Sportsfreunde.de – Die Community für den kommunikativen Sportler

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Galt es dunnemals als schick, Mitglied in möglichst vielen Vereinen, also ein echter deutscher Vereinsmeier, zu sein, gilt es heute als umso schicker, sich Mitglied in möglichst vielen web-zwo-nulligen Communities nennen zu können. Jedenfalls, wenn man die Communitybetreiber fragt. Es ist erstaunlich, mit welcher Akribie immer neue Portalbetreiber immer mehr Real-Life-Konzepte in die Virtualität zu übertragen suchen. Allerdings ist das nicht bei allen gleichermaßen sinnvoll.

Nehmen wir beispielsweise ein Gesundheitsportal oder – älterer Begriff – ein Forum zu einem Spezialthema. Hier macht die Virtualisierung Sinn, da auf diese Weise ein theoretisch unbegrenzt großer Userpool aus insgesamt in der Regel aber relativ wenigen Problembetroffenen sich gegenseitig Hilfestellungen anbieten kann. Eine Art themenbezogenes Wikipedia entsteht, wenn auch nicht unmittelbar mit diesem Ziel vor Augen. Welcher Internetnutzer hat derartige Angebote noch nicht genutzt? Auch sinnvoll kann es sein, wenn man Single ist und ständig vor dem Computer hängt, sich bei einer der Single-Communities anzumelden. Möglicherweise kann sich die Chance auf Erfolg durch die schiere Zahl der Nutzer und deren räumliche Grenzenlosigkeit deutlich erhöhen. Eine weitere schöne Sache, besonders als Hilfe bei der Reiseplanung, sind die diversen Reisecommunities, die einen Schritt weiter gehen als das normale Bewertungsportal und Erlebnisberichte oder sogar Blogs integrieren, wie zB tripflip.de. Das ist für mich alles nachvollziehbar.


Nun gibt es seit kurzem die Community Sportsfreunde.de. Sportsfreunde.de möchte die Freundinnen und Freunde des Sports zusammenbringen und daraus eine virtuelle Gemeinschaft mit realen Auswirkungen, zB durch die Vermittlung von Sportpartnern formen. Hmm. Beginnen wir am Anfang.

Mein erster Eindruck beim Anschauen der Startseite ist im Grunde keiner. Nichts spricht mich an, nichts bewegt mich dazu, mich näher mit der Seite zu beschäftigen. Ein spontaner Nutzen ist mir nicht auffällig. Optisch ist das Angebot so schick wie jedes andere WebZwoNull-Ding auch. Ich fühle mich spontan an Sevenload und Technorati erinnert, was dem Thema als Assoziation wohl eher schadet als nützt. Die Bilder der Mitglieder auf der Startseite lassen mich dann auch noch an eine Kontaktbörse junger, strammer Burschen denken. Im Grunde will ich weiterziehen. Ich befürchte, dass sich exakt so der durchschnittliche Nicht-Trigami-Auftragnehmer, also der handelsübliche User benehmen wird, es sei denn, es handelt sich um einen kontaktsuchenden, jungen, strammen Burschen. Damit kann man natürlich auch eine große Community aufbauen. Es ist allerdings fraglich, ob diese sich in die augenscheinlich vom Betreiber angestrebte Richtung eines Portals mit Breitenwirkung entwickeln würde.

Ich klicke auf „Wer wir sind“, weil mich Videos von Ruderern und Bilder von jungen, strammen Burschen nun mal aber wirklich gar nicht interessieren. Hinter „Wer wir sind“ finde ich eine ganze Menge Informationen, nur nicht die Antwort auf die Frage „Wer wir sind.“. Dennoch bin ich nicht unzufrieden mit meiner Wahl, denn hier erhalte ich einen recht kompakten Überblick darüber, was der User an Nutzen zu erwarten hat, so er die jeweiligen Angebote für sich als Nutzen definiert.

Das bereits erwähnte Angebot „Suche Tennispartner“ (ersetze Tennis durch beliebige Sportart) fällt mir erneut auf. Ich kann mir vorstellen, dass nicht im Verein organisierte Sportlerinnen und Sportler hierin tatsächlich einen Nutzen sehen könnten. Die müssen aber insgesamt ganz schön einsam sein, denke ich traurig und voller Mitgefühl.

Ich wähle einen anderen Punkt und suche nach Vereinen in meiner Umgebung. Denn die können sich auf Sportsfreunde.de präsentieren. Ich finde zwar eine Handvoll Vereine, allerdings kann von Präsentation keine Rede sein. Keine Bilder, kein gar nichts, nur die reine Adresse wird „präsentiert“. Nicht einmal Ansprechpartner und/oder Telefonnummern gibt man dem suchenden Sportsfreund.de an die Hand. In jedem Telefonbuch finde ich mehr Informationen. Natürlich kann man hier zu Recht einwenden, dass die Präsentation der Vereine auch Sache der Vereine ist. Sprich, wenn ein Vereinshansel seine Informationen nicht vollständig erfasst, dann kann der Betreiber des Portals da nichts für. Stimmt! Macht aber am Ende keinen Unterschied.

