amapur – it’s my life (don´t you forget), Part 1/2

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Dick zu werden ist wesentlich leichter als schlank zu bleiben. Und dick zu bleiben ist nochmal wesentlich leichter als schlank zu werden. Wie es scheint, reicht schon ein halber Liter Bier, um die Wampe auf ewig zu zementieren, während aber 10 Stunden Fitnessstudio pro Woche nicht annähernd genug sind, um den Pfad des Abnehmens mit sichtbarem Erfolg zu beschreiten. Seit Anfang April habe ich mich gequält. Bis zu drei Stunden pro Training und bis zu vier Mal in der Woche beackerte ich die diversen Geräte, die modernes Bodyforming versprechen. Ein Forming hat zwar stattgefunden. Ich habe sicherlich eine ganz ordentliche Muskelmasse aufgebaut, aber ich habe dabei kein einziges Pfund Gewicht verloren. Die Speckrollen sind immer noch in gleicher Größe an den gleichen Stellen quasi „anhängig“.

Schier begeistert war ich daher, als mir Trigami eine Ausschreibung der Firma Amapur GmbH übermittelte. Gegen Honorar sollte ich einen Testbericht schreiben und dazu noch das 14-Tage-Starterpaket der Spezialdiät für Männer gratis erhalten. Eine klassische Win-Win-Situation, wenn auch nur für mich und mich, dachte ich mir. Unmittelbar nach Zuschlagserteilung durch Amapur orderte ich also die vermeintliche Wunderwaffe gegen meinen Bauchspeck. Am folgenden Tag bereits überreichte mir der DHL-Bote ein kleines Paket mit einem ganz ordentlichen Gewicht. Paket und Inhalt boten sich in reinweißer, moderner Optik als durchaus zeitgemäße und wertige Produkte dar. Ich kam mir sehr privilegiert vor.

Übers Wochenende studierte ich die beiliegende Anleitung, sowie die Website und den – übrigens sehr gut gemachten – Produktblog mit vielen nützlichen Informationen rund um’s Abnehmen, auch mittels „normaler“ Nahrungsmittel. Am Montag begann ich mit höchster Motivation meine Amapur-Diät:

Montag – Tag 1:

Die Waage zeigt 113,4 Kilogramm bei einem Bauchumfang von stattlichen 112,5 Zentimetern. Eine mächtige Plauze ist das, deren optischer Eindruck nur dadurch nicht verheerend ist, dass meine Schulter- und Brustpartie noch wesentlich voluminöser ist, ohne dabei fett zu sein. Ich beginne den Tag mit einem Amapur-Müsli der Geschmacksrichtung Schokolade. Das Prinzip der Diät besteht darin, dass man stündlich eine „Mahlzeit“ zu sich nimmt. Was das jeweils ist, lässt sich frei aus dem Amapur-Sortiment wählen. Ich hätte also anstelle des Müsli auch eine Tomatensuppe, einige Kekse, einen „Snack-Riegel“ oder ein Getränk (Frappé genannt) wählen können.

Gewöhnungsbedürftig bei allen mit Flüssigkeit zu kombinierenden Amapur-Mahlzeiten ist, dass man stets nur Wasser nehmen darf. Eine Tomatensuppe mit 150 ml Wasser anzurühren, ist zwar nachvollziehbar, gleiches jedoch mit einem Erdbeershake oder einem Müsli zu tun, widerstrebt mir in erheblichem Maße. Gewöhnungsbedürftig ist dann auch der resultierende Geschmack. Beim morgendlichen Müsli dominiert zwar noch schwach der Schokoladenanteil, jedoch kann ich nicht verhehlen, dass mich der wässrige Charakter und der nichtssagende geschmackliche Gesamteindruck nicht eben in Genusslaune versetzt. Das in jeder Amapur-Mahlzeit enthaltene Guar, ein Quellstoff, verrichtet recht schnell seine Dienste und füllt einem den Verdauungstrakt mit einer kalorienfreien gallertartigen Masse. Als ich eine Stunde später wieder eine Mahlzeit zu mir nehmen muss, bin ich nicht mal hungrig, trotz der Aufnahme eines „Müsli“, das in eine Espressotasse gepasst hätte.

