Das FamilienAlbum bei FamilyOne

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Es gibt auch heutzutage noch Reizworte in Web-Geschäftskonzepten, bei denen sich die – meistens Bankerausgebildeten – Investorenvertreter um ein Investment schlagen. Eines davon scheint das Wort Familie/Family zu sein. Erst seit kurzem am Markt, bezeichnet sich die FamilyOne GmbH aus Karlsruhe als das führende Social Network für Familien (erstaunlich, wie schnell sich anscheinend heutzutage Marktführerschaften etablieren). Das vollmundige Auftreten jedenfalls hat offenbar dermaßen überzeugt, dass Holtzbrinck Ventures kurz mal eben Geld in das sehr junge Unternehmen gesteckt hat. Dabei kann man über die Neuartigkeit des Konzeptes durchaus trefflich und lange streiten. Wenn man will…

Angefangen hat die FamilyOne GmbH relativ klassisch mit der Funktionalität des Familienstammbaums. Genealogie ist besonders in Deutschland ein sehr beliebtes Hobby. Der Familienstammbaum bei FamilyOne ist dabei so konzipiert, dass eingetragene Verwandte ihre Teile des Stammbaums entsprechend selbständig vervollständigen können. Eine gelungene Umsetzung des AAL-Prinzips (Andere Arbeiten Lassen), sofern man überhaupt an der Vervollständigung des eigenen Familienstammbaums interessiert ist und Verwandte hat, die ebenfalls daran interessiert sind. Das eine schließt das andere nicht mal ein, aber auch nicht aus. Möglicherweise finden sich Familien, die in der zehnten Generation Historiker sind genau darin wieder. Ich will ehrlich sein. Mich interessiert das nicht und ich wüsste auch keinen Verwandten, der freiwillig an so einem Projekt mitwirken würde, geschweige denn technisch dazu in der Lage wäre.

Denn technisch, und das ist schon eine tolle Sache, ist FamilyOne absolut vorneweg. Gäbe es Ajax nicht schon länger, man würde es als FamilyOne-Erfindung glaubhaft verkaufen können. Gefühlt sämtliche Seitenbereiche sind verschiebbar, ständig taucht das Ajax-typische Stern-Drehsymbol auf. Irgendwie ist alles fürchterlich interaktiv. Daran findet der interessierte Netzbürger, der ich einer bin, Gefallen, der durchschnittliche Internetnutzer, das Familienmitglied, welches man zur Mitnutzung gewinnen wll, jeoch mit ziemlicher Sicherheit nicht. Die werden schlicht nicht damit klar kommen, denn derzeit sehen die meisten Websites eben nicht so aus wie FamilyOne. Und in solchen Fällen gilt als Designmaxime stets: „Don’t make me think!“

Ich weiß nicht exakt, warum FamilyOne nun das „Produkt“ FamilienAlbum in die Stammbaumapplikation integriert hat; zumal es bereits bislang das MeinAlbum gab. Ich habe aber eine Idee. In MeinAlbum kann ich monatlich 100 MB hochladen. Eine Menge Fotos etc. In das FamilienAlbum kann ich indes nur 10 MB pro Monat stellen. Und dies sogar dann, wenn ich bereits in MeinAlbum vorhandenen Content lediglich auch über das FamilienAlbum zugänglich machen will, quasi also einen Datenbankeintrag erweitern möchte.

Für Volumina über 10 MB pro Monat, also mehr als drei hochauflösende Bilder, kann ein Premiumaccount für 6 Euro pro Monat gekauft werden. Das ist nicht verwerflich. Macht Flickr bei Volumina oberhalb 20 MB pro Monat auch so, kostet aber nur 5 Euro. Auch Web.de bietet die (optional passwortgeschützten) Onlinealben in seinem Club für 5 Euro monatlich an. Wer Videos und Fotos homogen ablegen will, kann zudem noch, und dies völlig kostenlos, auf Sevenload zurückgreifen. Vermutlich sieht FamilyOne in den Premiumaccounts eine Refinanzierungsquelle. Das ist – wie gesagt – legitim, aber transparent und bei der bestehenden kostenlosen, respektive günstigeren Konkurrenz nicht sehr erfolgsträchtig!

Wenn es nun noch so wäre, dass das FamilienAlbum im Vergleich zu Flickr etc. funktional hervorstechen würde, zumindest was die Bedienungseinfachheit oder den -komfort betrifft, könnte ich mich sogar zu einer Empfehlung hinreißen lassen. Nur, dem ist nicht so. Die Navigation im FamilienAlbum, das außerhalb des Premiumaccounts ohnehin nur sehr langsam wachsen kann, ist als gewöhnungsbedürftig zu bezeichnen. Es ist mir nicht auf Anhieb gelungen, die beiden Fotos, die ich innerhalb meines monatlichen (!) Uploadlimits hochladen konnte, in stukturierter Form, als Slideshow oder Listenübersicht oder sonstwie einfach und eingängig anzuschauen. Kann natürlich sein, dass ich Fehler in der Bedienung gemacht habe. Diese Fehler hätte aber auch FamilyOne zu vertreten: „Don’t make me think!“

Geraten wir ruhig auch noch ein bisschen ins Lächerliche: FamilyOne´s FamilienAlbum soll einen laut Pressemeldung ein Leben lang und länger begleiten. 2070 oder 2704 könnten Nachfahren also immer noch nachvollziehen, wer wann welches Kind gezeugt, welches Foto oder Video gedreht hat. Ich habe bislang nicht ein einziges Internetangebot gesehen, dem diese zeitliche Perspektive hätte zugetraut werden können oder auch nur dürfen. Ich wette, dass es in fünfzig Jahren nicht einmal mehr Google in der jetzigen Form gibt. Wer also seine Familiengeschichte zuverlässig aufbewahren will, der tue dies um Gottes Willen nicht bei irgendeinem aktuell gehypten Dienst, sondern lokal auf seinen Festplatten mit regelmäßigen Ausdrucken des Status Quo. Selbst Datensicherungen auf CD wären mir da auf Dauer zu unsicher…

2 Gedanken zu „Das FamilienAlbum bei FamilyOne

  1. Hallo,

    es gibt übrigens noch einige andere interessante Projekte zum Thema Stammbäume und Ahnenforschung im Web 2.0. Ein Projekt zur Erstellung von Familienstammbäumen ist unsere Seite http://www.verwandt.de.

    Aktuell haben wir als neues Feature eine “Karte zum Namen”-Funktion veröffentlicht. Unter http://www.verwandt.de/karten kann man sich die Verteilung seines Nachnamens in Deutschland anschauen!

    Grüße vom verwandt.de-Team

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