Flug DE 3894

„Beeilt Euch Kinder! In einer halben Stunde kommt das Taxi, das uns zum Flughafen bringt. Und Ihr seid nicht mal fertig angezogen. Gegessen habt Ihr auch noch nichts. Immer das Gleiche. Wenn Ihr schnell machen sollt, werdet Ihr unendlich langsam!“

Sie weiß, dass ihre Worte die Kids sowieso nicht erreichen, jedenfalls nicht wirklich, aber sie muss sprechen, um ihre eigene Aufgeregtheit zu kanalisieren. Sie kann es kaum erwarten in dieses verdammte Flugzeug zu steigen und zweieinhalb Stunden später ihren Mann zu umarmen. So ein Dasein als einsame Alleinerziehende ist auf Dauer nichts für sie. Gut, dass das bald ein Ende hat. Nach dem Urlaub wird ihr Mann wieder mit nach Deutschland fliegen.

Manchmal hat sie schon an ihm gezweifelt. Was treibt er wohl den ganzen Tag und vor allem die ganze Nacht? Und dann noch auf so einer schicken Insel bei schönem Wetter und einem bekanntermaßen regen Nachtleben. Aber er hat sie jeden Abend angerufen, sich nach den Kindern und ihr erkundigt und all ihre kleinen und großen Sorgen aus der Ferne mit ihr geteilt. Eigentlich ist sie sicher, dass er ihr treu geblieben ist. Er hat auch immer so erschöpft, beinahe unglücklich geklungen. Dieses Softwareprojekt scheint ihm schwer zu schaffen zu machen. Obschon er ihr fast nichts davon erzählen durfte, ist sie überzeugt davon, dass ihr Mann irgendeinen inneren Konflikt austrägt, der mit dem Projekt zusammenhängen muss. Sei´s drum. Es ist vorbei. Jetzt ist Urlaub angesagt und dann geht es gemeinsam wieder heim.

„Wo bleibt Ihr denn? Ich dachte, Ihr freut Euch so auf Papa. Wollt Ihr den Flug etwa verpassen?“ Ihre Töchter, ihre Wunschkinder, die eine vier, die andere sechs Jahre alt, kommen angerannt. Jedesmal fällt ihr auf, wie ähnlich die beiden ihrem Vater sehen und wie ähnlich sie ihm auch ansonsten sind. Das hat ihr in den letzten Monaten sehr geholfen. So war ein Teil von ihm immer bei ihr. „Natürlich wollen wir mit. Wir sind auch schon fertig. Wo ist das Taxi?“ Die Kleinere, vorlaut wie immer, schaut sie trotzig an. „Schön, dass Du fertig bist. Aber glaubst Du nicht, Du solltest auch ein Paar Schuhe anziehen?“ „Und Du,“ sie schaut ihre Erstgeborene an, „könntest schon mal Oma anrufen und ihr tschüss sagen. Sie freut sich doch immer so, wenn sie was von Euch hört!“ „In der Küche stehen übrigens Schnitten. Esst ein paar davon. Wer weiß, wann es wieder was gibt.“ ruft sie ihren Töchtern hinterher.

Auch das noch, denkt sie, ein schwatzhafter Taxifahrer. Dabei wollte sie auf der nahezu einstündigen Fahrt ein bisschen entspannen. Die Kinder spielen friedlich auf dem Rücksitz. Das klappte schon immer perfekt. Gut, dass der Altersunterschied so gering ist, auch wenn die ersten Jahre aus Muttersicht von wegen Nachtruhe und so die Hölle waren. Im Radio laufen die Nachrichten. Um dem Taxifahrer nicht zuhören zu müssen, konzentriert sie sich auf den Radiosprecher. Der erzählt allerdings auch seit Tagen das Gleiche. Verteidigungsminister Jung will Flugzeuge abschießen lassen, wenn diese von Terroristen gekapert und gegen zivile Ziele, wie z.B. Fußballstadien als Bomben eingesetzt werden. Sie wundert sich stets auf´s Neue, warum der Jung jetzt plötzlich mit diesem Thema kommt, sechs Jahre nach der WTC-Katastrophe und ohne konkreten Anlass. Der hat doch sonst immer den Mund gehalten und wenn nicht, dann ging es um uninteressantes Zeug. Sie kann sich nicht erinnern, aus Jungs Mund schon einmal etwas erinnernswertes gehört zu haben. Wichtigtuer, denkt sie, der hat bestimmt Potenzprobleme. Sie muss grinsen.

