Gewissensfragen

Unter seinen Füßen spürt er die angenehme Wärme von der Sonne aufgeheizter Felsen. Der Himmel beginnt sich zu färben, am Strand sind kaum noch Menschen. Wie immer, wenn er nah am Abgrund steht, fragt er sich, wieso in diesem Land, in dem es keine Sicherungspflicht wie in Deutschland gibt, dennoch nie einer abstürzt. Ein Gedanke, der ihn jedesmal schwermütig ob der Regelungsdichte der gründlichen Deutschen werden lässt.

Bis zu seinem nächsten Termin, DEM Termin des Tages, am Flughafen ist noch Zeit und so beschließt er, zum Strand hinab zu klettern und an der Wasserlinie einen ausgedehnten Spaziergang zu machen. Ein laues Lüftchen umspielt seine Beine. Es ist ein perfekter Tag voller Vorfreude gewesen und wie es aussieht, kann ihm den keiner mehr versauen. Morgen wird er mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Mädchen einen Ausflug an die Nordküste unternehmen. Er freut sich schon darauf, seiner Familie die Insel zu zeigen, die er bereits so lange kennt. Er freut sich auf den Ausdruck kindlichen Staunens im Gesicht seiner Vierjährigen und die Begeisterungsrufe ihrer sechsjährigen Schwester. Der Gedanke befriedigt und schmerzt ihn zugleich.

Endlich werden sie wieder alle zusammen sein. Wie lange ist es her, seit sie zuletzt Zeit füreinander hatten? Wie lange ist er jetzt schon beruflich auf dieser zwar schönen, aber mangels Bekannter und Verwandter doch sehr einsamen Insel? Seit beinahe sechs Monaten arbeitet er mit den europäischen Partnern unter höchster Geheimhaltungsstufe an einer Software, die eine neue Ära der Überwachungstechnologie einleiten wird. Bundestrojaner? Ha, ein Lachnummer. Ethische Bedenken beschleichen ihn, wie so oft. Er beschließt, sich gedanklich auf die Ankunft seiner Familie zu konzentrieren. Schließlich ist es nun einmal sein Job, Software zu entwickeln, nicht etwa zu beurteilen, ob diese Software überhaupt entwickelt werden sollte.

Möwen kreisen hoch am Himmel und stoßen ihre charakteristischen Schreie aus. Die Wellen streicheln den Strand. In den letzten Tagen hat die Luft gestanden, das Meer sich zu einer Art Badewanne entwickelt. Ideal für meine Kleinen, grinst er bei der Vorstellung, wie seine Kinder vergnügt das Meer durchpflügen und seine Frau und er entspannt von der Liege aus zuschauen können, ohne sich um Strömungen und Wellengang Sorgen machen zu müssen.

Mittlerweile müsste die Maschine bereits in der Luft sein. Er rechnet die Zeit bis zur geschätzten Ankunftszeit aus und beschließt, so langsam zurück zum Auto zu gehen und die einstündige Fahrt zum Flughafen zu beginnen. Dort gibt es ein hervorragendes Restaurant mit Blick auf die Einflugschneise. Er würde seiner Familie bei deren Landung zuwinken.

So eine Klimaanlage ist ein wahrer Segen, denkt er, als er in den aufgeheizten Wagen steigt. Er gibt Gas, eine Staubwolke steigt hinter ihm auf und weht auf’s Meer hinaus. Aus dem Radio dringen aufgeregte Stimmen. Es ist sehr leise eingestellt und so werden die Stimmen von den Reifengeräuschen auf dem losen Geröll und dem Rauschen der Klimaanlage übertönt.

Nach einer Weile hat sich das Fahrzeug nahezu auf Kühlschrankniveau abgekühlt. Er schaltet die Klimaanlage ab. Himmlische Ruhe, denkt er. Hätte ich doch eine Klimaautomatik gekauft. Die wäre zwar ein bisschen teurer gewesen, aber hätte mir nicht nur die Wahl zwischen Ein oder Aus gelassen. Er mag es generell nicht, wenn er vor klare Alternativen gestellt wird. Seine Frau pflegt ihn damit aufzuziehen. Arbeitest den ganzen Tag mit Null und Eins, kannst Dich aber nicht zu einem klaren Ja oder Nein durchringen. Du bist mir vielleicht ein Informatiker!

Es dauert eine ganze Weile, bis er endlich bewusst Geräusche wahrnimmt. Ärgerlich wegen dieser Störung seiner Gedankenwelt greift er Richtung Radio, um es abzuschalten, als er „übergesetzlicher Notstand“ und „Jung übernimmt die Verantwortung“ hört. Meine Güte, denkt er, sind die immer noch nicht durch mit diesem Thema? Ist doch klar, dass man Flugzeuge abschießen muss, wenn man dadurch einen Terroranschlag verhindern kann.

Er will gerade endgültig auf Power Off drücken, als eine offensichtlich aufgeregte Nachrichtensprecherin etwas von „Katastrophe“, „200 Toten“ und „Flughafen Düsseldorf“ durch den Äther schickt. Ihm wird kalt, als er reflexgesteuert die Lautstärke hochdreht. Er fährt rechts ran und lauscht wie betäubt der Sondersendung seines Lieblingsradiosenders.

„Am heutigen Abend kam es zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik zu einem Militäreinsatz gegen ein ziviles Zielobjekt. Kurz nach dem Start des Condorfluges DE 3894 nach Palma übernahm eine Gruppe Terroristen das Kommando und befahl den Piloten, Kurs auf Berlin zu nehmen. Die untereinander arabisch sprechenden Männer wollten mit dem Airbus A 320 offenbar das aufgrund einer Sondersitzung voll besetzte Reichstagsgebäude angreifen. Nachdem sämtliche Kontaktaufnahmeversuche zwischen den Sicherheitsbehörden und den Entführern gescheitert waren, verfügte Verteidigungsminister Jung den Abschuss des Flugzeuges zum Schutz der Berliner Zivilbevölkerung. Er berief sich dabei auf den übergesetzlichen Notstand und übernahm persönlich die volle Verantwortung für den Abschussbefehl. Kurz darauf stiegen mehrere Abfangjäger der Bundeswehr auf. Nur etwas weniger als eine halbe Stunde nach ihrem Start wurde Flug Condor DE 3894 in der Nähe der Stadt Eisleben abgeschossen. Alle 180 Passagiere der vollbesetzten Maschine kamen dabei ums Leben. Aktuellen Schätzungen zufolge wurden zusätzlich am Boden mindestens zwei Dutzend Menschen von Trümmerteilen erschlagen, sowie etliche Gebäude zerstört.“

Es war ihm bereits klar gewesen, als er die Kälte im Nacken gespürt hatte. Er würde seine Familie nie wiedersehen. Sie hatten den Flug DE 3894 genommen. Seine Vierjährige hatte ihm die Buchstaben und Zahlen gestern abend telefonisch und voller Stolz darüber, dass sie sich schon sowas kompliziertes merken kann, auf einen Zettel diktiert. Er hatte sie überschwänglich gelobt, beide spürten in diesem Moment das innige Gefühl der Liebe zueinander, welches nur Eltern ihren Kindern und Kindern ihren Eltern gegenüber erlebbar ist. Es ist vorbei. Du wirst sie nie wiedersehen. Der Schock der Erkenntnis macht ihn bewegungsunfähig und zwingt ihn so, der Radiosprecherin weiter zuzuhören.