Der nächste Geschmacksschock erwartet mich. Ich wähle einen Snackriegel der Geschmacksrichtung Cereal. Erwartungsfroh reiße ich die metallene Verpackung auf und sehe vor mir zwei winzig kleine Pressstreifen, die ein vorbeischlendernder Kollege spontan „Pellets“ tauft. Der Anblick dieser „Mahlzeit“, von knüppelharter Konsistenz und praktisch geruchsfrei, regt bei mir nicht eben den Speichelfluss an. Ich beiße hinein, fast augenblicklich zerfällt das Pellet zu Staub auf der Zunge und klebt sich unter Beimischung von Speichel nachhaltig in das Zahnprofil. Kurze Zeit später wirkt auch hier wieder der oder das Guar. Hunger verspüre ich keinen mehr, habe aber auch ohnehin keine Lust mehr, etwas von den leckeren „Convenience-Mahlzeiten“ zu verspeisen.

Tapfer bleibe ich dran. Als nächstes breche ich mir fast die Zähne an den Keksen der Geschmacksrichtung Soja. Drei Stück davon bilden wiederum eine Amapur-Mahlzeit. Ich zerbeiße unter größter Kraftanstrengung den ersten Keks. Buah, Kümmel. Weil ich nicht ganz sicher bin, ob ich da im Sojakeks tatsächlich Kümmel geschmeckt habe, nehme ich die beiden übrigen Kekse auch noch zu mir. Es ist Kümmel! Wieder wirkt das Guar sehr schnell, hinzu kommt allerdings auch noch ein Gefühl, als läge mir ein Stein im Magen. Ich schütte vorsichtshalber 1,5 Liter Wasser in mich hinein. Das Gefühl vergeht.

Am späten Nachmittag entscheide ich mich für das erste Frappé. Vanille soll es sein. Ich mische es mit 150 ml Wasser an, schüttele es im Shaker so heftig wie möglich durch und trinke es. Mag sein, dass ich empfindlich bin, aber es wäre mir fast wieder hochgekommen. Die Drinks fühlen sich im Mund an wie warmgemachte Gummibärchen und schmecken – zumindest nach meinem Geschmack – wie eingeschlafene Füße.

Die Tomatensuppe am Abend versöhnt mich wieder etwas mit meiner Amapurdiät. Sie schmeckt tatsächlich nach Tomate, wenn auch wieder das Verdickungsmittel dominiert und von Gewürzen, insbesondere Salz eher nicht die Rede sein kann. Ohne Hunger, aber auch ohne das gute Gefühl, etwas Vernünftiges zu essen bekommen zu haben, gehe ich zu Bett.

Dienstag – Tag 2:

Die Waage zeigt 111,1 Kilogramm bei einem Bauchumfang von immer noch stattlichen 110 Zentimetern. Nanu? 2,3 Kilo und 2,5 Zentimeter an einem Tag verloren? Eine gewisse Begeisterung stellt sich ein, obschon ich natürlich weiß, dass in den ersten Tagen hauptsächlich Wasser und Darminhalt abhanden kommen. Der gute Start motiviert mich dennoch zum Weiterfasten, so habe ich die Amapurdiät für mich genannt, denn von Essen kann eigentlich keine Rede sein; bestenfalls von der Zuführung lebenswichtiger Nahrungsstoffe.

