Dummes Geschwafel 2.0

Dirk Olbertz schließt Blogscout. Und zwar Knall auf Fall. Ab sofort wird nicht mehr gezählt, der Login funktioniert nicht mehr und Neuanmeldungen werden natürlich ebenfalls nicht mehr akzeptiert. Hurra. Das Web 2.0 zeigt deutlich, wie verlässlich es ist.

Blogdorf ist voll des Bedauerns, aber auch des Verständnisses ob des dummen Geschwafels des Herrn Olbertz. Er wollte „einen Wegweiser für die Blogosphäre schaffen“ und stellt nun fest, der Arme, dass er „diesem Anspruch aber nicht ansatzweise gerecht werden“ kann. Ganz schlimm für ihn ist wohl, dass „die breite Masse – oder auch “Longtail” – entweder gar nicht bei Blogscout vertreten oder unterrepräsentiert“ ist. Der letzte Punkt, den Herr Olbertz als (schwaches) Argument anführt, ist, dass er „den Blogbetreibern, die wirklich meinen, dass Quantität die Qualität aussticht und mit aller Macht versuchen, SEO mit Blogs machen zu wollen, keine Unterstützung bieten“ will.

Schwachsinn. Abseits des Pathos bleibt festzuhalten: Verlasst Euch nicht, niemals auf irgendwelche Web-Dienste. Denn die können von jetzt auf gleich sterben. Wie man sieht…

[für blogwatch.germanblogs.de]

6 Gedanken zu „Dummes Geschwafel 2.0

  1. Gerade der Umstand, das durch sein Punktesystem auch mal kleine Blogs die Chance hatten in den Top-Listen zu erscheinen, führt seine Argumentation ad Absurdum.
    Trotzdem sehr schade das 😕

  2. Meiner Meinung nach steckt was anderes hinter dieser Kurzschlussreaktion. Ein paar Tage vorher hat er schließlich noch über Detailverbesserungen und schnellere Server und so gebloggt.

    Aber: Ein schönes Mahnbeispiel dafür, dass man sich nur auf Dienste, die man entweder bezahlt oder die auf dem eigenen Webspace laufen, verlassen darf!

  3. Ich verstehe nicht ganz warum Du Dich ärgerst, Dieter. Über den Umstand, dass er möglicherweise etwas vor den eigentlichen Grund geschoben hat oder dass der Dienst verloren geht?

  4. Der konkrete Dienst ist mir grundsätzlich völlig egal.

    Was mich ärgert ist, dass ein Dienst, der gestern noch verlässlich war, heute abgeschaltet wird. Wenn daraus ein Vertrauensverlust entsteht, kann das Web 2.0 einpacken. Wer will sich denn noch auf fremde Dienste, wie Gmail, Flickr, wordpress.com, Blogger, YouTube verlassen, wenn er tagtäglich mit der Abschaltung rechnen muss. Den Aufschrei möchte ich nicht hören, wenn sich WordPress.com morgen äußert und sagt, man habe nicht über 500.000 Blogger für die Plattform begeistern können und deshalb mache man sie Ende des Monats dicht. Oder man mache sie dicht, weil der Gründer endlich mal sein Studium zu Ende bringen will. Oder man mache sie dicht, weil man sie einfach eben dicht machen will…

  5. Ich werde ja das Gefühl nicht los, dass bei Dir und Herrn Olbertz irgendwelche verletzten Eitelkeiten eine große Rolle spielen, mein lieber Dieter.

    Dirk hat über einen langen Zeitraum ein schönes Spielzeug zur Verfügung gestellt, in das er Zeit und Geld investiert hat und das er jetzt nicht mehr betreiben möchte. Niemand hat etwas dafür bezahlt und niemand war jemals abhängig von blogscout – zumindest nicht für die Funktionalität des blogs. Somit schadete er niemandem mit dem Betrieb und er schadet niemandem mit dem Abschalten. So what?

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