„Mittlerweile steht fest, dass die Entführer tatsächlich nicht vor hatten, das Flugzeug auf das Reichstagsgebäude zu lenken. In E-Mails, die dem Sender Al-Jazeera unmittelbar nach dem Abschuss zugespielt wurden, kündigten die Entführer an, man wolle den Feind mit den eigenen Waffen schlagen. Der Feind solle die Menschen selber töten, in der Annahme, damit andere schützen zu können. Keiner der Entführer wäre auch nur in der Lage gewesen, ein Passagierflugzeug zu fliegen. Verteidigungsminister Jung erklärte nach Bekanntwerden dieser Informationen seinen sofortigen Rücktritt und wurde zwischenzeitlich in Untersuchungshaft genommen. Der deutsche Bundestag unterbrach seine Sondersitzung und will zur Stunde darüber beraten, wie man künftig der terroristischen Bedrohung in Deutschland begegnen will. Bundeskanzlerin Merkel sprach den Opferfamilien ihr tiefes Mitgefühl aus und versprach unbürokratische Hilfe.“

Den letzten Satz hört er nicht mehr. Der Arzt stellt einige Stunden später Tod durch Herzversagen fest. Er habe wahrscheinlich die Hitze nicht vertragen. Sowas passiert jeden Tag…

[Update: Wer sich für die Geschehnisse in der entführten Maschine interessiert, lese bitte hier weiter!]

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66 Kommentare und 23 Trackbacks/Pingbacks

  1. 1. Textspeier

    Kommentar vom 18. September 2007 um 21:35

    So könnte es bald gewesen sein.

    Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich es als saustarken Text bezeichnen.

  2. 2. sv

    Kommentar vom 18. September 2007 um 22:19

    Jo, saustark.

  3. 3. pantoffelpunk

    Kommentar vom 18. September 2007 um 23:16

    Dieter, Chapeau.

  4. 4. pantoffelpunk » Blog Archiv » Ohne Überschrift

    Pingback vom 18. September 2007 um 23:20

    [...] Schon. Natürlich. Aber lest mal das. Bis zum [...]

  5. 5. Wilhelm Entenmann

    Kommentar vom 19. September 2007 um 01:05

    In E-Mails, die dem Sender Al-Jazeera unmittelbar nach dem Abschuss zugespielt wurden, kündigten die Entführer an, man wolle den Feind mit den eigenen Waffen schlagen. Der Feind solle die Menschen selber töten, in der Annahme, damit andere schützen zu können.

    So wäre das westlich-rationale Denken bzw. eine daraus abgeleitete Taktik.

    Eine Taktik den Feind zu überwinden ist die “Übernahme seiner Denkweise”* – und diese ist, im vorliegenden Fall, eben nicht westlich-rational.
    (*wird gerne als “emotionale Intelligenz”, also Empathie durch Perspektivenwechsel bezeichnet.)

    Wir haben schon einmal eine ähnliche Diskussion gehabt, lieber Dieter, erinnerst Du Dich?
    Im Verlauf der Diskussion wurden wir uns u.a. einig, daß die Denkweisen verschieden sind.

  6. 6. jolly rogers

    Kommentar vom 19. September 2007 um 09:33

    Guter Text!

  7. 7. Freedom

    Kommentar vom 19. September 2007 um 10:33

    Und wieder einmal mache ich mir Gedanken darüber,ob genau so,vom Ablauf Deiner Geschichte her,eines Tages ein möglicher atomarer Erstschlag stattfinden könnte-und wie das verhindert werden kann.

  8. 8. Klaus

    Kommentar vom 19. September 2007 um 11:09

    Ein sehr schöner Text, von dem ich mir wünschen würde, dass er in großen Tageszeitungen abgedruckt würde, auf das ihn möglichst viele Menschen lesen…

  9. 9. Sven

    Kommentar vom 19. September 2007 um 15:29

    Genau so.

  10. [...] September 19th, 2007 · No Comments Artikel [...]

  11. 11. Kublai Kahn

    Kommentar vom 19. September 2007 um 16:47

    Klasse.

    Und hierfür,

    “Arbeitest den ganzen Tag mit Null und Eins, kannst Dich aber nicht zu einem klaren Ja oder Nein durchringen. Du bist mir vielleicht ein Informatiker!”,

    kannste glatt Kohle verlangen. Großunartig!

  12. [...] sehr gut geschriebener Artikel von dpetereit: Gewissensfragen. Absolut [...]

  13. 13. dieter petereit

    Kommentar vom 19. September 2007 um 18:45

    Zwischendurch mal ein herzliches Danke für die Blumen an alle Floristen unter Euch. :grin:

    @Wilhelm: Wieso Diskussion? Ist doch nur eine Geschichte, Fiktion, geradezu. :cool:

    @Klaus: Das klingt gut. In Gedanken klimpern schon die Dublonen. :mrgreen:

    @Kublai: Wieviel bietest Du denn?

    @Freedom: Ich finde den Gedanken an den Abschuss eines Flugzeugs schon erschreckend genug. Da mache ich mir über atomare Erstschläge lieber keine Gedanken. :shock:

    @Jolly: :mrgreen: Some people are hard to be categorized.

  14. 14. Zwei Minister im Notstand - Der Spiegelfechter

    Pingback vom 19. September 2007 um 20:13

    [...] Einen sehr lesenswerten Text zum Thema “übergesetzlicher Notstand” hat Dieter Petereit auf seinem Blog verfasst. [...]

  15. 15. Freedom

    Kommentar vom 19. September 2007 um 20:57

    Tja Herr Petereit,darum versagen ja auch so viele Politiker in ihren Ämtern,denn von Weiterdenken oder von vorausschauender Politik,hat noch nicht jeder etwas gehört.Ich bitte um Entschuldigung,dass ich es wagte,mir Gedanken über einen Flugzeugabschuss hinaus zu machen,aber manchmal schleichen sich solche Gedanken eben ein,wenn ich solche Geschichten lese.Ich ziehe zumindest,im Gegensatz zu einigen Politikern,weiter Schreckszenarien in Erwägung.

  16. 16. pantoffelpunk

    Kommentar vom 19. September 2007 um 21:07

    Alter, Wilhelm, kannst Du nicht bei einem ergreifenden Text einfach mal mit allen schweigen? Musst denn immer wieder gleich losklugscheißen?

    Schreibs doch auf ne Postkarte, wenn Du was weißt und häng die Postkarte an Deine Pinnwand. Aber hör doch mal auf, ständig mit den Fingern zu schnipsen.

  17. 17. dieter petereit

    Kommentar vom 19. September 2007 um 22:58

    @Freedom: Nein, für Entschuldigungen ist keine Not. Ich scheue lediglich die Fortführung der Gedanken in noch gruseligere Szenarien. Ich verurteile aber doch nicht die Weiterdenker. :shock:

  18. 18. Wilhelm Entenmann

    Kommentar vom 19. September 2007 um 23:30

    @dieter petereit:
    Da bin ich beruhigt, daß Du Fiktion von Ralität zu trennen weißt und den Bezug zur letzteren nicht verloren hast.

    @pantoffelpunk:
    Ich habe just gestern meine alte LP von den Sex Pistols ausgegraben und meinen, eigentlich doch recht anarchisch-rebellisch fragenden Geist meiner Schulzeit wiederentdeckt.
    Daß jetzt ausgerechnet Du kein Verständnis für die kritischen Fragen aus der hinteren Schulbank im Deutschunterricht zu besitzen scheinst, das befremdet mich, Herr Stabsoberstudienrat.

  19. [...] Lesen(!) auf blogmanufaktur.de : Gewissensfragen [...]

  20. [...] Quelle: Dieter Pedereit [...]

  21. [...] Alle die es für eine gute Idee halten entführte zivile Flugzeuge abzuschießen mögen bitte diesen Artikel lesen. [...]

  22. 22. dieter petereit

    Kommentar vom 20. September 2007 um 11:09

    @Wilhelm: Ein Anfang wäre gemacht, wenn Du bei Gelegenheit einsehen könntest, dass Deine Sicht der Dinge nicht stets und ständig die Realität widerspiegelt. (Dies mal grundsätzlich. Nichts für ungut.)

  23. 23. Rechtsanwalt Hänsch, Dresden » Blog Archiv » Gewissensfrage

    Pingback vom 20. September 2007 um 11:11

    [...] kennen wir zu Genüge. Die menschliche Dimension der Frage und eine überraschende Wendung hält diese Geschichte von Dieter Petereit [...]

  24. 24. fengors realm

    Pingback vom 20. September 2007 um 12:01

    [...] Gedankenexperiment [...]