Der Taxifahrer fühlt sich animiert. „Finden Sie das etwa witzig, was der Jung da vorhat? Oder warum grinsen Sie so?“ „Nein, nein. Ich bin in Gedanken. Ganz weit weg.“ Sie fühlt sich unwohl, wie immer, wenn sie lügt. Um das schlechte Gewissen zu vertreiben, beschliesst sie, ein Stück weit auf den Taxifahrer zu zu gehen. „Was halten Sie denn von der Sache mit den Flugzeugabschüssen?“ fragt sie, ohne im Grunde an der Antwort interessiert zu sein. „Ich bin dafür!“ Der Taxifahrer scheint zumindest eine klare Meinung zu haben. Sie schaut etwas erstaunt. „Kommt natürlich drauf an“ beeilt sich der Taxifahrer nachzuschieben. „Es muss selbstverständlich das letzte Mittel sein. Keine anderen Möglichkeiten mehr und so.“ „Ja, ist klar!“ Sie findet, sich genügend weit auf den Taxifahrer eingelassen zu haben. So ein Blödsinn überhaupt. Als ob ein deutscher Demokrat jemals wirklich seine eigenen Staatsbürger abschießen würde. Ein Maulheld, dieser Jung. Kleiner Pimmel, würde ihr Mann jetzt sagen. Sie grinst schon wieder.

Aufgrund eines Staus kommen sie recht spät am Flughafen in Düsseldorf an. Ihr Abfertigungsschalter weist eine Schlange auf, die fast bis zum Eingang reicht. Na, das kann ja dauern, denkt sie. Glücklicherweise hat sie Sitzplätze reserviert. Sicherlich würden sie sonst verteilt im Flugzeug sitzen müssen. Segnungen der modernen Technik. Noch vor gut zehn Jahren wurde mit kleinen Aufklebern anstelle von IT-Systemen gearbeitet. Ihr Mann, der beste Informatiker der Welt, gehört zu den Helden dieses Zeitalters. Natürlich weiß sie, dass er ganz andere Software als Buchungssysteme entwickelt. Na und? Buchungssysteme gibt’s ja auch schon.

Ihre Mädchen rennen durch die Halle. Über eine Stunde Taxi fahren hat ihren Bewegungsdrang ins Unermessliche wachsen lassen. Glücklicherweise ist nicht Hauptflugverkehrszeit. Außer dem Check-In für DE 3894 sind kaum Schalter aktiv. So kann sie ihre Kinder beruhigt toben lassen. Unmittelbar vor ihr in der Schlange stehen drei ungewöhnliche Typen. Sie sprechen irgendeinen Kauderwelsch mit vielen ach- und och-Lauten drin. Könnte Arabisch sein, denkt sie. Allerdings passt die Optik der drei Herren nur eingeschränkt. Zwei der drei machen einen eher nordischen Eindruck. Sie scheinen locker drauf zu sein. Nette Kerle eben. Sie hat noch nie Probleme mit Ausländern gehabt. Klar, es gibt da auch unfreundliche Zetgenossen, aber die gibt es auch in reinrassig deutsch. Leben und leben lassen ist seit jeher ihr Motto und bislang ist sie gut damit gefahren.

„Gate I 11“ verfügt die Flughafenbedienstete knapp und reicht ihr die Bordkarten. Sie werden alle in einer Reihe sitzen. Die Vierjährige darf während des Starts, die Sechsjährige während der Landung am Fenster sitzen. So haben die beiden das bereits vor Wochen untereinander vereinbart. Sie selbst wird am Gang sitzen. Der Airbus A 320 bietet zwei gegenüberliegende Reihen von je drei Sitzen. Sie sitzt gern am Gang. Da kann man auch mal das Bein ausstrecken, ist näher an der Stewardess und die Kids können, wenn überhaupt, dann relativ unbehelligt schlafen, mit ihr als Schutzschild.

Auf der anderen Seite des Ganges nehmen die drei Herren Platz, die schon in der Schlange vor ihr gestanden hatten. Scherzend machen sie es sich gemütlich. Ihr Handgepäck stellen sie vor ihren Sitzen ab. Einer grinst freundlich herüber. Es ist einer der nordischen Typen. „Ihre Mädchen fliegen wohl öfter? Die sind ja total routiniert!“ spricht er sie in perfektem Deutsch an. „Ja, schon seit ihrer Geburt eigentlich. Wir mögen die Sonne!“ Sie lächelt unsicher. Hoffentlich keiner dieser Aufreißer. Meist muss man diesen Typen recht schnell recht unmissverständlich begegnen. Das könnte die nächsten zwei Stunden unnötig belasten. Sie beschließt, eine freundliche Distanziertheit an den Tag zu legen. Der Norde lässt es allerdings von sich aus auf sich beruhen. Gut.

