkt, das als Publications bezeichnet wird.

Bei den „Publications“ handelt es sich um ein Konzept, ähnlich den redaktionell gestalteten Textanzeigen, die man aus Tageszeitungen und Wochenmagazinen bereits seit Jahrzehnten kennt. Interessanterweise gilt diese Anzeigenform dort als etabliert. Bietet nun Trigami ein identisches Produkt, so ist das „widerlich“ und ein Teil, der sich gern als intellektuelle Elite betrachtende Blogosphäre überschlägt sich vor Ekel.

Was in der Tat als bedenklich zu betrachten ist, ist, die vom Thema Publications völlig losgelöste Problematik der Möglichkeit, dass Kunden den Blogger bewerten. Es ist nur logisch, dass sich schlecht bewertete oder nicht hinreichend bejubelte Kunden mittels Bloggerbewertung rächen. Man kennt das Phänomen zur Genüge von eBay. Gibst Du mir eine schlechte Bewertung, gebe ich Dir ebenfalls eine.

Auf diese Weise kann man als Kunde kritischen Bloggern schon ganz schön die Suppe versalzen. Auf Sicht gewinnen die Jubelblogger, die kritik- und recherchefrei jedweden Auftraggeber in den Himmel loben. Stichwort: „Heute will ich Euch mal eine tolle Website vorstellen…“ Dies dann noch gekoppelt mit den niedrigen Preisen, die für einen Jubelblogger erhoben werden, weil es sich zumeist um reichweitenschwache, dem Analphabetismus nahestehende Blogdilettanten handelt, und schon steht die kostengünstige PR-Maßnahme mit guten bis sehr guten Google-Effekten.

Nüchtern muss man sich aber darüber im Klaren sein, dass auch dieser Krug nur solange zum Brunnen geht, bis er bricht. Es kann natürlich sein, dass Trigami die Dauer bis zum Brechen des Kruges anders als andere einschätzt. Hoffentlich verschätzen sie sich dabei nicht…

Persönlich kann ich die ersten Effekte dieses Trends bereits am eigenen Blog erspüren. Der Honorarbetrag pro Beitrag steigt potenziell, die Zahl der Aufträge geht zurück. (Potenziell deshalb, weil er natürlich nur dann tatsächlich steigen würde, wenn es zu diesen Konditionen auch Aufträge gäbe, was aber mit der immer gleichen Begründung „Preis leider zu hoch“ nicht der Fall ist.)

Eins noch. Sporadisch wird ein Trigamiforum gefordert. Ein solches gibt es bereits in der Form der Gruppe „Trigami“ auf XING.

[Beitrag geschrieben auf ASUS Eee-PC unter Xandros und OpenOffice.Org Writer]

5 Gedanken zu „Trigami-Publications widerlich and things?

  1. Wow, den Tag werde ich in meinem Kalender rot markieren als den Tag, an dem mein Blog gemeinsam mit der Blogbar in einem Atemzug genannt wurde…wow. Woher kommt eigentlich der Eindruck, ich würde mich zu irgendeiner intellektuellen Bloggerelite zählen oder so? Vielleicht sollte ich das mehr kultiviere *g*. Naja, auf jeden Fall sollte Dir aufgefallen sein, dass ich ziemlich lange und ziemlich viel für Trigami geschrieben habe und mich anfangs sehr positiv zu Trigami geäußert habe, weil ich eben an die Dinge, die da gesagt wurden, gelaubt habe („Märkte sind Gespräche“ Gefasel und so). Und nun fühle ich mich eben ein wenig verarscht.

    Ich finde diese „Anzeigenform“ übrigens auch bei Zeitungen sehr zweifelhaft ;). Ich habe nichts gegen Werbung – auch nicht in Blogs. Ich habe auch nichts gegen bezahlte Rezensionen. Aber ich habe etwas dagegen, wenn Anzeigen so gestaltet werden, dass sie wie redaktioneller Inhalt aussehen. Egal, ob in Blogs, Zeitungen, Radio, Fernsehen oder sonstwo. Und ich habe etwas gegen Astroturfing.

  2. Hallo Eli.

    Der „Vorwurf“ des Selbstverständnisses als intellektuelle Elite betraf diffus die gesamte Blogosphäre, also streng genommen auch mich. Ich wollte Dich damit nicht persönlich treffen. Insoweit bitte ich um Entschuldigung, dass ich missverständlich formuliert habe.

    Was jetzt inhaltlich diese „Anzeigenform“ betrifft, finde ich gut, dass Du mit Deinem Kommentar klar gestellt hast, dass es Dir dabei nicht um eine separate Kritik an Trigami geht, sondern Du generell diese Form der Werbung ablehnst. Das ist natürlich völlig legitim. Ich kann mir auch nicht vorstellen, mich an diesem Publications-Ding zu beteiligen.

    Aber ich verurteile Trigami deshalb nicht. Warum sollen die Schweizer nicht etablierte Formate nutzen? Wenn nicht die, macht es jemand anders.

    Astroturfing übrigens wäre ein schwerwiegender verbaler Fehlgriff im Zusammenhang mit den Trigami Publications, denn Astroturfing lebt ja gerade von der Intransparenz der Kampagne. Wenn irgendwo „Anzeige“ drübersteht, kann dieser Effekt beim besten Willen nicht vermutet werden.

  3. Salve

    Voilà… wie Du bereits erwähnt hast, es steht den Bloggern frei, ein Angebot anzunehmen oder nicht. Die Leser werden Artikel und damit die Blogger mit der zeit aussortieren, sollten Publications überhand nehmen oder gar Unwahrheiten verbreiten. Womit das Angebot von selber wieder verschwinden würde.

    Für mich persönlich resp. meinen Weblog eher unwahrscheinlich, dass ich eine Publications mitmache und wenn dann nur unter ganz bestimmten Umständen.

    Christian

  4. @Christian: Meine Form der Trigami Publication wurde übrigens anstandslos von Trigami approved. Wenn ich es demnach weiterhin auf diese Weise machen kann, habe ich gar keine Probleme mit dem Format mehr.

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