  25. 25. Wilhelm Entenmann

    Kommentar vom 20. September 2007 um 12:04

    @dieter petereit :

    Schade, daß selbst Du nicht zu verstehen scheinst, worin der Unterschied zwischen dem WIE (wie komme ich zu Aussagen) und dem WAS (eine Meinung oder Aussage) besteht.

    Meine, an Deine Fiktion gerichtete Kritik galt dem WIE und nicht dem WAS.

    Zum anderen kann mir’s recht sein. Als Psychologe verdient man ganz daran, daß Menschen solche Dinge nicht zu trennen wissen.

  26. 26. dieter petereit

    Kommentar vom 20. September 2007 um 12:14

    @Wilhelm: Dann mache ich es mir mal so einfach, wie ich glaube, dass es ist: Solange das WAS korrekt/akzeptabel/wasimmer ist, kann mir das WIE schnuppe sein. So spare ich mir viel Geld für den Psychologen und ich glaube, Millionen anderer Deutsche machen es genauso. :mrgreen:

  27. 27. Wilhelm Entenmann

    Kommentar vom 20. September 2007 um 12:22

    @dieter petereit:

    Deine Entscheidung, welche für Dich zu akzeptieren ist.
    Ich akzeptiere inzwischen auch Leute, welche zu kurpfuschenden Schamanen gehen oder ihre Kinder nebulösen Schulmethoden aussetzen.

    …und ich beginne zu akzeptieren, daß Menschen zwar Lösungen für ihre Probleme (auch miteinander) erfragen, aber die Antworten nicht hören wollen.

  28. 28. dieter petereit

    Kommentar vom 20. September 2007 um 12:28

    @Wilhelm: Press rewind and play it again, Sam. Ich komme nicht mehr mit.

    Übrigens: In meiner Geschichte sprachen die Entführer untereinander arabisch. Ob es aber Araber waren oder nicht vielleicht doch Fritz und Daniel wird nicht aufgeklärt. Wären es nun Fritz und Daniel, wäre Dein Argument hinsichtlich der Taktik definitiv falsch. Wie es übrigens auch dann falsch sein kann, wenn man davon ausgeht, dass die Entführer keine inzestuös gezeugten ostanatolischen Schafhirten gewesen sind.

    Aber, das willst Du ja im Grunde gar nicht hören…

  29. 29. Zapps Blog

    Trackback vom 20. September 2007 um 13:02

    Gewissensfragen…

    Unter seinen Füßen spürt er die angenehme Wärme von der Sonne aufgeheizter Felsen. Der Himmel beginnt sich zu färben, am Strand sind kaum noch Menschen. …
    Lesetipp
    ……

  30. 30. MuhKuh

    Kommentar vom 20. September 2007 um 13:27

    Gänsehaut erzeugende Lektüre!

  31. 31. Liebe Tötungsmaschinen Politiker der Union auf F!XMBR

    Pingback vom 20. September 2007 um 15:16

    [...] Nehmt das. [...]

  32. 32. Horst

    Kommentar vom 20. September 2007 um 15:44

    Interessanter Text, und sicherlich geeignet das Nachdenken über das sehr schwierige Thema anzuregen.

    Dennoch möchte ich mal eine andere Variante der Geschichte in den Raum stellen : diesmal ist der Sohn des Menschen mit dem Radio mit seiner Schulklasse ins Fussballstadion gegangen. Sie sehen ein Spitzenspiel und das Stadion ist voll besetzt. Die Entführer sind diemal keine gewitzten Intellektuellen die den Feind mit seinen eigenen Waffen schlagen wollen, sondern … ja, Terroristen halt, die soviele Opfer wie möglich produzieren wollen. Und zwar indem sie das Flugzeug ins Stadion fliegen lassen. Der Kurs den das Flugzeug dorthin nimmt führ über ein grosses unbewohntes Gebiet, Abfangjäger fliegen hinterher und schauen zu wie 40 – 60 Tausend Menschen umkommen. Das Flugzeug wurde nicht abgeschossen weil man bis zum Einschlag mit einem Einlenken der Terroristen gerechnet hat, denen freier Abzug, neue Identitäten und ein bischen Bargeld versprochen wurde.

    Der Mensch mit dem Radio ist jetzt sicher froh dass keiner die harte Entscheidung zum Abschuss getroffen hat und stirbt daher nicht.

    Definitiv, ich möchte die Entscheidung über die Möglichkeit eines Abschusses, geschweige denn über einen konkreten Abschuss nicht treffen. Aber so einfach wie es sich einige hier machen ist es ja dann doch nicht.

  33. 33. onezblog - Junge Schäubletten im Reichstag

    Pingback vom 20. September 2007 um 15:46

    [...] eben gefunden und absolut lesenswerte Zukunftsvision: Gewissensfragen Kommentar Feed und TrackBack Adresse dieses [...]

  34. 34. Kublai Kahn

    Kommentar vom 20. September 2007 um 16:40

    @ Horst

    Du bist doch wohl kein Feind der Verfassung? :mrgreen:

  35. 35. Samthammel

    Kommentar vom 20. September 2007 um 16:41

    Schöne, traurige Geschichte!

    Horst: Auch wenn die “Terroristen” auf ein vollbesetztes Stadion zufliegen macht das den Abschuß nicht besser. Bei dem einen geht es um Mord seitens Dritter, beim anderen um Mord seitens der Regierung. Letzteres finde ich persönlich schrecklicher!
    Und einfach kann man es sich trotzdem machen; ordentliche Cockpittüren würden da fürs Erste schon mal mehr helfen. Auch ein Notfallautopilot der automatisch einen Flughafen ansteuert und landet wäre gut – einhergehend damit eine Sperrung der Steuerung. Vielleicht auch eine Fremdsteuerung von einem Flughafen aus? Technik sollte es möglich machen.

  36. 36. Kublai Kahn

    Kommentar vom 20. September 2007 um 16:51

    @ Samthammel

    Genauso siehts aus!

    Autopilot, gibts.

    Automatisches Landesystem, gibts.

    GPS, gibts.

    Und da soll es keine Möglichkeit geben ein Flugzeug vom Boden aus fernzusteuern? Immerhin behaupten einige das hätte schon einmal geklappt…

  37. 37. Horst

    Kommentar vom 20. September 2007 um 17:06

    @Kublei : ich? niemals! :cool:

    @Samthammel : ok, mit Deiner rechtlichen Abgrenzung hast Du recht. Für den Fall der Fälle müsste sich dann konsequenterweise jemand vor die Angehörigen der X-Tausend Opfer stellen und sagen “Tut uns leid, aber unsere moralische Integrität hat uns einen Eingriff nicht erlaubt! Wir wussten was sie wollten, wir waren vorbereitet – aber gedurft haben wir es nicht.”. Klar darf man nicht die potentiellen Opferzahlen gegeneinader aufrechnen um zu einer Entscheidung zu kommen, aber eine solche Rechtfertigung für ein Nichteingreifen kommt in der Realität doch auf sehr wackligen Beinen daher.

    Deine Anmerkungen zu den Sicherheitsmodifikationen: Für einige Fälle würde das evtl. eine Verbesserung bringen. Ich bin mir im Moment nicht sicher ob nicht neue Sicherheitslecks auftreten mit einem isolierten Cockpit. Was die Fernsteuerung angeht ist das sicher eine gute Idee. Letztendlich muss aber davon ausgegangen werden dass auch ein solches System überwunden werden kann. Dann stehst Du vor derselben Entscheidung.

