What happened to Maddie?

Seit Freitag letzter Woche beschäftigt mich das Schicksal der in Portugal verschwundenen Dreijährigen noch mehr als es mich ohnehin schon berührte. Seit Samstag gelten bekanntlich beide Elternteile als Verdächtige. Der Gedanke, dies könnte sich tatsächlich als stichhaltige Gewissheit herausstellen, ist für mich schwer akzeptabel. Sicherlich spielt es eine Rolle, dass ich selber drei Kinder habe.

Es ist für mich unvorstellbar, eines davon, wenn auch durch einen eventuell selbst verschuldeten Unfall zu verlieren. Noch unvorstellbarer ist es, den Unfall durch fahrlässige Gabe von Beruhigungsmitteln, nur um meine Ruhe am Abend zu haben, verschuldet zu haben. Und völlig undenkbar finde ich es, danach auch noch ein Riesenbohey in der Öffentlichkeit, mit Papstbesuch, Spendengeldern, Internetauftritt, Flyern etc. zu veranstalten.

Von daher würde ich zunächst einmal die Unschuld der Eltern vermuten. Denn wäre es tatsächlich so, wie die Polizei offenbar vermutet, wären die Eltern Monster, bar jeglicher Moral, bar jeglicher Menschlichkeit. Und das wollen wir doch alle nicht glauben, oder? Ich hoffe für die Eltern und vor allem für Maddie, dass sich dieser Verdacht als falsch erweist.

[Das hier ist übrigens der 1000ste Beitrag in diesem Blog. I dedicate it to Maddie. May you find peace whereever you are.]

8 Gedanken zu „What happened to Maddie?

  1. Schwer vorstellbar sicherlich, doch meine Ferndiagnose habe ich schon vor einigen Wochen gestellt: Nicht der Gärtner, eher die Mutter.

    Vielleicht irre ich mich ja, aber der Nachdruck dieses Getöses ist mir einfach eine Nummer zu dick aufgetragen. Meiner Meinung nach sitzt da jemand ganz schön tief in der Kacke.

  2. Ich befürchte es auch. Nicht, weil mir die Eltern leid täten. Ich befürchte es für Maddie. Ich befürchte, dass die arme Kleine tatsächlich selbstsüchtige Monster ihre Eltern nennen musste.

  3. Schließe alles aus, was unwahrscheinlich ist, und das, was dann übrig bleibt, auch wenn es noch so unglaublich klingt, das isses dann.
    Ein guter Detektiv oder Forscher prüft stets die Alternativhypothese, auch, um seine bestehende Hypothese zu untermauern.
    Bei Recherchen bzw. wiss. Experimenten dürfen „Befindlichkeiten“ spielen, wenn man denn verhindern möchte, daß unschuldige Personen in den Knast wandern bzw. aufgrund falscher Erkenntnisse falsches und schädliches Wissen geschaffen wird.

  4. Monster? Nein. Einfach nur Menschen. Auch Adolf Hitler und Pol Pot waren Menschen. Stalin, Goebbels, Eichmann, Manson. Alles Menschen.

    Ohne die Eltern für Mord oder fahrlässige Tötung vorverurteilen zu wollen, aber: Selbstsüchtigen Karrieristen, die ihre Kinder mit Beruhigungsmitteln für den Eigenspaß ruhigstellen (in GB angeblich nicht nur erlaubt sondern sogar mehr oder weniger üblich), traue ich grundsätzlich erstmal alles zu.

  5. @Wilhelm: Alles andere ausschließen. Klingt gut. Nur wie stellt man fest, dass man wirklich alles andere ausgeschlossen hat.

    @pp: Monster, also. Sage ich doch. Woher hast Du die Info, dass die Vorgehensweise in GB üblich ist?

  6. @dieter petereit:

    Nur wie stellt man fest, dass man wirklich alles andere ausgeschlossen hat.

    Aus den vorhandenen Indizien sowie bekannten, ähnlichen Fällen Hypothesen ableiten, welche überprüfbar, also be- bzw. widerlegbar sind.

    Bald kommt die schöne Vorweihnachtszeit und damit die langen Abende, welche man sich mit der Gesamtausgabe von Arthur Canon Doyles Sherlock Holmes bis zum Heiligen Abend verschönern kann.
    Manchmal bildet Lesen tatsächlich, in diesem Fall das „deduktive Denken“.

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