Germanblogs – Schlechter Stil aus gutem Hause

GermanblogsDas darf man wohl mit Fug und Recht als erstaunlich bezeichnen. Turi2, sowie die WuV berichten über Veränderungen bei Germanblogs. Danach wurden die Gründer Carsten Schütte und Lars Diederich gegangen, natürlich “im Guten” und jetzt soll es ein eloquent dreinblickender Frank Penning, seines Zeichens Director (mit c) bei Holtzbrinck Elab richten.

Was daran erstaunlich ist? Nun, da findet sich gleich mehrererlei. Das Erste dürfte sein, dass ich als Autor bei Germanblogs diese Informationen bei Turi2 erhalte, mitnichten direkt durch Germanblogs selber, wie sich das sicherlich gehört hätte.

Auch erstaunlich ist die Aussage Pennings, er wolle das Netzwerk nun “gesundschrumpfen und ein paar Nummern kleiner fahren, um die Kosten zu senken”. Nach meiner Kenntnis gibt es bereits seit gut einem Jahr kaum noch bezahlte Autoren. Die Anzahl wird auf weniger als ein halbes Dutzend geschätzt. Wo will er denn da noch schrumpfen?

Sind die maximal 1200 Euro monatliche Honorare, die auf diese Weise entstehen, für Holtzbrinck zu viel? Eine komplett kostenlos arbeitende Bloggerbasis wäre natürlich günstiger, wohl wahr. Wo würden aber dann überhaupt noch Kosten entstehen? Im Hosting etwa? Ich glaube kaum, dass da eine skalierbare oder auch nur skalierungsbedürftige Lösung im Einsatz ist. Eine Zusatzdomain auf einem der ohnehin vorhandenen Holtzbrinck-Server dürfte völlig hinreichen.

Weiterhin erstaunlich: Man habe sich von den Gründern getrennt, weil “die angestrebten Zahlen nicht erreicht wurden”. Ach. Wie denn auch? Bereits nach wenigen Monaten, also noch in 2006, wurde deutlich, dass es keine redaktionelle Strategie hinter Germanblogs gibt. Man hatte wohl gehofft, “Schreibe ein jeder, was er denn will”, wäre ein ausreichendes Geschäftsmodell. Ich habe mich dazu mehrfach geäußert. Veränderungen indes hat es nicht gegeben. Zuletzt gab es sogar überhaupt keine Redaktion mehr. Man merkte es zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr wirklich.

Nun will also Penning das Netzwerk als Worldblogs Ltd. weiterführen, dabei aber Name und Plattform Germanblogs nicht ändern. Hmm, Name ändern, aber eigentlich doch nicht? Auch relaunchen will er die renovierungsbedürftige Plattform, die Bloggern nicht einmal die wichtigsten Features, wie eine funktionierende E-Mail-Benachrichtigung oder auch nur eine rudimentäre Statistik bietet, nicht. Doppel-Hmm. Soll da überhaupt irgendetwas passieren? Es sieht eher nicht so aus.

Bereits im September hatte man alle Blogger angeschrieben und eine Einwilligungserklärung beigefügt, die im Wesentlichen die Überleitung aller Nutzungsrechte an den verfassten Beiträgen auf die Holtzbrinck Digital GmbH beinhaltete. Dabei scheint es so zu sein, dass den unbezahlt Bloggenden sogar abverlangt wurde, alle Nutzungsrechte exklusiv an Holtzbrinck zu übertragen. Kaum einer spielte dieses Spiel mit. Entsprechend bloggte und bloggt fast keiner mehr auf Germanblogs. Ich hatte das Problem nicht. Von mir wurde lediglich die Einwilligung verlangt, in den bestehenden Vertrag eintreten zu dürfen, was ich am 5. Oktober 2007 mit leichter Hand bestätigte. Danach jedoch hörte ich bis zum heutigen Tage nichts mehr aus der Holtzbrincksphäre.