Es ist bei jedem Start so. Sie fragt sich, warum – um Himmels Willen – sie in dieses fliegende Stück Metall eingestiegen ist. Natürlich kennt sie die Statistik. Fliegen ist die sicherste Art zu reisen. Ihre Angst ist irrational. Andererseits sterben bei so einem Flugzeugabsturz immer gleich soviele Menschen, da müssen schon etliche Autos ineinander krachen. Nach dem Start, mit dem Erreichen der Reiseflughöhe wird sie sich wieder beruhigt haben. Es ist schließlich bei jedem Start so.

Diesmal jedoch ist alles anders. Die Maschine hat kaum die Landebahn verlassen, als die drei Herren synchron in ihrem Handgepäck zu kramen beginnen. Sie geben sich gegenseitig kleine Gegenstände, die sie wie in einem Puzzle zusammenstecken. Es dauert einige Minuten, bis sie erkennt, dass die freundlichen Herren anscheinend überdimensionale Messer basteln. Das Material sieht ein bisschen aus wie Porzellan. Könnten das Keramikwaffen sein? Die gingen unbehelligt durch den X-Ray, hat sie jedenfalls schon mal gehört. Dazu kommt noch, dass keiner der Drei ein vollständiges Set in seinem Handgepäck hatte. Wie sollte das Sicherheitspersonal sowas finden? Sie wundert sich, dass sie keine Angst empfindet. Müsste Sie das nicht, als ordentliche Mutter? Ach was, das ist völlig surreal. Wer weiß, was die da wirklich basteln. Messer. Das ist doch absurd!

Leider irrt sie sich nicht. Etwa zehn Minuten nach dem Start springen die vormals freundlichen Fremdsprachler aus ihren Sitzen. Eine Stewardess eilt herbei, um auf die Gurtpflicht zu verweisen. Sie halten ihr ihre Messer unter die Nase und verlangen, ins Cockpit gebracht zu werden. Die drei verschwinden mit der Flugbegleiterin nach vorn.

Umgehend verbreitet sich Unruhe unter den Augenzeugen des Vorfalls. Erinnerungen an 9/11 werden wach. Das Flugzeug ist vollbesetzt. Die Nachricht über den bewaffneten Zwischenfall verbreitet sich von Reihe zu Reihe. Unter den 180 Passagieren befinden sich Ärzte, Rechtsanwälte, Richter, Unternehmer, Industriemeister, Versicherungsmakler, Polizisten, Soldaten; ein Querschnitt des Mittelstands im Disaster vereint. Zwei der drei Entführer kommen aus dem Cockpit zurück in den Fahrgastraum und positionieren sich jeweils strategisch günstig, um soviele Passagiere wie möglich in Schach zu halten.

Einer der nordischen Typen, der gleiche, der sie nach ihren Kindern gefragt hatte, ergreift das Wort. „Euch passiert nichts, wenn Eure Regierung unsere Forderungen erfüllt. Wir sind keine Barbaren. Wir beabsichtigen nicht, Euch zu töten. Natürlich werden wir das dennoch tun, wenn uns keine andere Wahl bleibt. Verhaltet Euch einstweilen ruhig. Dann habt ihr nichts zu befürchten. Die besonders Mutigen unter Euch mögen bedenken, dass wir im Frachtraum erhebliche Mengen Plastiksprengstoff deponiert haben, die wir mit einem Handy jederzeit zur Explosion bringen können. Es dürfte klar sein, was dann passiert!“ Er ruft dem zweiten Entführer etwas in der Fremdsprache mit den vielen ch zu. Es klingt wie ein Befehl.

„Mama, was machen die Männer denn da? Warum setzen die sich nicht? Haben die Durchfall?“ Ihre Vierjährige kennt das Gefühl, nicht sitzen zu können, nur zu gut. Hat sie doch eben erst einen Magen-Darm-Infekt hinter sich gelassen. „Vermutlich.“ antwortet sie. Sie weiß nicht, ob es sinnvoll wäre, ihren Mädchen die Wahrheit darüber zu erzählen, was hier gerade passiert. Sie beschließt, es nicht zu tun. „Macht Euch keine Gedanken. Sollen sie doch stehen, wenn sie wollen.“

Es vergehen lange Minuten. Keiner spricht, keiner bewegt sich. Jedenfalls kommt es ihr so vor. Es müssen sicher schon zwanzig Minuten vergangen sein. Sie traut sich nicht, auf ihre Armbanduhr zu schauen. Bloß keine Aufmerksamkeit erregen.