  38. 38. Samthammel

    Kommentar vom 20. September 2007 um 17:16

    @Horst: Auch wenn das vor den Angehörigen doof aussieht, ich bin nicht dafür daß der Staat Opfer macht – das ist meine Meinung.
    Zu der Technik kann ich nur sagen daß dies das übliche Wettrüsten zwischen Räuber und Gendarm ist. Weißt du, in ein paar Jahren müssen Flugzeuge vielleicht nicht mehr per Pilot gesteuert werden sondern werden aus Zentralen von der Erde ferngesteuert – während Computer an Bord den Rest machen. Dann hat man das Problem daß halt diese Zentralen angegriffen werden. Was willst du mir denn jetzt sagen? Die perfekte Lösung ist dann vorhanden, wenn keiner mehr Verbrechen begeht – also utopisch. bis dahin bleibt es halt ein gegenseitiges Übertrumpfen in Sicherheitskonzepten und deren Umgehung. Außerdem mal ganz ehrlich, wer sagt daß man vor dieser Entscheidung steht ob man abschießen soll? Niemand wird wohl jemals zugestimmt haben daß andere über ihr Leben verfügen dürfen – ergo ist eher die Frage diskussionswürdig ob man überhaupt die Verantwortung übernehmen darf abzuschießen! Und da sage ich “Nein”. Für den äußerst seltenen Fall daß ich in der Luft unterwegs bin möchte ich nicht abgeschoßen werden.
    Wenn man stattdessen den Terroristen an Bord jede Möglichkeit nehmen würde auf den Kurs Einfluß zu nehmen wäre wenigstens schon einmal ein Problem gelöst – und das ist sofort umsetzbar mit vorhandener Technik. Also?

  39. 39. Sylke

    Kommentar vom 20. September 2007 um 17:16

    Mit ist schlecht….
    Toller Artikel!

  40. 40. Horst

    Kommentar vom 20. September 2007 um 18:13

    @Samthammel: Man steht vor dieser Entscheidung wenn die Situation eintritt: Flugzeug ist entführt, es nimmt Kurs auf ein Objekt mit Opferzahlen die die eines Abschusses um ein vielfaches übersteigen und man hat die Möglichkeit einen solchen Abschuss durchzuführen. Jemand (dummerweise wären das wohl unsere Politiker) MUSS die Verantwortung für oder gegen einen Abschuss übernehmen. Da wird nicht nach gefragt.

    Schon klar dass Du nicht abgeschossen werden möchtest. Wer will sowas schon. Aber ich tippe mal Du wirst auch nicht in diesem Stadion sitzen wollen …

    Wo ziehst Du die Grenze bei dem was der Staat an Unrecht nicht begehen darf um Menschenleben zu retten? Bei Mord, der es auch meiner Meinung nach wäre? Oder bei jeglichem Unrecht? Was ist z.B. mit Lösegeldzahlungen? Finaler Rettungsschuss?

    Ich kenne mich mit Flugzeugtechnik leider nicht ausreichend aus. Aber ist es damit schon getan einfach eine dickere Wand und ein besseres Schloss einzubauen? Müsste nicht auch eine separate Strom- und Sauerstoffversorgung usw. eingerichtet werden um das effektiv zu machen?

  41. 41. dieter petereit

    Kommentar vom 20. September 2007 um 18:45

    @Horst: Mal raus mit der Sprache: Wo setzt Du denn an? Nach Lebendgewicht? Wenn Du draußen einen mehr retten kannst, der ansonsten vielleicht stürbe, schießt Du den Flieger ab, oder wie? Oder müssen es schon ein paar mehr sein, vielleicht doppelt soviele? Darfs ein Pfund mehr sein? Ich finde das unerträglich!

    Abgesehen davon habe ich so langsam die Schnauze voll von diesen Stadionszenarien. Selbst wenn es einer schaffte, in ein Stadion zu fliegen und selbst wenn das Stadion vollbesetzt wäre (sind ja immer ausverkauft und natürlich gibt es auch keine Evakuationspläne), würde das Flugzeug nicht das ganze Stadion in die Luft bomben. Das Loch im Pentagon war meiner Erinnerung nach um die 30 Meter breit. Und das Pentagon ist nicht explodiert. Getötet werden im unwahrscheinlichen Falle, dass in Deutschland Terroristen ein Flugzeug in ein Stadion lenken, was ungleich schwieriger als das Treffen von Wolkenkratzern ist, niemals 60.000, sondern im schlimmsten Falle wenige Hundert. Und das auch nur, wenn im Stadion kein Notfallplan greift und der Terroristenpilot auch tatsächlich trifft, was nach Aussage von Luftfahrtexperten selbst für erfahrene Piloten gar nicht so einfach ist.

    Schön auch, dass Deine Argumentation die Technik so außen vor lässt. “Kenne ich mich nicht mit aus, schieß mal lieber ab.”

    Vor solchen Leute wie Dir habe ich persönlich mehr Angst als vor dem imaginären Terroristen.

  42. 42. Wilhelm Entenmann

    Kommentar vom 20. September 2007 um 19:08

    @dieter petereit:
    Für eine angemesse Antwort, welche Dich persönlich widerlegt, müßte ich indiskret werden.
    Aber “Der Bekloppte” sagt mir, daß ich Indeskretionen nicht tue.

    Nochmals zur Sache
    Mr. Spock: “That is wise. Were I to invoke logic, however, logic clearly dictates that the needs of the many outweigh the needs of the few.”
    aus: “Star Trek II: Der Zorn des Khan” und ich logge mich hier aus, “Energie!”

  43. 43. zeniscalm

    Kommentar vom 20. September 2007 um 19:12

    Solche Artikel sind der Grund warum ich so gern hierher komme

  44. 44. dieentebertram

    Kommentar vom 20. September 2007 um 19:26

    also mal im ernst es ist zwar ne nette geschicht aber halt sehr unrealistisch und es gibt nunmal bei vielen sicherheitsfragen einzelfälle wo es halt nachteile gibt.
    ich bin zwar auch gegen das abschießen von den flugzeugen aber dafür hab ich zumindest andere argumente

  45. 45. Freedom

    Kommentar vom 20. September 2007 um 19:39

    @ Horst ,
    bei einer Größenordnung von 40 – 60 Tausend Menschen,die ihr Leben hätten lassen müssen,
    hätte ich den Abschuss des Flugzeuges zugelassen,wenn ich die Entscheidung hätte treffen müssen.Ich hätte die volle Verantwortung und die Konsequenzen für meine Entscheidung übernommen.So eine Entscheidung hätte ich natürlich nur getroffen,wenn KEINE Möglichkeiten bestanden hätten,das Flugzeug technisch zu beeinflussen.
    Ich hätte in Deinem geschilderten Fall,sehr wohl die Opferzahlen für meine Entscheidung zu Grunde gelegt,was denn wohl sonst?
    Natürlich hätte ich mich des Mordes schuldig gemacht,und ich hätte Menschen geopfert,aber ich hätte diese Entscheidung getroffen,wenn sie hätte getroffen werden müssen.
    Und nun könnt ihr über mich herziehen.

  46. 46. Kublai Kahn

    Kommentar vom 20. September 2007 um 20:03

    @ Wilhelm

    Bitte nicht, ich dachte zumindest Du hast Deine Bildung nicht aus dem Fernsehn.

    @ dieentebertram

    Recht haste, genauso unrealistisch wie zwei Flugzeuge die ins World Trade Center knallen.

    @ Freedom

    Du kannst Deine “Freiheit” gerne behalten, die will ich nicht, zu paradox und unfreiheitlich.

    Wenn Du jetzt aber das Flugzeug abballerst und es knallt dann statt in ein Stadion doch lieber in den Reichstag oder nur ein Kurhotel auf Rügen und stell Dir vor in dem “unschuldigen” Hotel sterben dann 2 Leute mehr als in dem Flugzeug saßen, was dann, trittste dann zurück?

    Da musste nochmal genauer nachdenken.

    @ All

    Aber ich warte immernoch auf das Totschlagargument der Hardliner, “Denkt doch mal an die Kinder”, wenn jetzt ein Airbus auf einen Kindergarten zurast (egal ob wegen technischer Probleme oder V-Männern mit Teppichmessern oder “richtigen” Terroristen) dann ist abschiessen doch OK, oder stell Dir vor Deine eigenen Kinder wären bedroht, dann, ja dann würde auch der letzte Gutmensch “den Knopf drücken”.

  47. 47. Horst

    Kommentar vom 20. September 2007 um 20:22

    @dieter petereit: so, da findest Du das also unerträglich. Na dann hör lieber auf drüber nachzudenken. Das will ja keiner… aber warum schreibst Du dann so einen Text?

