Think Global, Act Local

Dicke Schneeflocken voller Wasser fallen platschend auf den Boden und fließen fast augenblicklich vondannen. Die über Nacht auf etwa fünf Zentimeter angewachsene Schneedecke wird zusehends fadenscheinig. Kein Wunder, denn die Temperatur liegt bereits am frühen Morgen bei 4 Grad .

Ich entschließe mich angesichts des Umstandes, dass ich Schlauberger letzte Woche meine Sommerreifen wieder habe aufziehen lassen, dafür, zu Fuß zum ersten Termin zu gehen. Kein Problem, bei trockenem Wetter laufe ich die Strecke in 10 Minuten. Mit einem Schirm versehen plitsch-platsche ich durch die warme Winterlandschaft. Meine Fußabdrücke hinterlassen freien Blick auf den Bürgersteig.

Vor jedem zweiten Haus treffe ich Seniorinnen oder Senioren an, die „ihren“ Bürgersteig akribisch bis in die letzten Winkel und in satten Mengen mit Streusalz bearbeiten. Irgendeiner der grauen Herren schaut mich an und ich frage spontan: „Sagen Sie mal, sehen Sie nicht, dass es ohnehin taut wie verrückt? Was soll Ihr Streusalzeinsatz außer Umweltschäden eigentlich bringen?“ Der Herr antwortet wirsch: „Ich kann vor meinem Haus machen, was ich will. Das ist ein freies Land. Kümmern Sie sich gefälligst um Ihre eigenen Angelegenheiten!“ Ich schüttele unübersehbar und so feindselig wie möglich den Kopf und gehe weiter.

Recht hat der alte Querkopf. Was soll ich dazu sagen? Wir leben halt in einem System, in dem jeder alles um sich herum versauen kann, wie er will. Treten dann Schäden auf, wird nach dem Staat gerufen und der Steuerzahler zur Ader gelassen. Und da sich keiner mehr für das interessiert, was sich außerhalb seines eigenen Mikrokosmos abspielt, skaliert das Problem.

Wen wundert da der weltgrößte Streusalzopa Bush noch?

9 Gedanken zu „Think Global, Act Local

  1. Da haben sich aber zwei Dickschädel getroffen. 😉

    Sei ehrlich.
    Wenn es Dich vor dem Haus des alten Querkopf quer gelegt hätte, dann hättest Du jetzt doch gewiß einen Eintrag über einen uneinsichtigen grauen Herren geschrieben, oder?

    Gibt es für Deine Bloghütte eigentlich eine Kehrwoche und einen Winterdienst?

  2. Du sollst mich doch nicht immer analysieren, alter Seelenforscher.

    Die Bloghütte braucht keinen Winterdienst. Die ist so schlecht isoliert, dass rund um die Bude schon allein deshalb alles taut, weil ich drinnen heize. (Natürlich nur mit selbstgehacktem Holz aus kontrolliertem Anbau.)

  3. Die ist so schlecht isoliert, …

    Die Bloghütte läuft Gefahr, daß sie, wegen zu hoher virtueller CO2 Emissionen, durch den deutschen BlogwArtdienst geschlossen wird!

  4. Nur weil Du mit Deinem Eheweibe nackig durch die Hütte saußen willst, ist das noch längst ein Grund, daß junge Bäume im Ofen landen und mit ihrem Leben für Deine Bequemlichkeit sorgen müßen.

    Ich bremse auch für Bäume und heize nur mit Strom aus AKWs, so! 😉

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