Ein sperriger Name für ein sperriges Projekt

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Ich bin ein Spielefan. Ich besitze einen DS Lite und eine PSP. Ich kann mich in Mahjongg versenken und an Sudokus rumknobeln, bis die Ohren glühen. Ich kann mich aber nicht an Spielen erfreuen, die eine Einarbeitungszeit in der Größenordnung einer Tapeziererausbildung und regelmäßige nächtliche Engagements erfordern. Das kurze, knackige, leicht verständliche Spiel für zwischendurch ist meine Domäne. Glücklicherweise gibt es im Internet eine wahre Vielfalt davon. Da ich an ständig wechselnden Computern arbeite, bevorzuge ich Games, die ich nicht erst downloaden und installieren muss. Onlinespielportale gehören daher seit langem zu meinem del.icio.us-Portfolio.

Ein Angebot, das mir bis dato völlig unbekannt war, heißt OnlineSpiele1 und wird von Andre Alpar betrieben. Nutzer der Tauschplattform Hitflip kennen den Namen vielleicht. Herr Alpar ist einer der Geschäftsführer des Plattformbetreibers. Besonders dieser Umstand war es, der mich schier zur Verwunderung trieb. Wer die beiden Websites nebeneinander im Browser aufruft, wird nicht auf die Idee kommen, dass die sperrige Optik der OnlineSpiele1 in einer quasi verwandschaftlichen Beziehung zum schlanken, funktionalen und dem Vernehmen nach erfolgreichen Hitflip-Projekt steht.

Auch die Namensgebung ist nicht spontan eingängig. Es ist für mich ein Rätsel, wie jemand einerseits einen hippen, webzwonulligen Namen wie hitflip und andererseits einen fast schon bürokratischen, wie OnlineSpiele1 ersinnen kann. Wie dem auch sei. Ich werde dieses Mysterium im Rahmen des Artikels nicht auflösen können. Ich gestehe aber, dass mich die beschriebene Konstellation schon fast dazu verleitet hat, den Auftrag OnlineSpiele1 für einen Test zu halten. Nach dem Motto: „Mal sehen, ob das jemand ernst nimmt…“ Sei´s drum. Ich bin für alles offen. Was manche dazu verleitet, zu behaupten, dann könnte ich ja schlechterdings nicht ganz dicht sein…

Nun besteht der Auftrag aus vier Teilen, die recht gut voneinander abgrenzbar sind. Ich gliedere daher erstmalig einen meiner Texte. Achtung Premiere!

1. Feedback zur Usability

Ein Riesen-Usability-Hemmnis besteht in der allgegenwärtigen Werbung, die gar noch durch die fieseste aller Werbeformen, die Layerads, ergänzt wird. OnlineSpiele1 ist eine der Seiten, die ich ohne Auftrag sofort wieder weggeklickt hätte. Durch unzählige Banner und das unprofessionelle Layout wirkt das Angebot unseriös. Wüsste ich nicht positiv um die Seriosität des Betreibers hätte ich Sorge gehabt, mir auf der Site something evil einzufangen.

Das Layout wirkt wie ein PHP-Nuke in der Basisinstallation. Simpel bis zur Trivialität. Wiedererkennungsfaktoren gibt es keine, wenn man mal vom Logo absieht, dass aufgrund seiner doch recht ordentlichen Optik auf der Site deplatziert wirkt. Darstellungsfehler (sowohl im einzig wahren Browser Firefox, wie auch im Internet Explorer) vergällen einem die ohnehin schon recht maue Userexperience noch zusätzlich. Dies beginnt mit Sonderzeichen, wie Umlauten und anderen, die als kryptische Symbole angezeigt werden und hört bei nicht in den vorgesehenen Rahmen passenden Beschriftungen noch lange nicht auf. Vom Eindruck her scheint nur die Werbung immer an den richtigen Stellen zu erscheinen…

An Spielen mangelt es dem Projekt nicht. Das muss ich einräumen. Allerdings scheint es keine redaktionelle Auswahl zu geben. Der Betreiber scheint den Ehrgeiz zu besitzen, jedes, wenn auch noch so schlechte Spiel, das online spielbar ist, auf sein Portal zu holen. Hier wäre weniger sicherlich viel mehr. Sicherlich sind die Geschmäcker verschieden, aber ich habe ein gutes Dutzend alter Spielegurken gefunden, über deren Verschwinden aus dem Angebot niemand eine Träne vergießen würde.