Ich teste über den Tag verteilt weitere Frappés (Erdbeer, Mokka) und komme damit genausowenig zurecht, wie mit dem Vanilleshake tags zuvor. Sämtliche Frappés wandern in den Schrank und werden sicher nicht mehr vorgeholt! An die Snackriegel hingegen kann ich mich gewöhnen, denn mit Ausnahme des zuerst getesteten Cereal-Riegels schmecken die alle recht gut, insbesondere die mit den Kokosraspeln. An das hartnäckige Verkleben des Zahnprofiles habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Auch bei den Keksen gibt es zwei Überraschungen. Hafer-, sowie Kartoffel-Dinkel-Kekse kann man ganz gut knabbern. Die Kartoffel-Dinkel-Kekse passen bestimmt auch hervorragend zum Bier…

Abends bleibe ich bei der Tomatensuppe. Mit Schrecken stelle ich vor dem Zubettgehen fest, dass ich mit meinem Startpaket keinesfalls 14 Tage auskommen kann, da ich Sojakekse, sowie sämtliche Frappés als ungenießbar an die Seite getan habe. Damit bleibt mir nur eine Packung Müsli, zwei Packungen Kekse, zwei Dosen Suppe und ein Dutzend Doppel-Riegel.

Mittwoch – Tag 3:

Die Waage zeigt 110 Kilogramm bei einem Bauchumfang von weiterhin stattlichen 108,5 Zentimetern. Man kann nicht behaupten, dass man nicht kontinuierlich abnehmen würde. Ich beschließe, die Zeit zwischen zwei Mahlzeiten von einer Stunde auf anderthalb Stunden auszuweiten und mittags, sowie abends „echte“ Lebensmittel in die Ernährung einzubauen. So esse ich mittags eine Laugenstange ohne alles und abends zwei halbe Vollkornbrötchen mit Frischkäse. Dazwischen immer tapfer Kekse und Snackriegel.

Donnerstag – Tag 4:

Die Waage zeigt 109 Kilogramm bei einem Bauchumfang von 107,5 Zentimetern. Ich beschließe, die Amapurdiät nur noch in der Zeit zwischen den drei Hauptmahlzeiten zu nutzen, um Heißhunger zu bekämpfen und die Nahrungsmenge bei der jeweiligen Hauptmahlzeit reduzieren zu können. Ich esse ein Müsli mit fettarmer Milch am Morgen, mittags Heringsfilets mit Kartoffeln und abends zwei Scheiben Vollkornbrot mit Frischkäse. Natürlich nehme ich zwischendurch brav die Guargetränkten Amapur-Mahlzeiten ein.

Freitag – Tag 5:

Die Waage zeigt 108 Kilogramm bei einem Bauchumfang von 106 Zentimetern. Ich habe also in fünf Tagen über fünf Kilo Gewicht, sowie 6,5 Zentimeter Bauchumfang verloren. Das ist natürlich beachtlich. Ich beschließe, die Ernährung der letzten Tage so fort zu setzen und frühstücke wieder ein normales Müsli mit fettarmer Milch. Wenn ich so weitermache, werden die „genießbaren“ Amapur-Nährstoffe noch bis etwa Montag reichen, aber wahrscheinlich werde ich am Wochenende um die ein oder andere Sünde nicht herumkommen, so dass ich vielleicht dann, je nach Intensität der Zuführung von „Fremdstoffen“ doch noch bis nächsten Mittwoch auskommen kann.

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Wenn ich alles Essbare aufgegessen habe, werde ich einen Schlussbericht erteilen…

19 Gedanken zu „amapur – it’s my life (don´t you forget), Part 1/2

  1. @Chris: Angeblich versorgt einen das Amapur-Zeug rundum ud in der Tat musste ich bislang nicht mit Schwächeanfällen kämpfen. Ich habe allerdings den Sport in dieser Woche etwas zurück gefahren.

    @KK: Amapur ist nicht erklärt. Ich würde es aber lateinisch betrachten. Irgendwie frei übersetzt also „Liebe es natürlich“. Ob’s stimmt? Keine Ahnung…

    Gesund soll es sein. Die Nährwertangaben deuten auf nichts anderes hin. Die Inhaltsangaben ebenso wenig. Das Gefühl lässt auch nichts anderes vermuten.

    Was den Jojo-Effekt betrifft. Ich hoffe, diesen nicht testen zu müssen. :mrgreen:

  2. Einfach mehr Obst und Gemüse essen und weniger Fett täte es sicher auch, kostet weniger und schmeckt vor allem besser.

