Gimahhot – Hand drauf!

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Ich will nicht lange um den heißen Brei reden: Der Name taugt nix. Man kann ihn sich schlecht merken und wenn man ihn sich dann doch gemerkt hat, ist man jedesmal erneut unsicher, wie er denn nun genau geschrieben wird. Da mag sich also jemand unheimlich Gedanken gemacht haben, warum und wieso dieser Name genau der richtige sein sollte, nur hat er leider den User dabei außen vor gelassen. Um es kurz aufzuklären: Gimahhot ist nicht ostgotisch oder gälisch, es stammt laut Betreiber vielmehr aus der althochdeutschen Sprache des achten Jahrhunderts und bedeutet „gemacht“, heute gern wie damals an einen Handschlag gekoppelt und als „geritzt“ oder „geht klar“ bezeichnet.

Natürlich darf sich ein Jeder nennen, wie er möchte, jedoch muss klar sein, dass ein unbedarfter Surfer niemals aus dem Namen Rückschlüsse auf das Angebot ziehen wird. Ist bei eBay auch nicht so, mag man einwenden. Allerdings behaupte ich, dass so etwas wie eBay auch heutzutage nicht mehr neu erschaffen werden könnte. Das waren halt andere Zeiten damals 😉 Wir hatten ja nix.

Gimahhot ist eine Warenbörse für Neuprodukte. Händler bieten ähnlich einer Shopping-Mall ihre Produkte zu bestimmten Preisen an. Der Unterscheid zum normalen Shop besteht nun darin, dass der potenzielle Kunde seinerseits ein Gebot abgeben kann. Will heißen, der Kunde muss nicht den Angebotspreis akzeptieren, sondern kann basarmäßig einen geringeren Preis vorschlagen. Der Händler wird über dieses Gebot informiert und kann dann entscheiden, ob er sein Produkt für den vom Kunden gewünschten Preis verkaufen will.

Ich habe einige Produkte testweise gesucht und auch bei zweien Gebote abgegeben, auf die ich naturgemäß noch keine Reaktionen habe. Dabei ist im Grunde erwartungsgemäß festzustellen, dass die Händlerpreise durchweg im Rahmen dessen liegen, was auch ansonsten im Internet preislich Usus ist. Die Händlerbasis von Gimahhot ist also nicht durchweg günstiger. Schnäppchen können sich allenfalls da ergeben, wo der Händler seine Lagerposten unbedingt auflösen will oder er Sonderposten günstig einkaufen konnte.

Grundsätzlich finde ich das Konzept der Warenbörse jedoch technisch, wie optisch äußerst gelungen. Kein blinkendes Farbenmonster im eBay-Stil beißt einem die Pupillen raus, vielmehr findet man einen äußerst aufgeräumten, sehr übersichtlichen Bildschirm vor, der einem ein übergroßes Suchfeld direkt vor die Nase hält. Wer damit nicht klarkommt, dem ist nicht zu helfen. Die Übersichtlichkeit setzt sich fort. Die Produktlisten sind nicht mit winzigen Schriften und kleinsten Zeilenabständen zusammengedrängt, sondern geben sich großzügig, ganz dem Motto, dass Bildschirmplatz kein Geld kostet. Sehr angenehm.

Die Produkteinzelseiten lassen ebenfalls keine Zweifel daran aufkommen, welche Möglichkeiten der geneigte Käufer nutzen könnte. Groß prangt der momentane Angebotspreis direkt über der genau so groß gehaltenen Eingabemöglichkeit für den Wunschpreis. Links neben dem Produkt findet man dann noch die Beschreibung, einen Chart mit der Preisentwicklung der letzten Zeit, sowie eine Übersicht der Gebote und Angebote. Da es für jedes Produkt nur eine einzige Übersichtsseite (das sog. Handelsfenster) gibt, kann es einem nicht, wie bei eBay üblicherweise, passieren, dass das gleiche Produkt an anderer Stelle bei Gimahhot günstiger angeboten wird. Schaut man sich zu verschiedenen Produkten die abgegebenen Gebote an, kommt man nicht umhin, einer Vielzahl von Kaufinteressenten gesunden Humor zu bescheinigen. Offenbar glauben einige an den totalen Markt, der nicht von Einkaufspreisen beeinflusst wird.

