Jedermann von Philip Roth

Ich hatte mir das Buch zu Weihnachten gekauft, weil mich die geringe Seitenzahl und die famosen Ankündigungen auf dem Umschlag irgendwie lockten. „Das ganze Leben“ würde hier „erschöpfend beschrieben“, hieß es. Dies sei einmalig in der Literatur und gegen jedes Gesetz. Außerdem beginne ich – mit jetzt 40 – auch so langsam über Vergänglichkeit nachzudenken. Und genau darum sollte es in dem gepriesenen Werk ja auch gehen.

Ich habe es durchgelesen. Geht schnell, weil wenig Seiten. Hängen bleibt nichts. Erkenntnis stiftet nichts. Mann wird alt und stirbt. Nichts besonderes, keine tieferen Sinnbilder auffindbar. Vielleicht noch etwas untypisch, dass der Titelheld sein Leben lang rumhurt. Vielleicht bin ich aber auch zu konservativ.

Ich habe jedenfalls nach der Lektüre dieses Buches keine tiefergehenden Empfindungen als Ärger über den zu hohen Kaufpreis dieses Machwerks in mir erfühlen können.

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6 Kommentare

  1. 1. Peter Djordjevic

    Kommentar vom 10. Januar 2007 um 23:03

    ich hatte das buch vor weihnachten auch in der. Ich habe dem klappentext nicht vertraut. Hatte und habe nur das gefühl, dass philip hier den “jedermann” etwas umformuliert hat und in eine kommerzielle schiene aufsetzt. Denke, 28 romane von philip sind genug. Eben ein massaker für philip roth.

  2. 2. dieter petereit

    Kommentar vom 11. Januar 2007 um 08:30

    Ich hatte bislang noch keines der Bücher von Roth gelesen. Vor “Jedermann” spielte ich mit dem Gedanken, mir mal “Der menschliche Makel” zu Gemüte zu führen, aber ich denke, das werde ich nach dieser ernüchternden Erfahrung jetzt auch lassen…

  3. 3. Peter Djordjevic

    Kommentar vom 11. Januar 2007 um 09:28

    ….
    gebe ich dir recht.

    Mein tipp für dich: Louis de Bernières und seine trilogie:
    Der zufällige Krieg des Don Emmanuel, Señor Vivo und die Kokabriefe, Das Kind des Kardinals.
    Lustig, spritzig, zynisch, sarkasmus pur, frivol, lüstern, kritisch,amüsant, kurzweilig, spassig, ehrlich, fabelartig, kulturübergreifend. fast jeder bekommt sein fett ab. Schauplatz: südamerika, dort am amazonas, anden, dschungel, kokainland.

  4. 4. Wilhelm

    Kommentar vom 11. Januar 2007 um 09:58

    Lese das Das egoistische Gen von Richard Dawkins, danach weißt Du alles und vor allem, WAS und nicht WER Du bist:
    Ein Haufen aus Genen, welcher eigentlich huren sollte; dessen Selbstwahrnehmung nur eine Illusion ist und der lediglich im Dienste der Evolution bzw. der Gene steht.
    Nach der Lektüre wirst Du Dich unendlich klein und unwichtig fühlen, was Dich aber für emotionale Erschütterungen unempfindlicher machen sollte.
    Don Juan hat dem Carlos Castaneda bezüglich der Wichtigkeit ähnliches gelehrt.

  5. 5. dieter petereit

    Kommentar vom 12. Januar 2007 um 11:52

    @Peter und Wilhelm: Eure Vorschläge klingen mir zu intellektuell. Ich bin schließlich nur ein kleines Lämpchen ;-)

    Wobei Wilhelms Tipp beim Leser wohl auch noch einen masochistischen Einschlag voraussetzt…

  6. 6. Wilhelm [Schoggo-TV]

    Kommentar vom 12. Januar 2007 um 13:35

    “Hey!”, aber bitte, ich liefere Dir noch ‘was für Google nach:
    SM und Bondage nackt in der Sauna.

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