Ist Poker seriös?

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Lässt man die gesammelten Vorurteile der letzten 40 Jahre die intellektuelle Herrschaft übernehmen, wird man vermutlich laut „Nein, natürlich nicht!“ brüllen. Bridge, Rommé, Canasta und Skat. Das sind ehrenwerte Kartenspiele. Klar, aber Poker? Man denkt direkt an verrauchte Hinterzimmer irgendwelcher Hafenspelunken, in denen sich die Unterweltgrößen der Stadt zum Karten kloppen treffen. Der mit dem fiesesten Blick gewinnt. Oder der mit der dicksten Wumme.

Bei jungen Erwachsenen dürfte Poker neben Flaschendrehen zu den beliebtesten Partyspielen gehören, wenn der Alkohol reichlich genug geflossen ist. Dann allerdings in der weniger klassischen Form des Strip-Poker. Nein, nein. Machen wir uns nichts vor. Poker ist ein Glücksspiel, wie Roulette, OddSet, Lotto oder Rubbellose.

Ganz gegenläufig zu dieser Einschätzung hat sich Poker dennoch als eines der beliebtesten Kartenspiele der Welt durchsetzen können und wer sich einmal die heutigen „Arenen“ der Pokerspieler ansieht, stellt schnell fest, dass es da eher unschmuddelig zugeht, im Gegenteil. Wer also heutzutage Poker noch per se als unseriös bezeichnet, gehört aller Wahrscheinlichkeit nach zu derjenigen Klientel, die sich beim Betreten eines Spielcasinos Schlips und Jacke leihen muss. Abseits des pöbelnden Pöbels gibt es also offenbar eine regelrechte Pokerkultur, die sich mir bis dato allerdings genau so wenig erschlossen hat, wie das auf dem Lande angeblich höchst populäre Spiel des Küheschubsens.

Glaubt man Fans, wie beispielsweise dem zurückgekehrten Schulzenheini Howard Carpendale, ist Poker das Beste seit Bier in Dosen. Und nochmal besser sei es, wenn man es über das Internet spielt. Der Gedanke, in Berlin an einem virtuellen Tisch mit Leuten aus Südafrika, Australien und Polynesien zu sitzen, gebe einen besonderen Kick und mache einen Heidenspaß, sagte Carpendale sinngemäß vor einigen Wochen.

Nun werden die meisten von uns Gelegenheitsspielern nicht unbedingt gewiefte Pokerasse sein. Ich beispielsweise kenne nur ein paar grundlegende Begriffe und würde unter echten Pokerprofis Siegeschancen haben, wie Barack Obama als Ministerpräsidentenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern. Nun kann ich persönlich gut mit diesem Bildungsdefizit leben und auch finanziell geht es mir nicht gut genug, um mir aus lauter Langeweile das Pokern nahe zu bringen, oder so schlecht, als dass ich es verzweifelt erlernen müsste.

Wäre ich jetzt aber doch aus dem einen oder anderen oder einem ganz anderen Grund am Erlernen des Pokerregelwerks, sowie der strategischen Komponente interessiert, hätte ich bis vor einigen Jahren strunzdumm aus der Wäsche geschaut. Wen fragt man da? Und wer ist selber dann auch wirklich so gut, dass er einen über das Grundlegende hinaus fit machen kann? Nüchtern betrachtet, dürfte sich im eigenen Umfeld in der Regel so jemand nicht finden lassen.

An diesem Punkt setzen Anbieter wie PokerStrategy.com an. Glaubt man der Selbstdarstellung, ist PokerStrategy die größte Pokerschule der Welt. Das Angebot ist zumindest tatsächlich äußerst umfangreich und in einem Dutzend verschiedener Sprachen verfügbar. Pokernewbies und -profis können sich in einer großen Community gegenseitig austauschen und auch die Vermittlung von Pokerevents gehört zum Portfolio. Eine Handvoll besonders motivierter Pokerspieler führt relativ engagiert Blog über das Leben als Cardgamer. Die ganze Umgebung wirkt so seriös, wie es im Umfeld eines Glückspiels eben möglich ist. Ich fühle mich bei so etwas immer ein bisschen unwohl, aber das ist eine Befindlichkeit. Wenn ich das hochherrschaftliche Spielcasino betrete und den Livrierten gegenüber trete, geht es mir auch nicht anders. Betrachte ich den Inhalt des Angebots unvoreingenommen, stelle ich fest, dass es neben Lernsoftware und Lernvideos auch jede Menge Livecoachings gibt, die vermittels Sprachunterstützung per TeamSpeak durchgeführt werden. Freunde der asynchronen Kommunikation werden vielleicht lieber das sehr umfangreiche Forum frequentieren wollen.

An keiner Stelle wird dem Nutzer etwas verdeckt auf´s Auge gedrückt. Die gesamte Nutzerinteraktion ist transparent. Niemand wird im Nachhinein behaupten können, er habe sich versehentlich für dieses oder jenes angemeldet. Da sich das gesamte Angebot ausschließlich über Spielerprovisionen finanziert, besteht auch kein Potenzial für Abzockereien á la Probenzauber oder Nachbar24 und wie die ganzen windigen Websites alle heißen. Jeder Spieler, der das mittels eines Vortests abgefragte Basiswissen der Pokerei mitbringt oder dort erworben hat, erhält von PokerStrategy.com ein Startkapital von zunächst $50, um die ersten Schritte im Pokerbusiness nicht mit eigenem Geld machen zu müssen. Da ich die durchschnittliche psychosoziale Situation des handelsüblichen Pokernewbies nicht einschätzen kann, weiß ich nicht zu beurteilen, ob es sich hierbei um ein zu verdammendes „Anfüttern“ einer Suchtgefahr oder um eine noble Geste der Fairness handelt. Dies mag also bitte jeder für sich selbst entscheiden.

Abseits des ernsten Geschehens rund um das Erlernen und das Anwenden pokerstrategischer Kniffe kommen auch News und Infos rund um die Welt des Pokerns nicht zu kurz. Im Stile eines Portals kann man sich über alle aktuellen Nachrichten zu den unterschiedlichsten Events auf dem Laufenden halten. Ich sag´s nochmal: Wäre ich ein Pokerinteressent, würde ich PokerStrategy.com als Pokerschule sicherlich eine Chance geben.

DISCLAIMER: Poker ist ein Glücksspiel. Laut Paragraph 284 des StGb ist das Werben für Glücksspiele strafbar. Daher möchte ich klarstellen, dass dieser Artikel keine Werbung für Poker ist und auch nicht so aufgefasst werden darf, sondern eine unabhängige Kritik- vergleichbar also einer Buchrezension in der Zeitung- über eine Pokerschule.

[Fotoquelle: pixelio.de]

2 Gedanken zu „Ist Poker seriös?

  1. Liest sich gut, hab ich mir mal gebookmarkt und werd´s bei Gelegenheit mal näher ansehen. Ich spiele nämlich sehr gerne und Poker interessiert mich. Ich hab nämlich eine kleine Zockerader :mrgreen: Liegt vielleicht in der Familie: meine Oma und Tanten waren gefürchtete Poker-Ladies in ihrer Stammkneipe 😉

    Poker scheint aber seit einer Weile aber eine regelrechten Run zu erleben. Sets mit Chips kann kann man inzwischen sogar bei ALDI bekommen. Was den wohl ausgelöst hat?

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