Die Zahl der Produkte bei Gimahhot (schon wieder vertippt, ich sag´s doch, zu kompliziert) ist schon ganz ansehnlich. Zur Händlerbasis lassen sich dennoch nur bedingt Aussagen treffen, da die Zahlungsabwicklung ebenfalls über die Plattform stattfindet, Händler dem Kunden mithin namentlich zunächst nicht bekannt werden. Aufgrund der relativen Spärlichkeit der Angebote selbst bei heiß begehrten Produkten, wie etwa Nintendos Wii, gehe ich aber davon aus, dass die Zahl der angeschlossenen Händler derzeit noch überaus übersichtlich ist. Dabei ist das im Grunde unverständlich, denn der Händler zahlt lediglich 3 % Provision im Verkaufsfalle. Es gibt keine sonstigen Gebühren. Da ist eBay keine Alternative.

Auch der Kunde hat, so er denn seine Preisvorstellungen durchsetzen kann, nur Vorteile vom Handel auf Gimahhot. Er zahlt selbstverständlich nicht nur keine Gebühren, er hat selbstverständlich das volle gesetzliche Rückgabe- und Rücktrittsrecht, er erhält volle Preistransparenz, da alle Angebote bereits Mehrwertsteuer und Versandkosten beinhalten und er hat zusätzlich die absolute Sicherheit, die Ware auch zu erhalten, da sämtliche Zahlungen über ein Treuhandsystem der Gimahhot GmbH abgewickelt werden. Kunde zahlt ein, Händler versendet, Kunde gibt Zahlungsfreigabe nach Erhalt und Prüfung der Ware. Erst dann erhält der Händler sein Geld. Möglich, dass das für so manchen, eher halbseidenen Onlinehändler schon eine Hürde darstellt. Insofern darf man ruhig angesichts der etwas dünnen Händlerbasis von Klasse statt Masse sprechen.

Vergleicht man Gimahhot mit einer Preissuchmaschine fällt ein weiterer eklatanter Vorteil ins Auge. Da der gesamte Handelsvorgang über Gimahhot abgewickelt wird, muss sich der Kunde nicht bei immer wieder neuen Händlern mehr oder minder aufwändig registrieren, um die günstigsten Preise zu beanspruchen. Hinzu kommen natürlich die weiteren Vorteile, wie der garantierte Warenerhalt, die inkludierten Versandkosten etc.

Als modernes Startup-Unternehmen hat es sich auch Gimahhot nicht nehmen lassen, einen Blog aufzusetzen. Neben der Eigenwerbung finden sich auch interessante Informationen zu besonders erfolgreichen Feilschern oder aktuelle Schnäppchen. Der preisbewusste Surfer sollte also auch hier regelmäßig vorbeischauen.

Mich überzeugt das Konzept. Ich habe spontan verbindliche Gebote, die auch keine Mondpreise erwarten, abgesetzt und würde mich freuen, wenn ich mit Gimahhot tatsächlich eine verlässliche Plattform für den täglichen Bedarf gefunden hätte. Dafür würde ich sogar meinen Amazon-Account verwaisen lassen. Ich habe an anderen Stellen im Web Kritik zum Design und zum Preisniveau gefunden. Man beschwert sich über die nüchterne Optik und die nicht immer allerbesten Preise. Dazu nur zweierlei: Ich finde das Design ist auf den Punkt und exakt das, was man von einer solchen Börse erwarten muss. Der Fokus liegt klar auf dem Handelsvorgang und nicht auf irgendwelchem Klickibunti-Mist, der einem nur im Wege steht. Ein Preis ist ein Preis, könnte man sagen. Aber ein Preis ist natürlich ein Preis für eine Gesamtdienstleistung, wenn man ihn richtig betrachtet. Und der Dienstleistungsrahmen rund um den Handelsvorgang ist mehr als überzeugend, um zu rechtfertigen, dass man vielleicht doch 2 Prozent teurer als Im- und Exporte Abdessalam von ausse Altstadt ist.