    Ich kann mich gar nicht erinnern behauptet zu haben ich hätte die richtige Antwort bzw. eine Formel die einem anzeigt ob man lieber schiesst oder lieber abwartet. Weisst Du, es gibt viele Dinge im Leben bei denen es einem unangenehm ist darüber nachzudenken. Wann habe ich genug versucht einen Menschen zu reanimieren? Ist das evtl. abhängig von seinem Alter? Von seiner Krankengeschichte? …? Wann bezeichne ich das Abschlachten von Menschen als Völkermord? Wann sind es nur Stammesfehden? Findest Du das auch unerträglich? Ein Glück gibt es Menschen die sich vorher Gedanken darüber machen, damit nicht jeder ein überraschtes Gesicht machen muss wenn es soweit ist!

    Das wäre mir auch neu wenn das Pentagon aus dem gleichen Material ist wie ein handelsübliches Stadion. Und warum ein solches schwerer zu treffen sein soll als ein Wolkenkratzer will mir auch nicht einleuchten. Das ist aber auch unerheblich, denn das Beispiel kann ja beliebig variiert werden. … Notfallplan, geile Idee. Das funktioniert auf jeden Fall. Hat man ja oft genug bei Feuer, Krawallen o.ä. erlebt.

    Für Dich gibt es also keinerlei Rechtfertigung für einen Abschuss. Gut. Aktzeptiert. Auch wenn Du 20 Menschen in der Maschine hast und 1 Million potentielle Opfer am Boden? Zugegeben, das wird alleine mit einem Flugzeug eng, aber nur mal angenommen … Du würdest 1 Mio. Menschen draufgehen lassen weil Du 20 nicht opferst? 20 die ohnehin sterben.

    Anstatt mir die Worte im Mund rumzudrehen hättest Du auch einfach antworten können. Die Fragen bzgl. der Technik einer isolierten Kabine sind unabhängig von der Abschussfrage. Ich halte es einfach nicht für sinnvoll nur eine bessere Türe vor die Kabine zu machen.

    @Freedom: ich auch.

  48. 48. Freedom

    Kommentar vom 20. September 2007 um 20:34

    @ Kublai Kahn ,
    es ging in der Geschichte um den Abschuss über unbewohntem Gelände.

  49. 49. dieter petereit

    Kommentar vom 20. September 2007 um 20:44

    @Freedom: Ich habe erstmal nachgesehen, ob Du der gleiche bist, der zuvor den Kommentar mit dem “atomaren Erstschlag” hier abgelassen hat. Erstaunt stelle ich fest: Ja, Du bist es. Nanu? Sinneswandel? Medikamente vergessen?

    @Horst: Für Dich gern ganz deutlich: Ich würde nicht einen unschuldigen Menschen opfern! Nicht einen! Warum? Weil man Verbrechen nicht mit Verbrechen begegnen darf! Wenn es so weit ist, dass dieser Grundsatz nicht mehr gilt, ist unsere Zivilisation am Arsch.

    Und den Mist mit den 20 gegen 1 Million braucht man wohl eh nicht weiter zu kommentieren.

    Im Übrigen habe ich eine fiktive Geschichte erzählt. Möchte wirklich jemand aufstehen und behaupten, dass sowas so nicht passieren könnte? Und wenn es so passierte, wer von Euch möchte dann Jung heißen?

    @Wilhelm: Nicht zu verstehen, was Du da schreibst. Ich glaub Du darfst nicht soviel PI-Boulevard-Hirnzerstörer-Kost lesen.

    —-

    Und könnten wir endlich mal von diesem Szenario mit 40 bis 60 Tausend Menschen Abstand nehmen. DAS ist nämlich WIRKLICH unrealistisch.

    —-

    @Kublai: Erschreckend, dass es wirklich Menschen gibt, die Leben gegen Leben abwägen, oder? Die nennen sich dann auch noch Gutmenschen. Wurgs.

  50. 50. dieter petereit

    Kommentar vom 20. September 2007 um 20:48

    @Freedom: In welcher Geschichte nochmal ging es um den Abschuss über unbewohntem Gelände? In meiner nicht. Jedenfalls. Außerdem gibt es in Deutschland so gut wie kein unbewohntes Gelände. Das hier sind nicht die USA, wo sich Trümmerteile über einen Radius von 12 Kilometern verteilen können und trotzdem keinen treffen.

    @Zen: Du hast mir in Deiner Blogvorstellung “romanartige Passagen” zugeschrieben. Wenigstens einmal wollte ich dem gerecht werden ;-)

  51. 51. pantoffelpunk

    Kommentar vom 20. September 2007 um 21:29

    Und werrr hats zuerrst geseh´n? :mrgreen:

  52. 52. Horst

    Kommentar vom 20. September 2007 um 21:57

    @dieter petereit: Du würdest (um Dich nicht mit Zahlen zu belästigen, die Dir alle Unbehagen bereiten) X Menschen opfern! Nicht die Y im Flugzeug, die ohnehin getötet werden, das stimmt. Aber die, die Du nicht rettest obwohl Du es hättest können, die opferst Du, und zwar Deiner moralischen Integrität.

    “Möchte wirklich jemand aufstehen und behaupten, dass sowas so nicht passieren könnte?” – ich nicht. Du bist es der behauptet irgendetwas könnte nicht passieren. Nur weil es in Deiner Geschichte nicht vorkommt?

    “Und wenn es so passierte, wer von Euch möchte dann Jung heißen?” – Und wer von Euch möchte dann … umm … Roth heißen wenn die Sache den anderen Weg nimmt? Das ist albern.

    Das interessiert mich jetzt wirklich, auch wenn es zugegebenermassen nichts mit Deiner Geschichte zu tun hat : wo ist die moralische Grenze bei Verbrechen um Verbrechen zu begegen? Was ist mit meinem Beispiel Völkermord bzw. kein Völkermord? Was tun um einen zu verhindern? Wann verwendet man die Bezeichnung und wie wird man seiner Verantwortung gerecht und verhindert ihn dann? Was ist mit Lösegeld an Entführer? Hältst Du Deine strikte Position dann auch aufrecht wenn Du Dir sicher sein kannst das von dem Geld Waffen gekauft werden um weitere Menschen zu töten? Oder gilt das ganze nur gegenüber der eigenen Bevölkerung?

  53. 53. dieter petereit

    Kommentar vom 20. September 2007 um 22:07

    @Horst: Ich halte Dir zugute, dass Du wahrscheinlich nicht bemerkst, dass Deine Argumentation vollends ins Hanebüchene abzugleiten droht.

    Grmpf. Weil ich nett bin, habe ich jetzt das “Beispiel mit dem Völkermord” gesucht. Was soll das?

    Wann bezeichne ich das Abschlachten von Menschen als Völkermord? Wann sind es nur Stammesfehden?

    Soll das in diesem Thread hier irgendeinen Nutzen bringen oder versuchst Du – unbeholfen zwar – althergebrachte Propagandatechniken anzuwenden?

    Stop. Ich muss darauf nicht unbedingt eine Antwort haben. Also, wenn Du in einem anderen Blog noch ganz dringend ein paar Scharfrichtersprüche loswerden musst, gern. Ich komm schon klar!

  54. 54. dieter petereit

    Kommentar vom 20. September 2007 um 22:08

    @Wilhelm: Ahh. “Der Bekloppte”. Jetzt habe ich zumindest verstanden, worauf Du anspielst. (Viel weiter bringt mich das jedoch nicht…)

  55. 55. bitte an heise senden

    Kommentar vom 20. September 2007 um 22:37

    bitte den text an heise senden – die können sowas geiles in ihren “roman/kurzgeschichte” teil stecken.

  56. 56. Horst

    Kommentar vom 20. September 2007 um 22:47

    @dieter petereit: das kannst Du natürlich machen: wenn Dir eine Meinung nicht gefällt dann versuchst Du einfach denjenigen in die rechte Ecke zu Stelen – prima!

