Bleib mir bloß weg mit der T-Com!

Okay, außerhalb der Telefoniererei und DSL und so, also außerhalb allem, was direkt mit Kommunikationszugängen zu tun hat. Auch wenn ihr da in Scharen die Kunden von der Fahne gehen, ich bleib treu! Niemals nicht habe ich nennenswerte Probleme mit der Technik gehabt, auch die Preise sind akzeptabel. Bei den anderen Anbietern blicke ich mittlerweile nicht mal mehr durch deren eigenen Tarifdschungel, geschweige denn, dass ich die sauber untereinander vergleichen könnte, ohne dabei ein Wochenende zu opfern.

Aber, soweit die T-Com als Inhalteanbieter oder Diensteprovider auftritt, kann sie mir gestohlen bleiben. Schon immer war der T-Com eine Nutzerbasis völlig schnuppe. Projekte wurden ins Leben gerufen, Nutzer wurden angelockt, von jetzt auf gleich wurden die Dienste wieder eingestampft. Keine Verlässlichkeit. In sowas stecke ich doch meine wertvolle Lebenszeit nicht. Zuletzt habe ich mich vor zwei Jahren darüber echauffiert, dass die T-Com der eigenen Weblogplattform den Saft abgedreht hatte. Da war für mich Sense. Seitdem verfolge ich Webprojekte, auf denen irgendwo T-Com steht nicht mehr.

Insofern überrascht es mich überhaupt nicht, heute zu lesen, dass die Obermänner nun auch ihre T-Community, sowie den Dienst Wirsind.de einstampfen. Arrogantes Konzerngetue. Sicherlich. Die Stimmen, die behaupten, der Schritt sei richtig, weil sich die Userzahlen in sehr überschaubaren Zahlen gehalten haben und im Übrigen auch keine Durchsetzungsfähigkeit gegenüber den anderen Social Networks gegeben gewesen sei, sprechen wahr. Einerseits.

Andererseits. Wer könnte denn in Deutschland am ehesten ein Social Network mit seiner Markt- und damit Finanzkraft etablieren, wenn nicht ein Bolide wie die T-Com? Sie tun es aber nicht. Warum? Weil die T-Comiker die Denke der Old Economy leben. Die Leute sollen mal schön von selber zu uns kommen. Wir haben ja schließlich schon die Plattform bereit gestellt. Nur, so funktionieren heutzutage die Dinge nicht mehr. Und wenn man dann feststellt, dass es so nicht funktioniert, was macht man dann? Ändert man das Konzept der Marktdurchdringung? Überlegt man, wo man Fehler gemacht hat und korrigiert diese? Nein. Man macht den Laden zu. Hat sich nicht gerechnet und gut ist.

Sowas regt mich mehr auf, als für meinen Blutdruck gut ist, zefix noch eins.

5 Gedanken zu „Bleib mir bloß weg mit der T-Com!

  1. Ich glaube nicht, dass ein „Bolide“ wie die T-Com einer der wenigen ist, ein Social Network mit Markt- und Finanzkraft etablieren kann. Warum? Wie Du richtig schreibst, ist die Denke noch sehr eingefahren.

    Davon ab sind gerade XING und auch StudiVZ sehr erfolgreiche Networks, die eigentlich aus Garagen entstanden sind und erst mit einer gewissen kritischen Masse an Marktmacht entweder an die Börse oder in einen großen Konzern gegangen sind.

  2. Richtig – aber Kohle hat in der New Economy (oder im Web 2.0) noch nie gute Konzepte und Ideen ersetzt 😉

    Das grandiose Scheitern der T-Community lag vielleicht auch zum guten Teil am Namen und eben am Konzern. Ein abstrakter Titel und ein scheinbar unabhängiger Betreiber hätten wahrscheinlich eher gefunzt.

    So leid es mir tut, aber die Telekom ist nun mal kein Unternehmen, was gerade in der jüngeren Zielgruppe (die dadurch angesprochen werden solle) gut gelitten ist.

  3. Lustig, mir geht es gerade andersrum: Ich verstehe die T-Com-Tarife nicht und hatte schon immer nur ärger mit deren Leistungen. Seitdem ich vor 4-5 Jahren immer zu Arcor gehe ist ruhe. Ein Preis, super Leistung, welbst wenn ich umziehe klappt alles ziemlich reibungslos – bis auf den Part den wieder die T-coms übernehmen: Die Anschaltung 😉

  4. @Little John: Ich war jetzt mal davon ausgegangen, dass die Idee den anderen Ideen entspricht und die technische Umsetzung auch gut ist.

    Kann sein, dass die T-Com als Betreiber vom Namen her dem Projekt eher geschadet als genutzt hat. Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Aber, ich bin ja auch schon alt 😉

    @Marcel: Ja, man kann da die unterschiedlichsten Erfahrungen machen. Schön, wenn es für Dich bei Arcor funktioniert.

  5. Die technische Umsetzung war nicht besser oder schlechter als die anderen Networks auch und die Idee,die dahinter steckte ebenfalls – also nicht viel mehr als eine weitere „Copycat“ – und genau da liegt oder lag das Problem: keine Raketentechnik und keine breite Basis, die es Usern schmackhaft gemacht hätte, zu wechseln.

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