11 Gedanken zu „Gimahhot – Hand drauf!

  1. Hab grad mal geprobeklickt, gefällt mir sehr gut. Wie du schon sagtest: sehr übersichtlich, nix klickibunti, alle nötigen Informationen auf einen Blick. Aber der Name … eine Einladung zum Falschschreiben und nichts, wozu eine Assoziation aufkommen will.

  2. Hätte ich den Namen irgendwo gehört, hätte ich erstens nichts damit verbunden und zweitens hätte ich ihn nie fehlerfrei in eine URL übersetzen können. Schade, dass der eigentlich gute Dienst so ein Handicap mit sich rumtragen muss.

  3. Ich wüsste es noch nicht mal richtig auszusprechen. Es gibt ja auch viel verenglischtes im Netz, womit man als sozusagen Netzbürger ständig zu tun hat. Ein Wort mit `hot´ am Ende bekommt mir da automatisch so einen hier nicht-gewollten Beiklang

  4. Was ist schlecht an einer https-Verbindung?

    Und hm, dieters Links ist https geschrieben, aber in der Adresszeile lautet die URL http. Aber ich hab ja auch nicht so´ne Petze installiert.

    @dieter: vielleicht hab ich ne höhere Dosis Zwangsverpornung abbekommen. Oder du bist da schon abgehärteter :mrgreen:

  5. Vorsicht vor gimahhot!

    Servus aus Bayern!

    Habe im Dezember dort einen Artikel bestellt (Puzzleuhr mit 1000 Teilen).

    Lt. der Lagerliste befand sich der Artikel im Zulauf. Wie toll, denn sonst war der Artikel in Deutschland nirgendwo mehr zu bekommen.

    Habe bestellt und mir dann eine Woche Zeit gelassen, weil der Lagerstatus sich nicht änderte. Dann bekam ich Mails, ich solle überweisen, weil sonst der Kaufvertrag erlischt. Habe mich dann breitschlagen lassen und die € 23,- und ein paar zerquetschte überwiesen.

    Drei Tage später kam die Mail, das der Artikel nicht mehr lieferbar sei. Nicht mehr und nicht weniger.

    Daraufhin habe ich an gima… geschrieben, sie mögen mir bitte das Geld auf meine Konto zurücküberweisen. (Ist ja ein total sicheres Treuhandkonto!)

    Bis heute keine Reaktion (außer: Wir haben Ihre Nachricht erhalten und werden uns so schnell wie möglich bei Ihnen melden…)

    Die letzte Nachricht ist vom 23.01.2008.

    Also: Vorsicht! Und wenn Ihr zuviel Geld habt, sagt es mir, ich schicke euch dann meine Bankverbindung.

    Hoffe, ich konnte einige davon abhalten, sich die Finger zu verbrennen!

    Gruß

    Sven Goebel

  6. Hallo Herr Göbel!

    Danke für den Hinweis. Dass ein Artikel bei uns ausverkauft ist, soll eigentlich nicht, kann aber doch passieren. Das passiert anderen Shops auch ab und zu.

    Dass Sie trotz der Nichtlieferbarkeit und Ihrer Rückforderung des Kaufbetrages diesen nicht erhalten haben, soll auch jeden Fall nicht passieren. Wie das passiert ist, dazu kann ich um diese Uhrzeit leider nichts konkretes sagen, die Mitarbeiter im Kundenservice haben bereits Feierabend.
    Möglicherweise ist Ihre Email nicht bei uns angekommen. Das werde ich aber sofort morgen früh prüfen lassen, ein Mitarbeiter wird sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen und Sie erhalten dann selbstverständlich umgehend Ihr Geld zurück.

    Und noch mal allgemein: Eine generelle Warnung vor Gimahhot ist mehr als unangebracht. Wir haben jeden Monat mehrere tausend zufriedene neue Kunden. Dass es in einem geringen Prozentsatz aller Vorgänge auch mal zu Problemen kommt, ist nicht völlig auszuschließen.
    Wir arbeiten aber daran, Ihr Problem nun umgehend zu beheben.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Thomas Promny
    Geschäftsführer

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