    Wo bin ich denn Scharfrichtersprüche losgeworden?

    Du vertrittst eine sehr extreme Position in der Angelegenheit und wenn Du wirklich ein lieber Kerl wärst, dann würdest Du hier nicht so einen scharfen Ton anschlagen sondern Dich auch mit Gegenfragen die Dir nicht passen zumindest ansatzweise sachlich auseinandersetzen.

    Naja, ist Dein Blog – da steht es Dir offen Dich nur mit Leuten die Deine Meinung vertreten im Kreis zu drehen und zu freuen.

  57. 57. dieter petereit

    Kommentar vom 20. September 2007 um 22:56

    @Horst: Wer hat behauptet, ich sei ein lieber Kerl? Derlei Unterstellungen verbitte ich mir auf das Schärfste!

    Es gibt einfach Fragestellungen, zu denen man klar Position beziehen muss. Wenn Du das als extrem bezeichnen willst, bitte. Ich könnte allerdings auch keine weichere Ausdrucksform finden. Etwa “Bitte Flugzeuge nur ein bisschen abschießen. So, dass keiner darin zu Schaden kommt.”

    Geht nicht. En klares Ja oder ein klares Nein muss her. Meins ist ein klares Nein.

    Ich stelle Dich in gar keine Ecke. Wenn Du Dich aber rechts wohlfühlst, bitte. Ansonsten, noch leben wir in einem freien Land, in dem man zB nicht befürchten muss, vom Staat ermordet zu werden. Noch kannst Du Dich frei bewegen. Geh einfach nach links oder in die Mitte oder nach Hause. Ganz wie Du willst. Noch.

  58. 58. Freedom

    Kommentar vom 20. September 2007 um 23:00

    @ dieter petereit,
    ich bezog mich auf die Geschichte von Horst mit meinem Kommentar,ich glaube das habe ich kenntlich gemacht (@ Horst).
    Was meine Gedanken zu einem “atomaren Erstschlag” betrifft,so muss ich Dir sagen,das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.
    Ich sehe da keinen Sinneswandel,sondern zwei völlig verschiedene Ereignisse,die,sollten sie sich tatsächlich in dieser Form ereignen,völlig unterschiedliche Entscheidungen verlangen.Ich möchte noch einmal ausdrücklich betonen,es ging darum,eine Entscheidung zu treffen,wenn eine Entscheidung, unter Abwägung aller zur Verfügung stehenden Mittel und (Er)Kenntnisse,getroffen werden müsste.Spekulative Gedankengänge,was wäre wenn…
    Und ich habe,nachdem ich die Geschichte von Horst gelesen habe,diese Entscheidungsgedanken gehabt,auch wenn ich mich sehr sträubte darüber nachzudenken.Ich war sogar erschrocken über meine Gedanken,wie ich handeln würde-was Dich jetzt aber sicher nicht milde stimmen wird.Ich hoffe wirklich,dass das alles nur Gedankenspiele bleiben,und dass die Politiker rechtzeitig erkennen,dass niemand in der Lage sein möchte,über Menschenleben entscheiden zu müssen.Ich habe das versucht in meinem “atomaren Kommentar” rüberzubringen:Weiterdenken und vorausschauende Politik machen-was auf diese beiden Geschichten bezogen,bedeuten würde:Keine Politik machen,die einen Politiker die Rolle einer Entscheidungsmacht zugesteht,über Leben und Tod von Menschen entscheiden zu MÜSSEN,nur weil irgendein Gesetz dazu verfasst und verabschiedet wurde,was dieses in Zukunft ermöglichen könnte.
    Ich möchte für mich jetzt,mit meinen Kommentaren zum “Thema Abschuss” hier abschließen,und mich nicht mehr weiter dazu äußern.In der “Stadiongeschichte” hätte ich abgeschossen,gedanklich auf alle Fälle,und zwar ohne mit der Wimper zu zucken,nur um ein einziges Menschenleben mehr zu erhalten,wenn es mit einer Wahrscheinlichkeit von achtzig Prozent,über der Anzahl der Opfer gelegen hätte-wenn ich es hätte entscheiden MÜSSEN.Wäre ich einer der Piloten in einem Abfangjäger gewesen,hätte ich den Abfangjäger mit Kurs auf die Maschine gesteuert…nun aber genug. Ende und aus.

  59. 59. pantoffelpunk

    Kommentar vom 20. September 2007 um 23:11

    Ich habe ein ganz ganz schlimmes Bauchgefühl bei dem Gedanken, dass vor allem dieser Verteidigungsminister als Mitglied dieser Regierung entscheiden möchte, wann wer weshalb getötet werden soll. Ich traue diesen Leuten nicht einen Meter über den Weg. Darum gilt auch für mich: Ein Abschuss darf und kann nicht in Frage kommen.

  60. 60. pantoffelpunk

    Kommentar vom 20. September 2007 um 23:12

    Zumindest ein Stück weit.

  61. 61. dieter petereit

    Kommentar vom 20. September 2007 um 23:15

    Aus dem Bauchgefühl heraus: Du hast Recht :grin:

  62. 62. Horst

    Kommentar vom 20. September 2007 um 23:23

    @dieter petereit: DU hast behauptet ein “lieber Kerl” zu sein, und zwar bevor Du Deinen Kommentar editiert hast. Wenn Du möchtest schicke ich Dir gerne einen Screenshot davon bzw. poste ihn im Netz.

    Genau wie Du solche Kleinigkeiten nachträglich änderst weil es Dir irgendwie unangenehm ist, genauso weisst Du auch in welche Ecke Du jemanden in dieser Situation mit Begriffen wie “Scharfrichtersprüche” und “althergebrachte Propagandatechniken” stellst.

    Du kannst Dich offensichtlich für ein klares und umunstössliches Nein entscheiden, gut. Ich kann Das nicht. Ich würde wohl oder übel jeh nach Situation die verschiedenen Szenarien gegenüberstellen und versuchen den Schaden nach Kräften zu minimieren. Auch wenn ich dazu Menschenleben gegeneinander aufrechnen müsste. Wenn ich aber versuche zu ergründen wie weit dein Nein reicht, bzw. wer oder was von Deiner Konsequenz betroffen ist oder nicht, dann blockst Du das ab. Auch gut.

    Nur weil hier Politiker sich mit Gedankengängen zu profilieren versuchen macht sich nicht jeder der sich nicht 100% Deiner Meinung anschliesst deren gesamtes Gedankengut zu eigen!

  63. 63. Ja, ich würde 1 Mio. Menschen sterben lassen auf F!XMBR

    Pingback vom 21. September 2007 um 00:54

    [...] Dieter – Gewissensfragen [...]

  64. 64. Quo vadis, Deutschland? « 63,5 mg

    Pingback vom 21. September 2007 um 08:12

    [...] Lesebefehl -> Gewissenfragen   [...]

  65. 65. dieter petereit

    Kommentar vom 21. September 2007 um 08:34

    Mein lieber Horst.

    Du möchtest wissen, wie weit mein Nein reichen würde? Chris hat´s geschrieben und ich schließe mich dem zu 100 % an!

    Ich denke, da bleibt keine Frage mehr unbeantwortet.

    Gruß
    Dieter

  66. [...] Gewissensfragen : Verteidigungsminister Jung erklärte nach Bekanntwerden dieser Informationen seinen sofortigen Rücktritt und wurde zwischenzeitlich in Untersuchungshaft genommen [...]

  67. 67. Samthammel

    Kommentar vom 21. September 2007 um 11:19

    Ich schließe mich Dieter und Chris mit seinem Beitrag auf F!XMBR an. Diese elende Herum-Diskutiererei – es gibt Dinge die macht man einfach nicht wenn man sich vom Niveau ein Stück weit über das von “Terroristen” begeben möchte PUNKT!
    @Horst: Du bist der Schlimmste von allen. Verstehst du eigentlich nicht nicht daß deine ewige Wiederholerei der gleichen Frage und deine Waagschalenspiele zu nichts führen? Ist der Krug an dir vorbeigegangen daß es technische Möglichkeiten gibt bei denen keiner abgeschossen werden muß? Alleine aus dem vorherigen Satz heraus ist jedwede moralische Diskussion total unnötig da überflüssig! Für mich ist die Diskussion damit beendet. Möge man mir Engstirnigkeit vorwerfen…

  68. 68. Horst

    Kommentar vom 21. September 2007 um 11:52

    @Samthammel: Du, gestern :

    Die perfekte Lösung ist dann vorhanden, wenn keiner mehr Verbrechen begeht – also utopisch. bis dahin bleibt es halt ein gegenseitiges Übertrumpfen in Sicherheitskonzepten und deren Umgehung.