Problematisch aus Usersicht ist auch die Sortierung der Spiele. Es mag als übersichtlich gedacht gewesen sein, sämtliche Games strikt zu kategorisieren. Dabei ist jedoch eine wilde Vielfalt an Kategorien zusammengekommen, der man selbst mit mehreren beherzten Blicken auf den Screen nicht mehr Herr werden kann. Innerhalb der Kategorien sind die Spiele alphabetisch sortiert. Screenshots gibt es keine. Die Auswahl eines interessanten Spiels gerät so selbst zum Spiel, allerdings zum Geduldsspiel. Habe ich dann endlich ein spielenswertes Game entdeckt, ist das Zeitfenster, welches ich für die Entspannung zwischendurch hatte, bereits wieder geschlossen…

Nicht ersichtlich ist auch der Sinn der neben den einzelnen Titeln angebrachten Icons, Marke Geoworks. Hier könnten sprechendere Icons, aber wenigstens eine FAQ helfen. Auch bedürfen die Beschreibungen der einzelnen Spiele einer dringenden Überarbeitung. Solange keine Screenshots zur Visualisierung verfügbar sind, kommt den Beschreibungen die größte Bedeutung zu. Nur anhand dieser kann ich überhaupt eine Vorauswahl treffen. Beschreibungen, wie „Du bist Hick und must dich durch das Abenteuer schlagen“ lösen bei mir jedoch keinerlei Klickreflexe aus, wenn man mal von dem großen X rechts oben am Browser absieht.

Will der Nutzer nun auch noch eines der Spiele in seine eigene Website einbauen, muss er sich umfangreich registrieren. Dabei muss er Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Telefonnummer und Geburtsdatum als Pflichtfelder preisgeben. Unvorstellbar, dass in Zeiten fortschreitenden Internetbetruges jemand derart freigiebig mit seinen Daten sein wird oder auch nur sollte. Denn erforderlich sind diese Daten allesamt nicht. Selbst die Angabe eines Geburtsdatums könnte man sich sparen, solange man nicht konsequenterweise eine Verifikationsmöglichkeit dran hängt. Und die Telefonnummer? Ich bitte Sie!

2. Anregungen zum neuen Blog

Den neuen Blog muss der Besucher überhaupt erst einmal finden. Der Link dorthin findet sich nämlich gut versteckt am untersten rechten Eck der Website. Klickt man sich hin, erwartet einen ein schmuckloser WordPress-Blog mit dem Standardtemplate. Immerhin ist diese Optik für das Auge wesentlich beruhigenderer als die chaotische „visual experience“ des Hauptprojekts. Dennoch. So geht´s nicht.

Der Blog sollte zum Kernprodukt gehören. Das bedeutet zum ersten, dass er in das Hauptlayout integriert sein muss und nicht der separaten Ansteuerung mittels eines schwer zu findenden Links bedürfen darf. Die Bloginhalte wären doch ein prima Startseitencontent, wenn ein klarer Fokus der Blogthemen gefunden ist.

Ein schwieriger Punkt, übrigens. Worauf sollte sich der Blog thematisch konzentrieren? Sicherlich ist es richtig, die neu hinzugekommenen Spiele dort vorzustellen. Allerdings sollte das dann ausführlicher als bisher erfolgen. Man könnte beispielsweise kleine Spieletestberichte und umfangreichere Anleitungen im Blog unterbringen, wo sie direkt beim Spiel aufgrund des Umfanges doch eher störend wirkten. Allgemeine politische Betrachtungen, Tipps zum Fernsehprogramm oder Metageblogge gehören indes eher in ein privates Blog, denn in das Projektblog der OnlineSpiele1.

Während der wohl recht umfangreich ausfallenden Umbauphase könnte das Blog als klassisches Tagebuch über den Fortgang der Arbeiten genutzt werden. So könnten bestehende und künftige Nutzer mit auf die Reise genommen und möglicherweise an das Portal gebunden werden. Alles in allem sehe ich den künftigen Fokus jedenfalls klar auf spiele- und projektbezogene Inhalte.

3. Führe die Spiele-Website ins Web 2.0

Ich denke, deutlich gemacht zu haben, dass OnlineSpiele1 in seiner jetzigen Form nicht unbedingt Knüllerpotenzial hat. Ein Grundstock ist jedoch vorhanden, nämlich das Volumen verfügbarer Spiele. Dieses müsste einer strengen Redaktion unterzogen werden. Mist sollte dabei rigoros entfernt werden. Und bevor wieder einer von Geschmäckern redet: Qualität ist objektivierbar! Dann sollte die strikte Kategorisierung zugunsten eines weit flexibleren Tagging aufgegeben werden. Interessante Spiele könnten künftig beispielsweise viel einfacher über eine Tagcloud gefunden werden.