Nun wundere ich mich natürlich überdies darüber, dass Germanblogs letztlich durch die Holtzbrinck eLabs GmbH, die an anderer Adresse residiert als die Holtzbrinck Digital GmbH, übernommen wurde. Holtzbrinck eLabs hat von niemandem eine Einwilligungserklärung vorliegen. Wie denn auch? Man hat sie ja nicht angefordert. Sollte da Methode hinterstecken?

Dazu passt auch, dass man mir und ein paar anderen als Honorarkräften nicht rechtzeitig mitgeteilt hat, an wen die entsprechenden Rechnungen künftig zu gehen haben. Als die Novemberrechnung unbezahlt blieb, dachte ich mir noch nichts dabei. Erst als die Dezemberrechnung als unzustellbar zurück kam, weil die Germanblogs GmbH durch die Bediensteten der Post nicht mehr in der Lutterothstraße in Hamburg aufgefunden werden konnte, wurde ich langsam sauer. Ein diesbezügliches Fax an die Holtzbrinck Digital GmbH blieb seit letzter Woche bis zum heutigen Tage unbeantwortet.

Am Rande erwähnenswert dürfte angesichts der aktuellen Veröffentlichungen auch noch sein, dass im Impressum der Germanblogs nach wie vor die nicht mehr vorhandene Germanblogs GmbH unter der nicht mehr vorhandenen Anschrift, sowie die mittlerweile wohl ebenfalls nicht mehr existente Boogie Medien als Betreuer stehen.Da ist es doch umso toller, dass Peter Turi heute Licht ins Dunkel trägt und Frank Penning ein so schönes Presselächeln auf WuV unterbringen kann. Liebe Holtzbrincks. Das ist ganz schlechter Stil, ganz schlechter…

Und als wäre das alles noch nicht genug, darf ich zu guter Letzt auch noch feststellen, dass mein Bester, mein Allerbester, der gute Don Alphonso mir mit einem Beitrag auf seiner Hafenspelunke Blogbar um runde 15 Minuten zuvor gekommen ist. Und alles nur wegen diesem vermaledeiten dLan-Adapter, den ich +#§$&!. Zumindest hat Alphonso keinerlei Substanz in seinem Artikel. Er darf dann gern diesen hier lesen…

9 thoughts on “Germanblogs – Schlechter Stil aus gutem Hause

  1. Da war ich jetzt echt neugierig wie jemand “eloquent aussieht” und bin immer wieder erstaunt wie unterschiedlich die Wahrnehmung doch ist, dann lese ich “Siemens” beim Herrn Penning und die “ICPro GmbH” hat wohl keine Homepage.

    Ich sach ma: Hauptsache die Haare liegen.

  2. Mann, Mann, Mann, die haben’s sowas von vergeigt, dass man ganz nachdenklich wird, was man wohl selbst mit der ganzen Holtzbrinck-Kohle auf die Beine gestellt hätte. Wenn man überlegt, was so manch Otto-Normal-Blogger da hinlegt, ohne Kohle und DIESEM Background, da treibts einem doch die Schamröte ins Gesicht.

  3. Bei Germanblogs hat sich nichts geändert. Autoren werden immer noch wie Sklaven behandelt, die Honorare sind witzigst und meist wird überhaupt erst nach Wochen bezahlt….
    Man müsste doch meinen, dass Holtzbrinck das zum positiven für die Autoren ändern würde, haha.

  4. Germanblogs.de ist total unseriös – da kann ich “Hase” nur recht geben!
    Ich hab da selbst ne zeitlang mitgemacht und bin oft erst mit zwei oder gar drei Monaten Verspätung bezahlt worden. Zudem waren die Abrechnungen oft falsch oder Artikel wurden trotz “Expertenstatus” nur minimal (z.B. mit 2 Euro für Artikel mit 400 Worten!!) vergütet. Außerdem kann man leider nicht schreiben was man will.

    Germanblogs gibt spezielle Vorgaben an Themen und in den Bloggs müssen dann so und so oft gewisse Schlagwörter vorkommen, die man genau beibehalten muss auch wenn sie null zum Text passen. Germanblogs hätte eine tolle Sache werden können, wurde aber ein NO GO! Blogger, seid gewarnt!

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