Ich klicke weiter und begebe mich in die eigentliche Community. Hier können sich die Sportsfreunde zum Beispiel Gruppen anschließen oder in Foren diskutieren. Hier werden sich also vorwiegend Sportler vernetzen, deren Sportart eher im Einzelkampf oder in ganz kleinen Gruppen, außerhalb des Vereinslebens stattfindet. Entsprechend viele derartiger Gruppen, wie etwa die der Triathleten, Biker, Schachstrategen oder Alpinisten finden sich denn auch. Die Diskussionen in den Foren befinden sich derzeit eher im Stadium des Warm-Up. Eine deutliche Zahl von Forenbeiträgen sind erkennbar betreiberseitig initiiert, um Diskussionen in Gang zu bekommen. Hier darf man gespannt sein, ob wirklich eine stabile Nutzerbasis einerseits und ständig neue interessante Themen andererseits gefunden werden können, um der leeren Forenbude Leben einzuhauchen. Für mich ist das eigentlich nur für die Mannschaftssportarten und da insbesondere den Fußball mit einer günstigen Prognose zu begleiten. Fußballfans sind bekanntlich großmäulig genug, sich permanent und laut vernehmlich zu ihren Vereinen äußern zu müssen. Vielleicht irre mich aber auch und der durchschnittliche Läufer diskutiert ständig, gern und erregt über den besten Laufschuh oder die Sommerevents in Tuxing oder mit dem Bodybuilder über das beste Einweiß.

Ein Eventkalender darf natürlich nicht fehlen. Hier könnte der Vereinshansel akribisch seine Veranstaltungsplanung veröffentlichen. Der Triathlet aus dem Nachbarort kann so seinen Trainigsplan optimieren und alle wissen Bescheid. Ein sinnvolles Feature für nicht vereinsorganisierte Sportler, denn in den Vereinen dürfte Terminplanung und -kommunikation eher zum täglichen Brot zählen. Außerdem wird es den Triathleten aus Dortmund vielleicht interessieren, wann in Linsengericht ein Triathlon veranstaltet wird, während es den 1. FC Gorleben eher nicht kümmern wird, dass nächsten Sonntag die Spielvereinigung Oberstdorf gegen die Borussia Reichenhall anzutreten beabsichtigt.

Völlig nutzlos scheint mir auf den ersten Blick die Möglichkeit zu sein, Bilder und Videos hoch zu laden. Erstens gibt es für diesen Zweck bereits eine Vielzahl alternativer Anbieter und zweitens kann ich mir nicht vorstellen, wer sich für meinen Zieleinlauf beim Sackhüpfen in Tittmaning interessieren wollen wollte. Nicht mal ich selbst hätte ein Interesse daran…

Zeit für ein Fazit: Sportsfreunde.de kommt mit seiner austauschbaren Standardoptik relativ leblos rüber. Aufgrund der geringen Zahl aktiver Beiträge im weiteren Sinne, also gleich ob Mitglieder, Gruppen, Vereine, was auch immer, tritt das zugrundeliegende Datenbankkonzept auch optisch sehr stark in den Vordergrund, was den Eindruck der Leblosigkeit noch verstärkt. Auch wenn man dem Portal eine gute Bedienbarkeit nicht absprechen kann, stellt sich doch die Frage, warum man es bedienen wollen sollte. Der Partnersuchende kann es halt mal testen. Womöglich wäre Sportsfreunde.de auch tatsächlich was für Vereine. Allerdings kenne ich die verkrustete deutsche Vereinslandschaft schon recht lange und kann mir eher schlecht vorstellen, dass sich ausgerechnet dieses Relikt der Kaiserzeit offen, transparent und kommunikativ über den eigenen Tellerrand hinaus zu beteiligen beabsichtigen wollen könnte. Als Community für Sporteinzelkämpfer könnte das Projekt auch in Frage kommen, Breitenwirkung wäre aber so nur eingeschränkt zu erzielen. Außerdem sind Sporteinzelkämpfer auch ansonsten eher Einzelkämpfer.

Alles in allem sage ich abschließend: Ich würde mich freuen, wenn Sportsfreunde.de in den nächsten Monaten meine Skepsis durch turbulentes Wachstum als unbegründete Miesepetrigkeit dastehen lassen würde. Ich rechne allerdings nicht damit.

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