Nicht kaufen: „Blut und Lüge“ von Andrew Gross

Kann das sein? Je aufwändiger das Cover, in diesem Fall mit Prägedruck und schicker Optik, und je aufwändiger die Werbekampagne, mit Anzeigen in allen nennenswerten Periodika, desto beschissener das Buch? Ja, das kann sein und im Falle des Titels „Blut und Lüge“, eines New York Times Bestsellers ist es auch so.

Andrew Gross hat bislang mit James Patterson kooperiert. Wenig erstaunlich also ist es, dass Mr. Patterson dem Soloerstling des Herrn Gross attestiert, er sei „Spannend und rasant“. So steht es auf der Rückseite des Covers und der unbedarfte Otto Normalleser dürfte diesem Testat Empfehlungscharakter beimessen. Ich jedenfalls tat es, ich Idiot.

Dabei ist die Geschichte auf den ersten Blick durchaus interessant. „Was machst Du, wenn Du Dich in 24 Stunden aus Deinem bisherigen Leben verabschieden musst?“ Ein erfolgreicher Familienvater wird plötzlich mit einem strafrechtlichen Vorwurf konfrontiert, der ihn zum Todeskandidaten für die kolumbianische Drogenmafia macht. Das FBI bietet ihm die Aufnahme ins Zeugenschutzprogramm an, wenn er aussagt.

Was sich dann allerdings entwickelt, ist derart hanebüchen und konstruiert, dass man als Leser nicht mal mehr die Chance hat, den Fortgang der Geschichte einigermaßen qualifiziert zu erraten. Dabei spielt es nur am Rande eine Rolle, dass Gross sich einer Sprache bedient, die in der Musik hierzulande dem Bohlen vorbehalten ist.

Lassen Sie das Buch einfach in der Buchhandlung stehen. Sie tun sich und anderen einen Gefallen. Garantiert!

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