    Du, heute :

    Ist der Krug an dir vorbeigegangen daß es technische Möglichkeiten gibt bei denen keiner abgeschossen werden muß?

    Utopia ist heute Nacht zum Leben erwacht?

    Alleine aus dem vorherigen Satz heraus ist jedwede moralische Diskussion total unnötig da überflüssig!

    Basta!

  69. 69. Samthammel

    Kommentar vom 21. September 2007 um 12:22

    Wenn du mir jetzt noch sagst an welcher Stelle ich erwähnte daß die technischen Lösungen perfekt sind… Ich unterstrich sogar noch, daß dies ein Wettrüsten zwischen Räuber und Gendarm bleibt. Aber selbst das ist besser als Menschen mutwillig zu töten! Vielleicht verstehst du das auch einfach nicht. Vielleicht willst du das auch nicht verstehen. Vielleicht ist es mir aber auch egal ob du es verstehst. Fehlinterpretieren kann man alles, ich habe meinen Teil gesagt.

  70. 70. micele’s weblog » Wenn du mal Kinder hast…

    Pingback vom 21. September 2007 um 16:30

    [...] oeffentlich beizuwohnen fehlt mir im Moment schlichtweg die Zeit, aber es gibt da doch so einige Gewissensfragen die sich wohl jeder mal stellen sollte (jaja, damit ist auch das Lesen [...]

  71. 71. pantoffelpunk

    Kommentar vom 21. September 2007 um 17:38

    Also, ich, ich bin Samthammelfan.

  72. 72. Flug DE 3894 : dpetereit.de

    Pingback vom 22. September 2007 um 00:40

    [...] [Diese Geschichte ist das Gegenstück zu „Gewissensfragen“ und bietet eine Sicht auf die „andere“ [...]

  73. 73. Gruftgespenst

    Kommentar vom 22. September 2007 um 00:50

    Schöne neue Welt, oder?

    Naja, als Kurzgeschichte soweit ganz interessant geschrieben, schöne Atmosphäre. Hat mir gefallen, mich berührt, mich nachdenklich gemacht.

    Womit ich allerdings etwas unzufrieden bin: die “vorläufigen” Ergebnisse dieser Diskussion. Wenn schon Dualitäten a là Ja und Nein sein müssen, dann doch bitte konsequent.
    Angenommen Ereignis “Ja” tritt ein: Wo bleibt bitte die Konsequenz der Entscheidung, wenn es Opfer durch abstürzende Trümmerteile gibt. Vermeidbare Opfer. Ich bin mir sehr sehr sehr sicher, dass es irgendwo auf diesem rabenschwarzen Erdball eine Wunderwaffe gibt, die ein Flugzeug noch in der Luft verdampfen lassen kann. Vielleicht einfach mal Herrn Putin fragen…
    Einfach abschießen ist mir zu unsauber, zu unsicher. Wenn die Möglichkeit besteht, durch den Abschuss zusätzliche Opfer zu riskieren, dann doch lieber gleich “Nein”.
    Für den Fall des Eintrittes von Ereignis “Nein”: Wer klar gegen den Abschuss ist, und zwar bei absoluter Ablehnung dieser Spock’schen Logik, der sollte besser auch gleich ein paar Vorschläge parat haben, wie eine solche Situation von vornherein vermieden werden könnte. Ein paar Anregungen? Vielleicht sollte die Beförderung von Zivilpersonen nur noch in narkotisiertem Zustand genehmigt werden. Teuer? Ja klar. Sicher? Hmm… käme auf. Gut für die Wirtschaft? Nein, leider nicht, deswegen auch nicht durchführbar. Schade. Danke liebe Wirtschaft.

    Zur Erklärung: Meine Kritik richtet sich nicht gegen das Gesetz oder die obige Kurzgeschichte, sondern gegen die Hundertschaft effekthascherischer Szenarien, die hier durchgespult werden, ohne dass irgendeine Art von Ergebnis erzielt wird…
    Wenn es schon unbedingt Dualitäten sein müssen, dann bitte richtig.

  74. 74. Horst

    Kommentar vom 23. September 2007 um 00:13

    @Gruftgespenst: Weisst Du, beim Dieter gibt es eigentlich nur eine Art Szenario. Und das geht so : Ein paar intellektuelle Terroristen kapern ein Flugzeug. Sie wollen natürlich niemandem schaden, nur der jeweiligen Regierung ihre falsche Einstellung vor Augen führen in dem sie sie in einen folgenschweren Fehler lotsen. Würde man ihnen nichts tun, dann würde auch gar nichts passieren… Ätsch, bätsch blöde Regierung! Das habt ihr jetzt davon!

    Die Tatsache das einige hier (Überraschung, Überraschung) seine Einstellung teilen und jegliche Diskussion darüber kategorisch ablehnen ist ihm sogar ein wenig zu Kopf gestiegen. Daher hat er noch eine Kurzgeschichte geschrieben. Diesmal ist der Staat seinen eigenen Bürgern in den Rücken gefallen. Diese hatten die Situation schon geklärt und dann … BUMM! Blöde Regierungsfuzzies! Ignorantes Pack.

    Der Logik (!?!) folgend werden hier wohl noch einige weitere Geschichten folgen. Das nächste Mal aus der Sicht des Kindes, das mit seinen grossen Kulleraugen den eigentlich ganz lieben Terroristen das Herz bricht. Sie entscheiden sich aufzugeben und ein Waisenhaus zu gründen das sie mit erpresstem Geld aus vorigen Verbrechen finanzieren. Bei der Landung allerdings lässt Schäuble das Kind wegen Kollaboration verhaften und nach Guantanamo fliegen und bis an sein Lebensende foltern.

    Die nächste Geschichte wird erzählt von der Oma. Die Enkelchen sitzen im entführten Flugzeug. Jung hat die Abfangjäger schon losgeschickt und will selbst auf den Auslöser drücken. Der Sabber läuft ihm schon in Vorfreude aus dem Mund. Die Oma ist verzweifelt. Sie sucht sich schnell im Internet die Nummer der Eltern der Terroristen und ruft sie an. Die wussten gar nichts von den bösen Dingen die ihre Jungs da anstellen und versprechen die Sache zu regeln. Sie rufen die Jungs auf den Handys an und ziehen ihnen richtig die Ohren lang. Das hat gesessen. Sie geben auf. Aber es ist natürlich zu spät. Jung schlägt im Blutrausch mal wieder zu. Nach einer rührenden Trauerfeier in der die Eltern der Terroristen und die Oma eine ergreifende Rede gehalten haben in der sie die Regierung verantwortlich für die schlechte Kindheit und die aussichtslose Lage der Terroristen gemacht haben gehen sie gemeinsam noch auf einen Kuchen ins kleine Häuschen der Oma. Darauf hat der Schäuble aber nur gewartet. Er lässt den Hügel auf dem das Haus steht mit samt des umliegenden Dorfes durch die Luftwaffe in Amtshilfe für die Polizei mit Napalm vernichten. “Kollaborateure, ausgeschaltet” sind seine einzigen Gedanken dabei.

    Naja, und so weiter.

  75. 75. Samthammel

    Kommentar vom 23. September 2007 um 00:21

    WOW Horst, du Metadiskutierer. Das hat mit dem Thema rein gar nichts mehr zu tun. Bist echt ein Troll.

