Don Alphonso droht Don Petereit

Ich durchsurfe meinen Feedreader und bleibe – wieder einmal – bei einer meiner derzeitigen Lieblingssites, den Jungs von F!XMBR hängen. Speziell Chris hat eine etwas radikale Art, die Dinge zu betrachten, und sorgt auf diese Weise stets für anregende Lektüre, ohne dabei die Völkermordrhetorik einer gewissen Schlauchbootlippe an den Tag zu legen.

Ich lese also interessiert den Artikel „Die Netzbeschmutzer sind wieder unterwegs„, in welchem Chris sich über eine besondere Dreistigkeit einiger SEO-Blogger aufregt. Diese haben wohl Listen zusammengestellt mit Blogs, die kein „nofollow“ in den Kommentaren setzen und empfehlen nun, diese Blogs zum kommerziellen Spamming zu verwenden. Ohne Frage eine Sauerei.

In den Kommentaren verweist Chris dann auf einen Artikel an der Blogbar. Da ich diese Spelunke bekanntlich immer gern aufsuche, wenn ich mal das erdige Gefühl echten Drecks an den Pfoten erleben möchte, klicke ich mal schnell rüber und finde dort den Artikel „Neue Löschregeln…„. Ich überfliege den Text und finde die übliche Rektalrhetorik. Immerhin scheint er sich auch mit diesen Listen-SEOs auseinander zu setzen. „Parasitär“ und so, ja klar. Da wird in der üblichen Weise gefonst, was das Zeug hält.

Dann allerdings, und das gebe ich durchaus zu, verschlägt es mir kurz den Atem, als ich folgende Zeilen zur Kenntnis nehme:

Wer seinen Rausschmiss nicht akzeptiert und meint, danach weiter kommentieren zu müssen, bekommt die Auswirkungen von zwei PR5-Blogs zu spüren und kann sich lustige Googleergebnisse zu seiner Person einfangen. Um auch hier Klartext zu reden: Der diverse Blogs betreibende A*** T*** , der es unter diversen Nicknames und URLs immer wieder versucht, oder der Trackbackspammer Dieter Petereit haben hier von ihrer Spammerei nichts, weniger als nichts.

Nanu? Das ist ja unschön. Herrn T*** kenne ich zwar nicht, aber mich mit Bloggern in einen Topf zu werfen, die Kommentarspamming professionalisieren wollen, geht mir doch gegen die Ehre. Dann noch mit dem langen Pimmel, Größe 5, und der Drohung zu kokettieren, er würde mir lustige Suchergebnisse zu meiner Person bescheren, geht nicht nur gegen die Ehre, sondern gegen jegliche abendländische Moralvorstellung und am Ende schlicht zu weit.

Denn eines muss man in diesem Zusammenhang nüchtern betrachten. Ich trackbacke gar nicht. Ich spamme auch nicht in den Blogs dieser Welt herum. Ich schreibe gelegentlich über Dinge, die ich woanders gelesen habe, z.B. in der billigen Hafenkneipe des Herrn Meyer. Wenn ich über etwas schreibe, über das ich gelesen habe, setze ich einen Link, den WordPress dann zu einem Pingback macht. Usus in Blogdorf. Ich schrubbte bereits darüber.

Ich kommentiere bisweilen auch. Seit Monaten, rund einem Jahr nicht mehr an der chinesische Zensurmaßstäbe überschreitenden Blogbar, aber an Orten, an denen man Diskussionen wünscht und nicht bloß seine eigene Auffassung bestätigt bekommen möchte.

Ganz grundsätzlich sehe ich das Hinterlassen meines echten Namens und meiner Blogadresse im Kommentar auch nicht als Spammen an. Darauf wäre ich nie gekommen. Vielmehr ist das für mich ein Zeichen der Ernsthaftigkeit und Identifizierbarkeit. Ich stehe zu dem, was ich sage. Nicht wie diese ganzen Don´schen Jubelperser mit Namen wie strapspatos, prostatas, porschepuller oder flügeltony, denen man begegnen könnte, ohne sie je zu erkennen. Da kann ich auch todesmutig politische Parolen oder schlicht Pöbeleien raushauen, Ihr Verbalvermummten.

Nicht, dass man mich falsch versteht. Ich habe grundsätzlich keine Probleme mit Leuten, die eine andere Auffassung von Identität im Internet haben. Soll jeder machen, wie er will. Nur möge man mir bitte die Offenheit nicht auch noch von hinten rein auslegen und mich aus dieser Vermummung heraus angreifen.

Vollkommen inakzeptabel geht es im Kommentarbereich zum erwähnten Artikel an der Blogbar zu. Da ist die Rede von „Pack“, „Schmarotzern“, „Fliegen“, „Lutschern“ und was nicht alles. Und da ich im Artikel namentlich erwähnt bin, bin ich dabei, obwohl die empörungswürdigen Sachverhalte mich an sich gar nicht betreffen.

Werter Don Alphonso. Damit hast Du es eindeutig übertrieben und könntest Du nachdenken, würde Dir das auch auffallen. Du kannst mich gerne angreifen, auch heftig. Dann aber bitte für Dinge, die ich tatsächlich tue und nicht für etwas, mit dem ich nicht das Geringste zu schaffen habe.



„Interessiert der sich echt für das, was der Alphons meint?“ Nein, natürlich nicht. Aber er hat schon Recht. Wenn er seinen Fünferpimmel rausholt, gerate ich namentlich in den Googlesuchergebnissen ruckzuck in die Nähe der wirklichen Spammer und das kann niemals einen positiven Effekt haben. Deshalb muss ich dem künftigen Suchenden hier wenigstens eine Gegendarstellung anbieten.

[Fotoquelle: www.pixelio.de | Kunstart.net]

12 Gedanken zu „Don Alphonso droht Don Petereit

  1. Ich hätte an deiner Stelle nicht schlechte Lust, die Möglichkeiten auszuloten, eine Gegendarsellung zu erwirken. Schon um dem Knilch Schmerzen zu bereiten. Nun ja, er scheint irgendwie krank zu sein, galoppierendes Hirnfieber oder sowas. Das sollte aber kein Grund für falsche Rücksichtnahme sein. Ist ja echt nicht zu fassen …

  2. Aha, „nofollow“ also, na ja, auch ein blindes blinder Huhn Hahn trinkt mal ein Korn. 😉
    …irgendwie wir mir diese (altbekannte!) Bloggerszene immer unangenehmer, ja, „befremdlicher fremd“. 😎

  3. Pingback: Nachhilfe « 63mg
  4. @KS: Wenn ich manchmal sehe, was der für Bilder veröffentlicht, frage ich mich, was für Probleme da wohl bestehen mögen. So kann doch kein gesunder Mitteleuropäer mittleren Alters ernsthaft leben wollen. Da sieht´s ja aus wie bei meinen Urgroßeltern dunnemals. Kultur nennt man das? Hmm.

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