Der wesentliche Umbau besteht, neben der Professionalisierung des Layouts und des Abbaus der Werbemassen, im Einbau von Communityfunktionalität. Gerade bei einer Spielewebsite kann man da aus dem Vollen schöpfen. Es beginnt schlicht damit, dass die User die Games bewerten, im Sinne von „Raten“ können und so eigene Toplisten generieren, die wiederum neuen Besuchern das Finden interessanten Contents erleichtern. Kommentarmöglichkeiten am Spiel würde ich allerdings auf Twittergrößenordnungen reduzieren.

Die Community sollte in der Lage sein, untereinander Spiele zu empfehlen und sich auch generell auszutauschen. Schön wäre es, wenn geeignete Spiele bereits stünden, die man innerhalb der Gemeinschaft gegeneinander spielen kann und wenn es nur über einen DB-basierten Highscore realisiert wäre. Sämtliche Communityfunktionen sollten dem Spaßfaktor dienen. Gerade der Spaßfaktor ist es nämlich, der OnlineSpiele1 in seiner bisherigen Form völlig abgeht.

Der Einbau von Spielen in fremde Websites ist ein Feature, welches ich ersatzlos streichen würde. Zum einen ist es so, dass der Einbau mit den gängigen Verfahren technisch nicht überall funktioniert. Solche Probleme fallen immer auf den Anbieter zurück, auch wenn dieser in der Regel nichts dafür kann. Zum anderen ist es auch so, dass eine Community nur dann funktioniert, wenn sie als Community wahrgenommen wird. Die Verstreuung des Contents auf potenziell unendlich viele Websites macht daher auch strategisch keinen Sinn. Die angedachten Funktionen würden ins Leere laufen, wenn der zentrale Content dezentral verfügbar wäre.


4. Wo gibt´s weitere Spiele?

Eine schwierige Frage an einen Blogger, der zwar gern spielt, aber eben nur zwischendurch in der Frühstückspause. In der einen Hand den Knoppers, in der anderen Hand die Maus. Da grübelt man eher selten über derart essentielle Fragen nach. Ich denke aber auch, dass OnlineSpiele1 nicht über zu wenige, sondern eher über zu viele Spiele verfügt. Von daher würde sich mir als Betreiber die Frage nach einem Mehr an Games gar nicht stellen.

Ich bin jedoch ziemlich sicher, dass eine funktionierende Community auch hier aktiv werden und bestimmte Spiele gezielt nachfragen würde. Man glaubt ja gar nicht, zu was eine große Zahl Menschen kollektiv in der Lage ist! 😉

5 Gedanken zu „ Ein sperriger Name für ein sperriges Projekt

  1. Ich spiele auch sehr gerne und so ziemlich alles. Lang ist´s her, daß ich mal Ausschau nach kleinen, kurz & knackigen Spielchen für zwischendurch am Rechner geguckt habe. Ich hab die Suche ziemlich schnell aufgegeben, weil alle Sites im Netz so ähnlich wie Onlinespiele1 aufgemacht waren. Ich hab die Tage dort schon mal geguckt. Normalerweise hätte ich auch sofort weiter geklickt, aus den von dir beschriebenen Gründen. Gleich das erste Spiel – Blaster Ball hieß das glaube ich – hat den Firefox einfrieren lassen. Auch das noch 😉

  2. Für den Zwischendurchzocker gibt es durchaus auch Alternativen zu auswahlfrei zusammengeschusterten Spieleseiten. Zu nennen wäre da vor allem http://www.jayisgames.com, wo zwar auch eine recht große Auswahl von Spielen zu finden ist, wobei jedoch der dem Englischen nicht abgeneigte Zocker auch die Möglichkeit hat, sich zu jedem Spiel Gründe durchzulesen, warum das Spiel spielenswert ist oder eben nicht. In der Regel kann man aber auch so davon ausgehen, dass dort verlinkte Spiele generell nicht schlecht sind, und da die Seite regelmäßig aktualisiert wird, kann man sich auch über Nachschub kaum beklagen, vor allem auch wegen des beachtlichen bereits bestehenden Archivs. Damit lässt sich immer wieder das eine oder andere Viertelstündchen totschlagen.

  3. Kleiner Hinweis: Das Komma am Ende des Links sollte natürlich noch entfernt werden, kleiner Fehler meinerseits… 😉

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