  76. 76. Freedom

    Kommentar vom 23. September 2007 um 10:37

    @ Dieter Petereit.
    Ich bin nicht gerade sehr begeistert darüber,dass ich irgendwo in der Bloglandschaft unter -Quo vadis,63,5 mg- , einen Kommentar von Dir vorfinde,und Du darin anmerkst,ich würde einem Herrn Jung sogar das Funkgerät reichen.Findest Du nicht,Du hättest Deine Meinung über mich,hier unter den ganzen anderen Kommentaren veröffentlichen müssen,so dass ich Deinen Kommentar auch gleich hätte entdecken können?

  77. 77. dieter petereit

    Kommentar vom 23. September 2007 um 11:03

    @Samthammel: Den Eindruck gewinne ich so langsam auch. Aber ich habe einen langen Geduldsfaden…

    @Freedom: Och, Du armes Hascherl. Das tut mir jetzt aber echt leid, dass ich Dich da irgendwie unziemlich behandelt haben könnte. Wie heißt Du nochmal? Freedom? Fritz Freedom, Freiheitsweg 911, 4711 Freewillystadt? Solange Du Dich öffentlich äußerst, musst Du damit rechnen, dass Du auch öffentlich kritisiert wirst. Wobei ich noch soviel Anstand hätte, bei identifizierbaren Personen, davon Abstand zu nehmen. Aber “Freedom”, ich bitte Dich. Viel generischer kann man sich ja gar nicht nennen.

    @Horst: Bewirb Dich mal bei South Park. Die brauchen solche Stories. Allerdings müssen die immer für elf Minuten Film reichen. Aber mit ein bisschen Übung bekommst Du das schon hin.

    @ALL: Ich will hier nochmal in übersichtlicher Form darlegen, was ich mit den beiden Stories zum Ausdruck bringen wollte.

    1. Wir sind in Deutschland, nicht in den USA. Von jedem deutschen Flughafen aus erreicht man mit einem Passagierjet der relevanten Größe jeden anderen deutschen Ort in maximal einer Stunde. Da ist das Abschießen von Flugzeugen nur wie “Tontauben schießen” möglich. Kaum ist das Ding oben, musst Du schießen, sonst ist es schneller wieder unten, als Du gucken kannst. Und wie man in den beiden Stories sehen kann, gibt es Szenarien, die man in der Kürze der Zeit, die man in Deutschland für die Erteilung des Abschussbefehls hätte, nicht sauber überblicken kann. Außerdem ist erschwerend davon auszugehen, dass Terroristen nicht eine Maschine in München kapern, um damit Berlin anzugreifen. Die Zeit wäre also im Ernstfall noch viel knapper!

    2. Verbrechen darf man nicht mit Verbrechen verhindern. PUNKT!

  78. 78. Freedom

    Kommentar vom 23. September 2007 um 11:46

    @ Dieter Petereit,
    Ich habe den Verdacht,dass Dir mein Name nicht besonders gefällt.
    Ich zähle mich zu der Leserschaft einiger Blogs.Wenn ich einen Kommentar hinterlasse,darf es doch für Dich nicht wichtig sein,wie ich mich aus dem Kreise der Leserschaft namentlich vorstelle.Ich kann mich ja auch Meier,Müller oder Schulze nennen,wo ist das Problem?Du kannst doch von einem Leser keine Vollidentifizierung verlangen oder erwarten,nur weil dieser mal einen Kommentar hinterlassen möchte.
    Ich habe nichts dagegen,wenn man mich kritisieren möchte,ich habe aber etwas dagegen,wenn ich auf Kritik nicht reagieren kann,nur weil ich sie nicht dort finde,wo sie hätte meines Erachtens nach stehen müssen.
    Es sollte für Dich ja auch nur ein Gedankenanstoß sein,bitte auch zu berücksichtigen,dass sich nicht jeder Leser auf jedes Blog begibt.

  79. 79. dieter petereit

    Kommentar vom 23. September 2007 um 13:17

    @Freedom: Du kannst Dich nennen, wie Du willst. Das ist mir völlig wurscht. Ich erlege mir nur selber strengere Verhaltensregeln auf, wenn ich etwas mit jemandem zu tun habe, der identifizierbar ist oder – beispielsweise über die Denic – wäre. Schließlich möchte ich niemandem schaden. Übrigens eine Verhaltensweise, die im Netz leider nicht überall Usus ist.

    Was Dein selbst erwähltes Pseudonym betrifft: Ich mag den Begriff Freedom sogar sehr. Die Meinungen jedoch, die Du unter dessen Flagge zumindest in diesem Blog hier äußerst, führen ihn ad absurdum.

  80. 80. sv

    Kommentar vom 23. September 2007 um 14:28

    Ich bewundere btw. jeden Geduldsfaden, der dicker ist, als meiner.

    Gestern fand ich übrigens Artikel 25654 GG:

    Ein blog ist kein anarchistischer öffentlicher Raum. Der Betreiber eines blogs kann nach Gutdünken und subjektiver Laune bestimmen, was in seinem blog erlaubt ist und was nicht.
    Er ist keinem Diskutanten in irgendeiner Form Rechenschaft schuldig. Insbesondere muss er sich nicht von Besuchern ans Bein pissen lassen.

    Bei Zuwiderhandlungen kann der Betreiber dem Diskutanten auf die Finger hauen.

    Die Mittel – bishin zur IP-Sperre – stehen ihm hier jederzeit frei zur Auswahl.

    :mrgreen:

  81. [...] wie eine schöne Geschichte enden könnte. Dieser Text macht nachdenklich. « Schnell & [...]

  82. 82. Freedom

    Kommentar vom 23. September 2007 um 17:11

    @ Dieter Petereit.
    Obwohl ich den Inhalt Deiner Worte verstehe,habe ich dennoch den Eindruck,wir schreiben aneinander vorbei.Macht aber nichts,so etwas kommt vor.Ich werde Deine Geschichten weiterhin lesen,werde mich aber wohl mit Kommentaren in Zukunft zurückhalten,das ist vielleicht sogar in Deinem Sinne.

  83. 83. dieter petereit

    Kommentar vom 24. September 2007 um 11:55

    @Freedom: Lies oder lies nicht, kommentiere oder kommentiere nicht. Das ist Deine Sache. Ich bin insofern sicherlich ein recht toleranter Blogger, als ich nicht zu denen gehöre, die abweichende Meinungen direkt löschen. Von daher ist blogmanufaktur.de nicht der schlechteste Platz für eine Meinungsäußerung.

    @sv: Meinst Du etwa, ich stünde auf dem Boden des Grundgesetzes? :mrgreen:

  84. [...] Gewissensfragen [...]

  85. 85. pantoffelpunk » Blog Archiv » Ein Kessel Buntes V

    Pingback vom 24. September 2007 um 18:55

    [...] hingegen hat seine viel diskutierte und herumgereichte Story Gewissensfragen aus der anderen Perspektive aufgeschrieben. A pro pos Gewissensfrage: Was ist der Unterschied [...]

  86. 86. Croatia, 12 Points : dpetereit.de

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    [...] rund 10 Passagiere. Schon jetzt klappern mir die Zähne (besonders, nachdem ich eben erst diese und diese Geschichte geschrieben habe). Zunächst knirschten sie bloß, als ich den Preis [...]

  87. [...] weiterlesen … … via [...]

  88. 88. Übergesetzlicher Notstand - DenkfabrikBlog.de

    Pingback vom 29. September 2007 um 19:07

    [...] geht’s lang: blogmanufaktur.de/2007/09/18/gewissensfragen/ Tags: böse, Gewalt, grrrrr, gut, Literatur, Menschen, nachdenklich, Politik, [...]

  89. 89. privacy

    Kommentar vom 11. Dezember 2007 um 14:09

    boah, ich habs gerade gelesen, und immernoch eine gänsehaut…geile story, und ich würde es den bürokraten zutrauen, wie ich es auch den passagieren zutrauen würde.
    ich würde es jedenfalls gegen 2 mit messern versuchen, einen glasdolch hab ich eh immer dabei :P

    hut ab, selten hat mich eine neuzeitliche geschichte so zum nachdenken bewegt.

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