Plötzlich gerät Bewegung in die Maschine. Gut dreißig Männer stehen nahezu gleichzeitig aus ihren Sitzen auf und bewegen sich auf die bewaffneten Entführer zu. Manche der Fluggäste sind bewaffnet mit Büchern, Schirmen, Videokameras oder anderen zur Not als Schlaggegenstände nutzbaren Gepäckteilen. Die Entführer schaffen es, einige der Angreifer zu verletzen, sind aber letztlich der Masse der Angreifer nicht gewachsen. Als weitere Fluggäste erkennen, dass der Sieg über die Entführer nicht unmöglich erscheint, stehen auch sie auf und beteiligen sich an dem Handgemenge.

Nach kurzer Zeit sind die beiden Entführer überwältigt. Ein Passagier beugt sich zu ihr hinunter und sagt: „Jetzt müssen wir nur noch den Kerl aus dem Cockpit erledigen. Das ist einer gegen 180.“ Er grinst dabei. „Dann können wir in Ruhe weiterfliegen.“ Er klingt zuversichtlich und überzeugt von seiner Aussage. Tatsächlich. Wieso sollten 180 nicht einen überwältigen können? Okay, der Einzelne muss todmutig sein, aber stirbt man anderenfalls nicht ohnehin?

„Schau mal, Mama! Flugzeuge. Ganz nah!“ Ihre Sechsjährige zeigt nach draußen. Tatsächlich. Zwei Kampfflugzeuge der deutschen Luftwaffe scheinen den Flug DE 3894 zu eskortieren. Sie ist beruhigt. „Boah, sind die schnell! Guck mal!“ Die Bundeswehrjets fliegen eine radikale Wende und bewegen sich jetzt auf den Airbus zu.

Was machen die da, fragt sie sich. „Die kommen immer näher!“ Ihre Töchter sind fasziniert. Das Letzte, was sie sieht, sind zwei zuckende Blitze unter den Tragflächen des einen Kampfjets. Intuitiv erfasst sie, was jetzt passieren wird. Aber, das sind doch unsere Freunde, denkt sie noch.

Dann explodiert ihre Welt…


[Diese Geschichte ist das Gegenstück zu „Gewissensfragen“ und bietet eine Sicht auf die „andere“ Seite]

12 Gedanken zu „Flug DE 3894

  1. Danke sehr für diesen Blick auf die andere Seite der Tragödie.

    Allerdings möchte ich einen kleinen Schönheitsfehler bemerken: Irgendwie wage ich es zu bezweifeln, dass kein einziger im Flugzeug ein Handy benutzt hat, um irgendwem die Nachricht zukommen zu lassen, dass die Gefahr so gut wie gebannt ist. Im Text wird erwähnt, dass auch Unternehmer im Flugzeug saßen. Dass ausgerechnet die sich an das Handy-Verbot gehalten haben sollen kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Beziehungsweise, wenn schon kein Mobilfunkgerät, dann doch mindestens ein Laptop oder ähnliches… Leider wurde im Text nicht beschrieben, dass den Insassen des Flugzeugs entsprechende Apparate von den Entführern abgenommen wurden.

  2. @Gruftgespenst: Ich habe aus zwei Gründen auf die Schilderung von Handyanrufen verzichtet.

    Zum einen hätte dies vieler Worte bedurft und mir kam die Geschichte ohnehin schon etwas lang für eine Kurzgeschichte vor.

    Zum anderen habe ich mich soweit wie möglich auf die Erzählperspektive der Mutter beschränkt. Die kann natürlich nur die Vorgänge in ihrer näheren Umgebung erfassen. Deshalb gibt es auch keine Schilderung der Vorgänge im Cockpit.

    Tatsächlich hielten sich natürlich relativ viele Fluggäste nicht an das Handyverbot. Ganz Mutige informierten sogar schon zu Beginn der Entführung ihre Verwandten per SMS und baten darum, die Polizei einzuschalten.

    Nach der Überwältigung der beiden Entführer in der Fahrgastkabine riefen Dutzende erleichterte Passagiere die Menschen an, die ihnen wichtig waren. Der ein oder andere sogar direkt die Polizei. Leider gibt es aber keine Anti-Abschuss-Hotline und die Handynummer des Ministers gilt ebenfalls als geheim. Hinzu kam, dass keiner der Passagiere, wie auch deren Daheimgebliebene damit rechnete, dass das Flugzeug abgeschossen werden könnte.