    Habsch null Verständis für so Produkte 🙄

  3. @KK: Ich schon. Rein psychologisch betrachtet dürfte es wesentlich einfacher sein, jemandem ein einfaches System wie amapur, nahe zu bringen, als ihm Kalorienzählerei plausibel zu machen und weitergehende HIntergründe zu vermitteln.

    Nicht nachdenken, einfach jede Stunde son Riegel essen: Klappt. Klappt ja auch.

    Fairerweise muss man sagen, dass amapur im genannten Blog auch viele Informationen zur Ernährung ohne amapur-Produkte liefert. Was sehr bemerkenswert ist und auf ein echtes Anliegen neben dem Kohleverdienen schließen lässt.

  4. Ich halt’s lieber mit Obelix: „Hier gibt’s nur einen Dicken, und der ist nicht dick!!“ 😉

    Vielleicht lag der Misserfolg im ersten Versuch (Fitnessstudio) aber auch am Programm. Da gibt’s nämlich Übungen für Muskelaufbau, aber auch solche für Fettab- und Konditionsaufbau. Und ausreichende Bewegung dürfte dem Körper mehr nützen als ein paar abgehungerte Pfunde.

    Fragt sich nur, wo man eigentlich hin will. Dünne leben zwar angeblich länger, aber viele sehen so unzufrieden aus, dass es ihnen vermutlich nur so vorkommt …

  5. Ja, klar. Ich hätte mehr Cardiotraining machen müssen. Bloß finde ich das stinklangweilig. Also habe ich´s mit extremem Muskeltraining versucht, nach dem Motto „Hauptsache schwitzen“. War nix.

    Mein persönliches Wohlfühlgewicht liegt so bei 95 Kilo. Da bin ich dann immer noch weit vom Normalgewicht entfernt. Aber im Moment liege ich sogar da noch 10 Kilo drüber…

  6. Also wieder mal die Frage, wie der Gewinn bezahlt wird, mit Langeweile oder eigenartigen Geschmacksempfindungen. Die Brachialmethode – Entfernen eines Körperteils wie etwa Amputation eines Beines – entfällt dann vermutlich ebenfalls wegen Nichtgefallens der Kosten/Nutzen-Relation, obwohl das angeblich bei Politikern recht beliebt sein soll: die Entfernung des Gehirns bringt zwar nur ca. 1,7 kg, fällt aber äußerlich nicht auf und ist in diesem Beruf nicht karriereschädlich.

  7. Die Wirkung von Sport im Allgemeinen und Cardio-Training im besonderen könnte ich schon sehr preisen. Allein ist meine missionarische Ader vor Geburt vergessen worden einzubauen 😉 Wenn ich könnte, würde ich das Training jederzeit wieder aufnehmen. Sag ich, die vor nicht allzu langer Zeit noch jedem einen Vogel gezeigt hätte, der mir vorausgesagt hätte, ich würde nicht nur *gerne* sporteln gehen, sondern es auch vermissen.

    Ich hatte ich anfangs in der Fit-Bude auch gewundert, daß ich an Gewicht zulege, statt zu verlieren. War doch sehr beruhigt zu hören, daß das Mehrgewicht die aufgebauten Muskeln sind 😎 Die Langeweile vom Cardio-Training hab ich abgemildert, indem ich sechs verschiedene Geräte á 10 Minuten gemacht hab. 10 Minuten war aber auch die oberst erträgliche Grenze …

  8. @sv: In der tat gibt es zwischen dem Frauen- und dem Männerpaket nur einen einzigen Unterschied. Und das ist der hier. Im Frauenpaket findet sich ein Püllchen Vitalstoffe für Frauen, im Männerpaket eben eins für Männer. Die sonstigen Pülverschen, Kekse und Snacks sind identisch.

  9. Den fresshemmenden Hauptbestandteil gibt es offenbar auch in der Apotheke für einen moderaten Betrag. Wenn man den nun in den Joghurt rührt und damit den Hunger reduziert, vielleicht nützt das ja auch schon was. Hat schon mal jemand mit seinem Apotheker drüber geschnackt?

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