    So wussten Minuten vor dem Abschuss zwar eine ganze Menge Leute, dass die Passagiere die Situation mehr oder weniger im Griff hatten, nur der verantwortliche Minister, der im Übrigen den Abschussbefehl zu diesem Zeitpunkt bereits erteilt hatte, hatte davon keine Kenntnis.

    Im späteren Gerichtsverfahren gegen Herrn Jung spielten diese Anrufe eine maßgebliche Rolle, wie auch die Erkenntnis, dass keiner der Entführer das Flugzeug auf den Reichstag hätte lenken können. Das Gericht verneinte den übergesetzlichen Notstand.

    Auch das letzte Argument der Verteidigung konnte nicht trumpfen. Jungs Rechtsanwälte gaben die Hypothese zu bedenken, dass immerhin ein Terrorist noch im Cockpit, der wichtigsten Schaltstelle einer Flugzeugentführung, war. Dieser hätte beim Eindringen der Passagiere beide Piloten töten können und den Airbus so führerlos werden lassen. Ein kontrollierter Abschuss sei da die bessere Variante zum Schutz der Zivilbevölkerung gewesen.

  3. Warum wird eigentlich soviel über einen Abschuss diskutiert aber so wenig über technische Möglichkeiten die Terroristen ggf auf anderem Wege von ihrem Vorhaben abzuhalten.

    Ich gehe nun einfach davon aus dass die von mir im Ausgangsartikel angemerkten technischen Möglichkeiten (GPS, Autopilot, automatisches Landesystem) tatsächlich in ihrer Kombination die Fernsteuerung eines Flugzeuges vom Boden aus erlauben (würden).

    Aber der amerikanische Freund hat doch auch jetzt so ein töftes Mikrowellen-Baller-Dings, einfach aufn Tornado montieren und dann zielgenau einzelne Terroristen „weichkochen“.

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26240/1.html

    Wenn so wenig über Möglichkeiten zur Vermeidung bzw Abwendung der Gefahr einer Flugzeugentführung geschrieben und gesprochen wird, aber so viel von Politikern über Tötungsbefehle philosophiert wird stellt sich mir die Frage was denn nun das Begehr dieser Damen und Herren ist.

    Es stellt sich beinahe dar als ob Leute wie Jung und SSchäuble der Gedanke dass sie über Leben und Tod herrschen einfach nur tierisch antörnt.

  4. @KK: Genau das ist auch mein Eindruck. Anstatt mit Macht neue Technologien zur Pflicht zu machen, scheint man den Gedanken an die Macht über Leben und Tod wesentlich attraktiver zu finden.

  5. Ein Rechtsanwalt Spormann aus Düsseldorf hat beim verwaltungsgericht in Berlin einen Antrag auf einstweilige anordnung gestellt, die dem Verteidigungsminister verbieten soll, Passagiermaschinen abzuschießen.

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  6. Die ganze Diskussion ist Blödsinn und gerade diese ganze Polit-Clique müsste es eigentlich am besten wissen, denn

    „Die Befugnis zum Abschuss entführter und als Waffe eingesetzter Flugzeuge verstößt gegen die Menschenwürde. § 14 des Luftsicherheitsgesetzes, welcher der Bundeswehr unter bestimmten Voraussetzungen den Abschuss von Terroristen gekaperten Flugzeugen erlaubt, ist damit nichtig. Entschied das Bundesverfassungsgericht in einem heute morgen verkündeten Urteil am 15. Februar 2006 zum derzeit umstrittenen Luftsicherheitsgesetz. (Az: 1 BvR 357/05)

    Aber was gilt heutzutage noch die Verfassung?

  7. Die ganze Diskussion ist Blödsinn und gerade diese ganze Polit-Clique müsste es eigentlich am besten wissen, denn

    “Die Befugnis zum Abschuss entführter und als Waffe eingesetzter Flugzeuge verstößt gegen die Menschenwürde. § 14 des Luftsicherheitsgesetzes, welcher der Bundeswehr unter bestimmten Voraussetzungen den Abschuss von Terroristen gekaperten Flugzeugen erlaubt, ist damit nichtig. Entschied das Bundesverfassungsgericht am 15. Februar 2006 zum derzeit umstrittenen Luftsicherheitsgesetz.“ (Az: 1 BvR 357/05)

    Aber was gilt heutzutage noch die Verfassung?

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